Mittwoch, 23. Oktober 2013

[Rezi] Die Einzige

Autor: Jessica Khoury
Titel: Die Einzige - In deinen Augen die Unendlichkeit
Originaltitel: Origin
Genre: Fantasy
Verlag: Arena (Würzburg)
 Erscheinungsjahr: 2013 (HC)
 Seiten: 440 S.
ISBN: 978-3-401-06869-5

"Man erzählt mir, dass Onkel Paolo mich am Tag meiner Geburt an seinen weißen Laborkittel drückt und flüstert: "Sie ist perfekt!""
(1. Satz)

Persönliche Zusammenfassung:
Seit Pia denken kann, lebt sie in „Little Cambridge“. Abgeschottet von der Außenwelt und ohne Wissen, was sich hinter dem hohen Zaun um den Ort herum verbirgt. Pia weiß, dass nur an diesem Ort ihre Sicherheit gegeben ist, denn als Unsterbliche würde sie von der restlichen Menschheit nur Neid und Missgunst entgegen bekommen. Dann aber trifft sie auf Eio, einem Sterblichen, der ihr zeigt, was sich in dem Wald hinter dem Zaun verbirgt. Es ist nicht nur der Ort, auch Eios blaue Augen verzaubern Pia sofort und sie weiß für ihre Zukunft gibt es nur einen Weg…

Rezension/Meinung:
"Die Einzige" konnte auf mich lange keine Wirkung ausüben und ich kam gar nicht auf die Idee dieses Buch zu lesen. Der Klappentext klang zwar „ganz interessant“, konnte mich aber nicht wirklich überzeugen.
Eine seichte Liebesgeschichte im Dschungel – naja.
Eine Freundin brachte mir dieses Buch dann mit und ich wurde in eine Geschichte hineingezogen, die sich ganz anders entfaltet, als erwartet.

Auch wenn alles auf eine Liebesgeschichte hinaus zu laufen schien, habe ich mich eher an den Beschreibungen Pias, ihrer Besonderheiten und Umgebung entlanggehangelt und so eine interessante und spannende Geschichte entdeckt.

Pia ist unsterblich und wird – auch wenn sie dies lange selbst nicht so sieht – in Little Cambridge gefangen gehalten. Fast täglich muss sie Experimente über sich ergehen lassen, aber da sie dies nicht anders gewohnt ist, macht ihr es nichts aus.
Sie selbst möchte zukünftig zu dem Wissenschaftsteam gehören, dass sie erschaffen hat und dabei sein, wenn ihr Gegenstück - ein unsterblicher Junge -  das Licht der Welt erblickt. Kurz bevor sie dies erreicht, kommt eine neue Wissenschaftlerin in das Dorf, durch die Pia eine Weltkarte in die Hände fällt. Sie muss sich eingestehen, dass sie von der Welt nichts zu wissen scheint, denn diese ist riesig.
Eines Abends schafft sie es durch ein Loch im Zaun in den Wald dahinter zu gelangen. Es dauert nur Augenblicke und ein fremder Junge steht vor ihr: Eio. Er ist ein Einheimischer und scheint mehr über Pias Leben zu wissen. Sie lauscht seinen Geschichten und folgt ihm in sein Dorf, in dem schnell klar wird, dass Pia etwas Besonderes ist - was nicht nur an ihrer Unsterblichkeit liegt.
Zurück in Little Cam vergeht sie fast vor dem Wunsch diesen Ort hinter sich zu lassen und ihr eigenes Leben zu leben. Auf der anderen Seite will sie forschen und steht kurz vor ihrem letzten Test, dessen Ergebnis sie in die Riege der Wissenschaftler aufsteigen lassen soll. Doch kommt alles anders, denn Pia soll töten. Etwas was sie nicht kann und ihre Flucht führt sie zurück zu Eio, der sich ebenfalls zu ihr hingezogen fühlt.
Pia wird von den Bewohnern Little Cams schnell aufgespürt und eingesperrt. Es scheint ausweglos, bis sie merkt, dass sie nicht alleine ist…
Aber wie soll es für Eio und Pia eine Zukunft geben? Dem unsterblichen Mädchen und dem Jungen, der eines Tages sterben wird?
Da erinnert sich Pia an Elysia, die Pflanze die ihr ihr Leben geschenkt hat, ihr aber ebenfalls den Tod bringen kann.

