Samstag, 12. Januar 2013

[Rezi] Crash - Ins falsche Leben

Autor: Martyn Bedford
Titel: Crash - Ins falsche Leben
Originaltitel: Flip
Genre: Thriller
Verlag: dtv (München)
Erscheinungsjahr: 2012
Seiten: 337 S.
ISBN: 978-3-423-24933-1

"Alex hätte nicht sagen können, was ihn an diesem Morgen geweckt hatte."
(1. Satz)

Persönliche Zusammenfasung:
Als Alex erwacht, merkt er gleich, dass sich etwas grundlegend geändert hat. Seine altbekannte Umgebung sieht im Dunkeln plötzlich fremd aus und als er das Licht anschaltet, befindet er sich in einem fremden Zimmer. Auch sein Spiegelbild ist nicht mehr sein altes, und warum nennen ihn die Leute in dem fremden Haus Flip? Er versucht herauszufinden, was mit ihm passiert ist und muss einer erschreckenden Wahrheit gegenüber treten: Er ist ein Evakuierter. In der Todesstunde seines Körpers, ist seine Seele einfach in einen anderen gesprungen.
Seine Recherchen aber ergeben, dass der "Körper-Alex" noch nicht tot ist und er versucht alles um in sein altes Leben zurück zu kehren…

Rezension/Meinung:
„Crash“ wird als Thriller betitelt, daher habe ich in dem Buch einiges mehr an Spannung erwartet.
Im Nachhinein würde ich sagen, dass es ein Jugendroman mit ein paar übernatürlichen Ansätzen ist und die Bezeichnung Thriller einen falschen Eindruck macht.
Sicherlich gab es einige Stellen, die die Aufmerksamkeit des Lesers fesseln, aber es sind nun keine Situationen in denen man auf explosive Erlebnisse warten sollte.
Da ich mich selbst ein bisschen für das Übersinnliche interessiere, bzw. glaube, dass es auf der Welt mehr gibt, als wir wissen, hat mir das Buch aber dennoch gefallen.

Der 14jährige Alex muss damit klar kommen, dass er plötzlich in einem fremden Körper gefangen ist und er die Leute um sich herum nicht kennt. Doch ist dies nicht genug Grausamkeit, denn wie er auf der Suche nach der Wahrheit erfährt, ist sein Körper gar nicht tot, sondern liegt im Koma und es scheint das er keine Chance hat an ihn ranzukommen.

Es gibt Momente in denen Alex anfängt sich in der Haut des anderen Jungen wohl zu fühlen, denn der sieht um einiges besser aus und hat voll funktionstüchtige Lungen.
Aber als er anfängt sich zu verlieben, ist im schnell klar, dass er weder sich noch Cherry belügen kann.

Das ihm keiner glauben will, macht es umso schwerer. Denn wie soll er so einen Weg zurück finden? In einem Forum für Evakuierte trifft er auf Rob, der von seinem alten Ich besessen ist und ebenfalls ungeheure Wege geht. Gemeinsam versuchen sie Alex wieder in seinen Körper zu bringen und riskieren dabei einiges.

Am Anfang des Buches scheint noch alles normal zu sein, denn selbst die Hauptperson Alex, versucht durch lauter zusammen gereimte Antworten seine Situation zu erklären.
Erst als er selbst sein Spiegelbild beschreibt, bekommt man auch als Leser ein mulmiges Gefühl. Dies zieht sich auch durch den ganzen Anfang, den der verwirrte Alex aus seiner Sicht erzählt.
Der Blickwinkel wechselt nur einmal und so begegnet man fast durchgehend den verwirrten Gefühlen und Ängsten Alex‘.
Mit großem Interesse verfolgt man die Geschichte um das Erfahren, was mit ihm passiert ist. Einerseits wie es dazu gekommen ist, das er in diesem Körper steckt und andererseits was für Gründe so ein Erlebnis haben kann.

Alex kommt einem durchweg angenehm vor und die Unterschiede zwischen ihm, dem Einzelgänger und Schachspieler, und dem Körper der ein Mädchenschwarm und Draufgänger ist, werden gut und interessant dargestellt. Außerdem ist es interessant zu verfolgen, wie die Umwelt auf ihn reagiert, denn dadurch, dass er ein anderer „innen“ ist, sind seine Handlungen plötzlich irrational und völlig verändert gegenüber denen von Flip.

Das Ende des Buches ist nach einem letzten Versuch wieder in sein wirkliches Leben zu gelangen, plausibel dargestellt und zaubert ein leises Lächeln auf jedes Gesicht.

Der Schreibstil Bedfords ist einfach und dadurch kann man dem Geschehen des Buches leicht folgen. Das Thema zudem sicherlich auch interessant für Menschen, die jemanden kennen, der im Koma liegt und die die leise Hoffnung haben, das die betreffende Personen irgendwie einmal mit der Außenwelt kontaktieren können.

Eine Geschichte voller Höhen und Tiefen, Unglaublichem und einem Erlebnis, dass mehrere Leben komplett auf den Kopf stellt. Für Leser von Jugendromanen, die gerne mal in eine unvorstellbare Welt tauchen mögen und trotzdem auch für welche, die es spannend und mystisch mögen.

 Vielen Dank für das Rezensionsexemplar an dtv.

Der Autor:
Martyn Bedford war jahrelang als Journalist tätig und hat zahlreiche Kurzgeschichten in Anthologien, Magazinen und im Radio veröffentlicht. Mittlerweile unterrichtet er am Leeds Trinity University College Englisch und Kreatives Schreiben. Er selbst hat fünf Romane für Erwachsene geschrieben. ›Crash - ins falsche Leben‹ ist sein erster Thriller für ein jüngeres Publikum.


Weitere Bücher:
(keine weitere deutsche Veröffentlichung seit  1997).

Quelle: Bilder und Vita von der Verlagshomepage.

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