Freitag, 1. Februar 2013

[Rezi] Nach dem Sommer

Autor: Maggie Stiefvater
Titel: Nach dem Sommer
Genre: Fantasyroman
 Verlag: script5 (Bindlach)
 Erscheinungsjahr: 2010
Seiten: 423 S.
ISBN: 978-3-8390-0108-0

"Ich erinnere mich, wie ich im Schnee lag, ein kleines, warmes Bündel, das langsam kälter wurde."
(1. Satz)

Persönliche Zusammenfassung:
Erst wenn die Blätter von den Bäumen fallen und ein kalter Wind durch die kahlen Äste fährt, kann Grace wieder richtig durchatmen, denn sie weiß nun ist es bald soweit: Die Wölfe kommen. Hinter ihrem Haus kann sie sie sehen und wird jeden Winter aufs Neue von den magischen Augen eines bestimmten Wolfes angezogen. Als sie diese Augen plötzlich im Gesicht eines Jungen entdeckt, ist sie verwirrt. Doch beide verbindet ein unsichtbares Band und eine unbestimmte Sehnsucht und Grace kommt Sams Geheimnis auf die Spur.
Während sie versucht ihm den Wolf auszutreiben, wird es gefährlich, denn plötzlich macht die halbe Stadt jagt auf die Wölfe…

Rezension/Meinung:
Ein Buch, das nun fast seit dem Erscheinen auf meinem SuB lag. Per Zufall ausgewählt, konnte ich mich nun auch endlich für diese Geschichte begeistern.

Zu Beginn der Geschichte musste ich an manchen Stellen an „Twilight“ denken, da dies ja ebenfalls eine so mystische Geschichte ist und gewisse Parallelen durch das Thema gezogen werden können. Schnell aber lies dieser Gedanke im Hinterkopf nach und ich konnte mich beruhigt in die Geschichte fallen lassen.

Grace, die Hauptprotagonistin, wirkt unscheinbar und verbringt, wie jedes junge Mädchen, ihre Tage mit Schule, lernen und Freundinnen. In ihrer Stadt aber gibt es etwas Besonderes: Hinter ihrem Haus befindet sich ein großer Wald, denn sie nie betritt, denn vor Jahren, als dort noch eine Schaukel hing, ist an dieser Stelle ein Rudel Wölfe auf sie losgegangen. Auch wenn sie sie gebissen hatten, kam sie doch glimpflich davon. Seit diesem Tag aber verspürt sie immer wieder in sich eine Sehnsucht die unbeschreiblich ist und sie zu den Wölfen zieht.
Sam ist einer von ihnen: Im Sommer bisher ein gewöhnlicher Junge, der in einer Buchhandlung arbeitet; im Winter ein Wolf mit spitzen und gefährlichen Zähnen.
Doch der Sommer der Erzählung, verändert alles. Beide treffen aufeinander und können nicht mehr voneinander lassen. Sie erzählen die Geschichte abwechselnd aus ihrer Sicht und so bleiben Gedanken und Ängste nicht verschlossen und Leser spüren allem nach.

Was mir gut gefallen hat ist, das die Autorin jedem Kapitel eine Temperaturangabe voranstellt. So kriegt man nach und nach ein Gefühl dafür, wann sich jemand in einen Wolf verwandeln kann. Die Geschichte ist eigentlich eine Fantasiegeschichte, was aber im Rausch des Lesens total verloren geht. Denn je weiter die Geschichte und somit die zarte Liebe der Hauptfiguren, voranschreitet, desto mehr scheint es „normal“, dass sich einige der Menschen aus Mercy Flls in Wölfe verwandeln. Daher habe ich dort wohl auch wieder ab und an an die Wölfe aus Twilight denken müssen.
Doch wo Stephenie Meyer klar die Gedanken in Menschen und Tiergestalt behält, verlieren diese Wesen in Maggie Stiefvaters Buch diese Eigenschaft und sind als Wölfe nur Wesen mit einem Instinkt, dem sie nachgehen. Erinnerungen an Menschen und Freunde scheinen sie dann kaum noch zu haben.

Auch wenn Liebe dieses Buch unterstreicht, kommt es doch immer wieder vor, dass die guten Gefühle zerstört werden - was natürlich auch den Reiz ausmacht.
Plötzlich wollen die Menschen, die nichts von der Geschichte dieser besonderen Wölfe wissen, sie töten, da sie scheinbar einen der ihren getötet haben.
Grace aber stellt sich dem entgegen, denn ihre Liebe zu Sam ist unbeschreiblich. Es kommen noch mehr Hürden auf die beiden zu, denn irgendwann kann sich ein Wolf, selbst bei den wärmsten Temperaturen, nicht mehr in einen Mensch verwandeln..

Gespannt und mitgezogen verfolgt man die Geschichte des ungleichen Paares und kann nicht mehr aufhören zu lesen.
Fast am Ende ergreift einen eine Traurigkeit, die die Autorin gut rüberbringt, indem sie einen Weile nur Grace „sprechen“ lässt. Doch durch den wieder aufkommenden Wechsel der Erzählungen stielt sich nach und nach ein Lächeln auf die Lippen und da das Ende so abrupt kommt, muss man den zweiten Teil lesen.

Trotz anfänglicher Skepsis, ob dies evtl. nicht einfach ein Abklatsch schon bekannter und erwähnter Geschichte sein würde, kann ich gestehen begeistert zu sein.
Die Einfachheit in der die Geschichte erzählt wird und der leichte Schreibstil machen das Lesen leicht, ohne das man viel über das Geschriebene nachdenken muss. Erst als man die letzte Seite umschlägt, wird man von einer Gedanken- und Frageflut überschwemmt und muss sich manche Szenen immer wieder ins Gedächtnis rufen und nachspüren.

Emotional, spannend und mystisch begeistert der Beginn der Trilogie und macht eindeutig Lust auf mehr.

Die Autorin:
Maggie Stiefvater, geboren 1981, hatte glücklicherweise immer Schwierigkeiten, ihren Hang zu Tagträumereien und Selbstgesprächen mit ihren Jobs zu vereinbaren. Anstatt also als Kellnerin, Kalligraphielehrerin oder technische Redakteurin zu arbeiten, versuchte sie es mit der Kunst. Heute lebt die New York Times-Bestsellerautorin in den Bergen Virginias, ist verheiratet, hütet zwei kleine Kinder sowie zwei neurotische Hunde und hofiert eine verrückte Katze.
Homepage der Autorin: http://maggiestiefvater.com/

Weitere Bücher:
  • Rot wie das Meer (2012)
  • In deinen Augen (2012)
  • Ruht das Licht (2011) 


Quelle: Bilder und Vita von der Verlagshomepage. Video von YouTube.

1 Kommentar:

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