Dienstag, 6. August 2013

[Rezi] Der frühe Tod

Autor: Zoe Beck
Titel: Der frühe Tod
Genre: Thriller
Verlag: Bastei Lübbe (Köln)
 Erscheinungsjahr: 2011
 Seiten: 300 S.
ISBN: 978-3-404-16309-0

""Einige werden sterben", sagte sein Vater."
(1. Satz)

Persönliche Zusammenfassung:
Gerade erst hat Caitlin es geschafft einen neuen Weg in ihrem Leben einzuschlagen. Mit neuer Identität und neuem Job will sie endlich wieder glücklich werden. Die Idylle der neuen Heimat wird aber schnell getrübt, denn nur Tage nach ihrem Umzug findet sie eine Leiche - die Leiche ihres Exmannes, vor dem sie geflohen ist. Caitlin scheint die einzige Verdächtige und gerät in große Gefahr. Denn nicht nur die Polizei ist hinter ihr her...

Rezension/Meinung:
"Der frühe Tod" ist ein Thriller, der den Leser erst nach und nach für sich einnimmt, dann aber mit einer Geschichte aufwartet, die so unfassbar ist, dass man ihr fast keinen Glauben schenken möchte nur um nicht wahrhaben zu müssen, welchen Experimenten manch ein Mensch in starker Notlage ausgeliefert ist.

Der Beginn der Geschichte ist ein Rückblick, bei dem man keinerlei detaillierte Angaben bezüglich der Personen erhält und so keine Idee hat um wen es sich handelt und was die Personen mit dem Thriller zu tun haben.
Im Folgenden erlebt man fast eine ganze Woche mit Hauptblick auf zwei Protagonisten.
Dabei handelt es sich einerseits um Caitlin, die ihren Namen geändert hat, vor Freunden, Arbeit und Familie geflüchtet ist um von ihrem herrischen Alkoholkranken Mann zu entkommen. Das sie gerade ihn nur Tage nach ihrem Umzug wieder trifft zieht böse Folgen mit sich nach, denn sie findet ihn Tod im Gebüsch. Zwar kann er ihr nun nichts mehr tun, aber nun ist irgendwer anders hinter ihr her. Mehrmals muss sie versuchen sich selbst aus misslichen Lagen zu retten und weiß doch nicht warum. Schnell aber wird klar, dass ihr Exmann etwas damit zu tun hat. Denn scheinbar hat sie nicht einmal eine Ahnung davon gehabt, was er wirklich in seinem Leben getan hat. In seiner Arbeit hat er gefährliche Machenschaften aufgedeckt und die Täter, die ihn dann ermordet haben, gehen davon aus, dass auch Caitlin etwas weiß. Nicht nur das sie in der Stiftung angeheuert hat, die mit in alles verwickelt sind, plötzlich ist sie im Besitz von einer CD-Rom, die eindeutige Beweise mit sich bringt.

Andererseits hat man einen Blick auf Ben, ein Journalist, der durch ein anonymes Fax darauf aufmerksam wird, dass in der ansässigen Stiftung, die sich um Jugendliche kümmert, etwas nicht mit rechten dingen zugeht. Mehrere betreute Kinder sind gestorben, dies aber auf ungewöhnliche Weise. Ben macht sich daran und fängt an zu recherchieren. Er sucht den Kontakt zu den Hinterbliebenen der Kinder und er braucht nicht lange um zu begreifen, dass sie nach dem Tod des jeweiligen zu Geld gekommen sind. An den Jugendlichen wurden Medikamente getestet. Tests die gründlich schief gelaufen sind und nun versucht nicht nur die Stiftung dies zu vertuschen. Da gerät auch Ben in Gefahr, denn er möchte die Machenschaften öffentlich machen.

Die beiden Protagonisten, deren Geschichten unabhängig voneinander beginnen, verbindet im Laufe immer mehr. Beide decken sie immer mehr von den fiesen Machenschaften der Stiftung und einer Medikamentenfirma auf. Bis Ben und Caitlin aufeinander treffen und sich gegenseitig helfen müssen...

Zoe Beck hat hier wieder einmal einen spannenden Thriller geschrieben, der Leser mit sich zieht und ein empfindsames Thema anspricht, welches sie spannend und überraschend verpackt hat.
Besonders gut gefallen hat mir, dass sie die verschiedenen Blickwinkel nicht nur durch den Schreibstil stark abgrenzt, sondern auch noch im Schriftbild klar ändert. 
Das Einstreuen der wenigen Abschnitte bzgl. die Täter und Opfer, rundet das Gesamtbild gut ab.
Auch das hier nicht eine Liebesgeschichte reingeredet wird, gefällt gut, denn so wirkt alles viel nachvollziehbarer und es entsteht nun mal nicht durch jedes Erlebnis eine "tiefere" Verbindung.

Lediglich unpassend fand ich, dass Caitlin so oft fliehen konnte und noch mit so vielen Verletzungen immer wieder einen Ausweg fand.

Ein spannender Thriller, der wieder einmal einen skeptischen Blick auf die Medikamentenindustrie wirft und aufzeigt welche Dinge hinter unserem Rücken ablaufen, nur um ein Massenprodukt an die Menschen zu verteilen, dass fragliche Ergebnisse hervorruft.


Cover/Titel:
Der Titel lässt sich lange nicht genau zuordnen, denn man erwartet immer jemanden der einfach nur zu früh gestorben ist. Im Endeffekt meine ich das dass "frühe" sich auf die Jugendlichen bezieht und somit klar passt. Das Cover ähnelt denen der anderen Titel der Autorin des Verlags, hat aber keine besondere Verbindung.

Die Autorin:
Zoë Beck, geboren 1975, wuchs zweisprachig auf und pendelt zwischen Großbritannien und Deutschland. Ihre große Liebe neben der Literatur ist die Musik: Mit drei Jahren begann sie, Klavier zu spielen, gewann bald darauf diverse Wettbewerbe und gab zahlreiche Konzert. Heute arbeitet sie als freie Autorin, Redakteurin und Übersetzerin und nimmt ihr allererstes Klavier immer noch bei jedem Umzug mit.

Quelle: Bilder und Vita von der Verlagshomepage.

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