Mittwoch, 31. August 2011

[Rezi] Numbers - Den Tod im Blick

Ward, Rachel:
Numbers : Den Tod im Blick / Rachel Ward. - Hamburg : Carlsen, 2010. - 362 S.
ISBN 978-3551520074

Rezension:
"Ihre Augen funkelten und ich dachte: Du hast das falsch verstanden. Spinne hätte ruhig da bleiben können, wo er war, er wäre heute trotzdem nicht gestorben. Ich habe ihn nur davor bewahrt, dass er verletzt wurde, aber gestorben wäre er heute nicht. Ich kann ihn nicht retten, ich möchte ja gern, aber ich kann nicht, und bald wird er tot sein und du wirst denken, ich hätte euch beide im Stich gelassen."
(S. 94, 2. Absatz)

Jem's Leben läuft nicht wie das jeder "normalen" 15-Jährigen. Weder hat sie eine glückliche Familie, noch Freunde.
Seit dem Tod ihrer Mutter vor Jahren, wurde sie von einer Familie in die nächste abgeschoben. Ihre Einsamkeit wurde da durch nur noch mehr geschürt.
Doch liegt es nicht nur an ihrer Vergangenheit, dass sie sich meist in sich zurück zieht - sie traut sich einfach nicht sich anderen Menschen zu nähern. Wie sollte sie das auch, wenn sie in den Augen der Menschen deren Zukunft entdecken kann? Besser gesagt, kann sie in jedem Augenpaar eine Zahl lesen - den Todestag ihres Gegenübers.
Da bleibt man doch lieber allein!
Dann aber trifft Jem auf Spinne, ein Typ aus ihrer Schule, über den jede Menge Gerüchte kursieren.
Genauso einsam wie sie, freunden sich die beiden an, und das obwohl Jem seine Zahl klar und deutlich in seinen Augen lesen kann.
Nachdem Jem einen schlimmen Tag in der Schule erlebt hat, nimmt Spinne sie mit nach London um sie abzulenken. Ein schöner Tag, der in einer Katastrophe endet.
Jem und Spinne werden durch Städte und Orte gejagt, eine zarte Liebe erblüht, und dann trennen sich ihre Wege auf brutale Weise...

Mich hat das Buch gleich ab der ersten Seite mitgerissen. Daher dauerte es auch nur ein paar Stunden, bis ich es nachdenklich und auch traurig zuschlug.
Die Autorin hat einen flapsigen Ton in diesem Buch verarbeitet und Jem die Protagonistin spricht den Leser ab und an mit Fragen direkt an. So fühlt man sich gleich mit ihr verbunden. Die Geschichte selbst finde ich super interessant, denn obwohl es im ersten Moment vielleicht recht übersinnlich klingt, kann man sich ihre "Gabe" gut vorstellen - und alles was sie mit sich bringt. Die Geschichte um die Gabe, nämlich das Leben von Jem berührt einen tief und macht einen nachdenklich. 
Da ich vor dem lesen schon den Klappentext des zweiten Buches las, hatte ich schon eine Ahnung wie das Buch enden könnte. Dies bestätigte sich auch, dennoch ist das Ende berührend und macht ein bisschen Hoffnung und Angst - und ganz viel Lust auf den zweiten Teil...
Dies kann ich nur empfehlen.





Das Cover:
Dies ist keine Besonderheit, überzeugt aber mit seiner Schlichtheit. Der schwarze Hintergrund wird mit großen Lettern durchbrochen, in denen sich Zahlen befinden. Autorin und Zusatztitel sind in rot-pinken Buchstaben über und unter dem Hauptitel angesetzt.
Die Autorin:
Rachel Ward wurde 1964 geboren und verbrachte ihre Kindheit und Juegdn in der Grafschaft Surrey, südlich von London, Großbritannien. Sie studierte Geographie in Durham und arbeitete anschließend für die lokalen Behören, während sie ihre Kinder großzog. Im Alter von 40 Jahren begann sie, sich dem Schreiben zu widmen und veröffentlichte ihren Debütroman »Numbers« (dt. »Numbers - Den Tod im Blick«) im Januar 2009 in Großbritannien.

Weitere Bücher:

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