Mittwoch, 27. Juli 2011

[Rezi] Das Mädchen im Wald

McMahon, Jennifer:
Das Mädchen im Wald : Roman / Jennifer McMahon. - Reinbek bei Hamburg : rororo, 2007. - 316 S.
ISBN 978-3499244803

Rezension:
"Ich schüttelte den Kopf und hatte dabei merkwürdigerweise das Gefühl zu lügen. Ich dachte an das schmutzige Nachthemd und die schlammverkrusteten Strümpfe meiner Mutter und fragte mich, wann sie wohl draußen gewesen und wohin sie gegangen war. Was sie gesehen haben mochte. Bestimmt gar nichts. Wahrscheinlich war sie einfach nur über den Hof geschlendert. Der Geist von New Hope" (S. 82, zweiter Absatz)

Del und Kate sind als Kinder Freundinnen. Doch ihre Freundschaft ist nicht wie die aller anderer Kinder - ihre Freundschaft ist geheim. In der Schule reden sie kaum ein Wort miteinander, erst am Nachmittag treffen sie sich und erleben die spannendsten Abenteuer. Eines Tages aber ist Del tot. Niemand weiß wer der Mörder ist, was passiert ist und auch die Polizei findet keinen Verdächtigen.
Jahre später kehrt Kate wieder zurück in das kleine Dorf ihrer Kindheit, denn ihrer Mutter leidet an immer schlimmer werdender Demenz. Doch als sie dort ankommt, geschieht ein Mord. Die Umstände entsprechen denen von Del's Tot nur zu genau. Schnell wird Kate misstrauisch beäugt und hinter ihrem Rücken beschuldigt.
Kate selbst hat plötzlich große Angst, denn es scheint als sei Del wieder da. Schon immer machte man den Geist der "Kartoffeltriene" in der kleinen Stadt für jedes Unglück verantwortlich, doch Kate spürt Del's Anwesenheit geradezu. Immer öfter passieren unheimliche Sachen und plötzlich scheint nicht mal mehr ihrer Mutter  sie selbst zu sein. Mutig macht sich Kate, mit Nicky, Del's Bruder, daran den Mord von damals aufzuklären. Als plötzlich Opal, die Halbschwester von Del, verschwunden ist, macht sich Kate auf den Weg zur alten Farm, auf der Del gelebt hat und steht einem alten Bekannten gegenüber...

Das Buch hat mich überrascht, denn zu Anfang bekam ich nicht das Gefühl der Spannung. Fast wollte ich es zur Seite legen, aber mein innerer Schweinehund hat mich weiter lesen lassen. So habe ich doch noch eine ganz interessante Geschichte lesen können. Zwar ist die Geschichte nicht sehr detailversehen und spannend, wie man es von einem Thriller erwarten würde, dennoch überrascht das Buch, denn es werden einem so viele potentielle Täter vorgeführt, dass man nicht einmal den Hauch einer Ahnung hat, wer es denn nun sein könnte. Zudem gibt es auch eine kleine, aber feine, Liebesgeschichte, die zumindestens kurzweilig das Herzchen erfreut.
Wer einen super spannenden Thriller erwartet wird dies in dem Buch nicht finden, aber wer eine interessante Geschichte mit einem Hauch Mystery und einer tiefen Freundschaft lesen mag, der sollte sich das Buch schnappen...

Das Cover:
Ein dunkler Wald - so passt das Cover gleich zum Titel des Buches. Die Farben sind dunkel gehalten und der Name in rot spiegelt sich im Wasser des kleinen Flusses der durch den Wald fließt wider. Es hat so den Anschein als würde Blut durch den Fluss fließen.

Die Autorin:
Jennifer McMahon wuchs in Connecticut auf. Sie hat als Anstreicherin, Farmarbeiterin, Druckvorlagenherstellerin, Pizza-Ausfahrerin sowie in einem Obdachlosenheim gearbeitet und war in der Betreuung seelisch kranker Kinder und Erwachsener tätig. Die Autorin lebt mit ihrem Freund und der gemeinsamen Tochter in Vermont.  

Weitere Bücher:
  • Die dunkle Stimme der Schuld (2010)
  • Die Insel der verlorenen Kinder (2009)

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