Samstag, 19. Januar 2013

[Rezi] Kriegsgebiete

Autor: Roland Spranger
Titel: Kriegsgebiete
Genre: Thriller
 Verlag: Edition 211 (München)
 Erscheinungsjahr: 2012
Seiten: 211 S.
ISBN: 978-3-937357-54-6

"Serpentine für Serpentine tasten sich die drei Mowag Eagle talwärts."
(1. Satz)

Persönliche Zusammenfassung:
Vor einem Jahr ist Daniel aus Afghanistan zurückgekommen. Dort hat er in einem sinnlosen Krieg fast alle seine Kameraden verloren. Und auch Zuhause ist nichts mehr wie es war: Seine Frau und seine Tochter sind ausgezogen, leben bei einem anderen Mann. Im Haus hält er es nicht mehr aus und plötzlich steht die Polizei bei ihm vor der Tür. Nachdem er eine Leiche gefunden hat, scheinen alle Spuren zu ihm zu führen. Sind das alles nur Folgen des Aufenthalts in Afghanistan oder hat es wirklich jemand auf ihn abgesehen?

Rezension/Meinung:
Ein weiteres Buch über den Krieg, der in meinem Regal Einzug gefunden hat, ebenfalls eine Geschichte über eine Rückkehr nach Deutschland und Leben die plötzlich nicht mehr sind wie vor dem Krieg.
Am Anfang der Geschichte war ich mehrfach drauf und dran es wieder zur Seite zu legen, da es mich da doch recht an "Die Marionette" erinnerte. Eigentlich habe ich fast darauf gewartet, dass in "Kriegsgebiete" ebenfalls ein Angriff auf die Verteidigung geschehen würde.
Dies passiert auch wie gedacht, aber der weitere Verlauf der Geschichte verändert sich komplett.

Daniel leidet wie viele, die mitten im Krieg gesteckt habe und ihre Kameraden sterben sehen mussten an einer posttraumatischen Belastungsstörung. Sein Leben wird nur noch von Angst beherrscht. Angst vor einem etwaigen Angriff. Immer ist er in "Hab-Acht-Stellung" und bei der kleinsten Veränderung seiner Umgebung kommt der Soldat in ihm hervor.
Bedrückt erfährt man, wie es zu der Trennung zu seiner Frau kam und wie sein Leben sich nur noch in seinem Garten abspielt. Auch die restlichen Freunde können ihn nicht mehr aus diesem Zustand befreien.
Da findet er durch Zufall eine Leiche in einem Teich und scheint gleich der Hauptverdächtige.

Roland Spranger verwickelt den traumatisierten Soldaten in einen Kampf ums Überleben, denn es werden weitere Leichen gefunden, die alle eine Verbindung zu Daniel aufweisen.
In knappen und zugleich präzisen Worten verfolgt man die Geschichte des Mannes, der für den Leser erst verwirrt wirkt und bei denen man sich nicht sicher sein kann, was nun der Wahrheit entspricht.

Ab einem gewissen Punkt, scheint aber klar, dass der Hauptprotagonist etwas mit der Sache zu tun haben muss - nur wie genau, das wird erst spät deutlich.

Spannend und wirr geschrieben, mit Abzweigungen und doch alltäglichen Situationen. Beschreibungen eines Mannes, der lange selbst an seinem Verstand zweifelt und dies den Leser intensiv spüren lässt. Mit überraschenden Wendungen und einer Reihe Emotionen.

Zudem wieder ein Zeitzeugnis des Krieges, der viele Menschen verändert, auch wenn dies alles andere als nötig wäre. Ein Krieg der kein Ende zu nehmen scheint und immer mehr Menschen voneinander trennt.

Vielen Dank für das Rezensionsexemplar an Edition 211.

Der Autor:
Roland Spranger, Jahrgang 1963, arbeitet als Betreuer in Wohneinrichtungen für psychisch Kranke und geistig Behinderte. Daneben betätigt er sich in Freien Theatergruppen und Live-Literatur-Projekten. 2002 erschien sein Roman »ThRAX« im Rake Verlag (Kiel), zudem hat er diverse Theaterstücke geschrieben, zuletzt »Das Comeback des Jahres«, das im März 2012 auf der Kinder- und Jugendbühne »Kaschlupp!« in Detmold erfolgreich uraufgeführt wurde. Roland Spranger lebt und arbeitet in Hof.

Weitere Bücher:
  • ThRAX (2002)
Quelle: Bilder und Vita von Amazon.

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