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[Rezi] Die Nacht der Raben

Autor: Ann Cleves
Titel: Die Nacht der Raben
Originaltitel: Raven Black
Genre: Kriminalroman
Verlag: rororo (Reinbek bei Hamburg)
 Erscheinungsjahr: 2007
 Seiten: 426 S.
ISBN: 978-3-499-24477-3

"Es war zwanzig nach eins am Neujahrsmorgen."
(1. Satz)

Persönliche Zusammenfassung:
Catherine und Sally treffen eines nachts auf den Dorfaußenseiter Magnus Tait. Kurz darauf wird eines der Mädchen tot aufgefunden und für die Anwohner des Ortes ist klar, dass Tait der Mörder sein muss. Schon einmal wurde er beschuldigt, ein junges Mädchen entführt und getötet zu haben - nachgewiesen werden konnte ihm jedoch nichts. Doch schon bald verschwindet ein weiteres Mädchen und es wird klar, dass die Gehemnisse des Dorfes noch viel tiefer als unter all dem Schnee begraben liegen...

Rezension/Meinung:
"Die Nacht der Raben" stand bei mir schon eine Weile im Regal. Während des Durchsehens meines Regals bin ich darauf wieder aufmerksam geworden und wollte auch mal einem älteren Buch wieder eine Chance geben. 
Damit habe ich die Tür zu einem Ort aufgetoßen, der viele Geheimnisse bereithält und an dem nichts ist wie es scheint.

Gleich am Anfang begegnet man den drei Hauptprotagonisten Magnus Tait, Catherine Ross und Sally Henry. Unbedarft und betrunken kommen die beiden jungen Mädchen  von einer Party und machen sich übermütig daran das Grundstück von Tait zu betreten. Tait, der schon seit Jahren als Außenseiter behandelt wird, kaum mit jemandem spricht und dem ein Mord zur Last gelegt wird.
Die beiden Mädchen aber blenden die Gefahr aus und machen sich auf ein Abenteuer gefasst.
Durch den Schreibstil merkt man schnell, dass auch Tait weiß, dass er bei den Einwohner alles andere als beliebt ist - gleichzeitig merkt man auch, dass er selbst in der Vergangemheit hängen geblieben, bzw. verwirrt ist.
Schon einige Tage später kann man verfolgen, wie Tait wieder auf Cathrine trifft und die beiden sich gut verstehen und Catherines Neugier auf Magnus steigt und sich gut mit ihrem Vorhaben einen Film zu drehen vereinbaren lässt.
Nach dieser Szenerie erlebt man einen Sprung zu anderen Protagonisten, die eher am Rand laufen und auf die nicht zu intensiv eingegangen wird.
Die Schlüsselszene folgt sogleich, denn Catherine wird tot aufgefunden.
Durch die Beschreibungen von Magnus Tait, seinen Eigenarten und den vorangegangenen Erlebnissen ist dem Leser schon gleich klar, wer der Täter ist. Dies wird auch während der ganzen Geschichte immer wieder durch die Einfügungen der Vergangenheit und den Bezug auf die Raben Taits weitergeführt. 
Nebenbei verfolgt man, wie die Polizei verschienste Leute verhört, selbst aber immer merkt, dass niemand außer Tait wirklich verdächtig ist.
Die Wahrheit in dieser Geschichte aber ist eine ganz andere. Menschen die harmlos erscheinen zeigen nach und nach ihr wahres Gesicht und das Ende wartet mit einer Überraschung auf, die das ganze Buch auf den Kopf gestellt hat.

Ein fesselnder und spannender Kriminalroman, der die Tiefen der Seele offenbart und beweist, dass niemand jemanden verurteilen kann ohne konkrete Beweise zu haben.

Überzeugend flüssig lässt sich die Geschichte dank des Schreibstils lesen, wobei ich eine bessere Abtrennung, vielleicht durch einen anderen Schreibstil oder andere Kapitelnenneungen, gut gefunden hätte.

Ein Krimi für zwischendurch, der von Freundschaft, Feindschaft, Eifersucht und Einsamkeit erzählt und den Leser das Schlagen von Rabenflügeln vernehmen lässt.


Cover/Titel:
Das Cover gefällt mir sehr gut, denn es spiegelt einiges aus der Geschichte wieder. Im oberen Drittel kann man einen schneebedeckten Weg sehen, der an den Ort des Geschehens erinnert, darunter erkennt man die Schemen von Raben, die sich fühlbar - genau wie Titel und Name - von dem Cover abheben. Der Titel passt ganz gut, betitelt damit aber eher die Verwirrtheit bzw. Eigenarten Taits.

Die Autorin:
Ann Cleeves, geboren in Herefordshire, arbeitete als Zwanzigjährige zwei Jahre lang als Köchin auf Fair Isle. Heute lebt sie mit ihrer Familie in West Yorkshire und ist Mitglied des «Murder Squad», eines illustren Krimi-Zirkels. Für «Die Nacht der Raben» wurde sie 2006 mit der weltweit wichtigsten Auszeichnung der Kriminal-Literatur ausgezeichnet – dem «Duncan Lawrie Dagger Award».

Weitere Bücher:
  • Das letzte Wort (2012)
  • Sturmwarnung (2012)
  • Opferschuld (2011)
  • Seelentod (2011)
  • Totenblüte (2010)
  • Im kalten Licht des Frühlings (2010)
  • Der längste Tag (2008)
  • ...
Quelle: Bilder und Vita von der Verlagshomepage

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