Wieder einmal wird der Leser bei diesem Buch etwas von dem Klappentext in die Irre geführt. Denn die so verheißungsvolle Liebesgeschichte, reißt einen nicht unbedingt vom Hocker.
Durch den Aufbau der Geschichte interessierte mich aber auch eher, wie Pia erschaffen wurde, bzw. was das Geheimnis ihrer Unsterblichkeit ist. Sicherlich wird der ein oder andere enttäuscht sein, falls er eine Romanze á la Twilight erwartet hat: eine Liebe die alle Grenzen sprengt.
Ab und an erhält man einen Hauch Sehnsucht zu spüren, aber so richtig kommt die Geschichte zwischen Pia und Eio nicht in Gang.

Die Protagonisten, auch Pia, kamen mir anfangs eher unsympathisch vor. Wie sie so überzeugt war „perfekt“ zu sein und dadurch scheinbar meinte über allem zu stehen. Dieses Gefühl konnte ich aber revidieren, denn es wird klar, dass ihr diese Meinung von den Wissenschaftlern und ihrer Mutter von klein auf eingeimpft wurde.
Erst als Pia das erste Mal nach draußen kommt, konnte ich mich komplett auf sie einlassen. Die Wissenschaftler dagegen werden ihren ersten Eindruck nicht los. Warum sagen sie nie die Wahrheit? Was bezwecken sie mit all den Experimenten? Man scheint immer mit einem Bein im Dunkeln zu stehen.
Dies aber steigert die Spannung, welche am Ende in einem rasanten Finale endet und Pias Leben komplett auf den Kopf stellt.

Teilweise wirken die Abschnitte langwierig, was zum Ende immer besser wird. Der Schreibstil ist gut und flüssig und es war interessant einmal ein Buch diesen Genres zu lesen, dass nicht die gekannten Geschichten nur in neue Worte verpackt.
Man merkt, dass die Autorin sich die Mühe gegeben hat, eine neue Welt und neue Geschichte zu erfinden und somit etwas Neues zu schaffen. Mit Elysia und deren Wirkung und Beschreibungen hat sie dies, meiner Meinung nach, auch geschafft.

Leider fehlt es an Intensität. Nach dem Lesen, hat man das Gefühl das etwas fehlt und kann es dennoch nicht so richtig greifen und benennen.
Für ein Debüt ist dieses Buch sicherlich ein guter Einstieg, und die Autorin wird sich noch darin üben können an den fehlenden, doch erhofften Details zu arbeiten.

Alles in allem ist „Die Einzige“ eine solide Geschichte, mit einem Hauch des Mystischen, und spannenden Elementen; in der aber die Liebe nur am Rand eine Rolle spielt.
Es wirkt eher wie eine Story über die Sehnsucht nach einem freien Leben.
Trotzdem sicherlich ein Buch, dass durch die vielen Elemente interessant gestaltet ist.



Das Cover:
Dieses Cover ist ganz ansprechend und verdeutlicht einige Teile der Geschichte. Wie z.B. das der Ort im Dschungel ist, wegen all der Pflanzen um das Schemen von Pia herum. In der Hand scheint die eine Elysia zu halten, was ebenfalls klar Bezug nimmt.

Die Autorin:
Jessica Khoury hat syrische und schottische Wurzeln, lebt mit ihrem Mann in Toccoa, Georgia, und studierte Englisch am dortigen College. Neben dem Schreiben trainiert sie eine Jugendfußballmannschaft. „Die Einzige. In deinen Augen die Unendlichkeit“ ist ihr Debütroman, der auf Anhieb in mehrere Sprachen übersetzt wurde.
Homepage der Autorin

Weitere Bücher:
(bisher keine weitern deutschen Veröffentlichungen)

Quelle: Vita und Bilder von der Verlagshomepage und Homepage der Autorin.


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