Donnerstag, 20. Dezember 2012

[Rezi] Der Seelensammler

Autor: Donato Carrisi
Titel: Der Seelensammler
Originaltitel: Il tribunale delle anime
Genre: Thriller
Verlag: Piper (München)
Erscheinungsjahr: 2012 
Seiten: 496 S.
ISBN: 978-3-4922-7386-2

"Der Tote schlug die Augen auf."
(1. Satz)

Persönliche Zusammenfassung:
Sie wird zu einem Einsatz gerufen, soll einem fast Toten das Leben retten und muss feststellen, dass er für das Verschwinden ihrer Schwester verantwortlich zu sein scheint.
Er ermittelt und löst Fälle, aber seine eigene Vergangenheit hat er verloren.
Sie liebt und trauert, denn ihr Mann starb unter mysteriösen Umständen und plötzlich schwebt sie selbst in Gefahr.
Geschichten die so gar nichts miteinander zu tun haben scheinen und plötzlich nach und nach ihre Wege kreuzen.

Rezension/Meinung:
Ich muss gleich zu Anfang gestehen, dass mich das Buch sehr verwirrt hat. Nicht das ich nicht mehr hinterher kam, was all die verschiedenen Handlungen betrifft, aber es waren mir am Ende nicht alle Verbindungen schlüssig.
Mir gefällt es immer sehr gut, wenn, wie in diesem Buch scheinbar parallele Geschichten laufen, die am Ende einen gemeinsamen Nenner finden. Hier gab es den leider nicht wie erwartet bzw. zu meiner Zufriedenheit.

Die Handlungen scheinen keinerlei offensichtliche Verbindungen zu haben: Es gibt die Perspektive, die auf den scheinbaren Serienmörder blickt und seine Taten als Entführer beschreibt, dann aber in die Sichtweise von Marcus schwingt, der sich nicht mehr an sein Leben erinnern kann, aber die schwierigsten Fälle zu lösen scheint.
Dieser macht sich auch auf die Suche nach dem letzten entführten Mädchen und versucht die Taten des kommatösen Entführers glimpflich ausgehen zu lassen.

Gleichzeitig muss Polizeifortograf Sandra immer noch schweren Herzens damit klar kommen, das ihr Mann gestoben ist. Noch immer klammert sie sich an die letzte Nachricht, die er ihr auf die Mailbox gesprochen hat. Als sie seine alte Kamera findet und darauf noch Bilder entdeckt, glaubt sie an Hinweise, die er ihr hinterlassen hat und der Glaube an einen Unfalltod ist schnell dahin.
Sie fängt selbst an zu ermitteln und stößt auf einen Beamten, der ihr Fragen stellt, die ihren Mann betreffen und sie ebenso anzieht.
Schnell gerät sie in das Visier von Gegnern, die versuchen ihre Suche zu beenden. Zudem entdeckt sie den geheimen Order der Pönitentiare, was heimliche Gehilfen der Ermittler sind, die aber kein anderes Leben haben, als die Suche nach Verbrechern.

Neben diesen Szenen springt man immer wieder in der Zeit zurück und erliest Abschnitte die teilweise sehr verwirrend sind, da sie völlig aus dem Zusammenhang gerissen zu sein scheinen.
Aber genau diese Szenen, zum Ende hin, haben sich in mein Gedächtnis gebrannt.
Einige Szenen beschreiben Pripyatt, die Stadt in der das Unglück Tschernobyls passiert ist. An diesen Stellen beschreibt der Autor die Umgebung und das Geschehen so intensiv, dass mir Gänsehaut über den Rücken gelaufen ist.
Da ich selbst all die Bilder kenne und mich sehr mit diesem Thema beschäftigt habe, konnte ich bei jeder Beschreibung die Dinge vor mir sehen: das Riesenrad, Reactor 4 und all die fluchtartig verlassenen Gebäude…
Diese Abschnitte haben mich dann so sehr aus der, von dem Autor beabsichtigten, Verwirrung geholt, dass ich nicht mehr aufhören konnte zu lesen.

Der Thriller findet ein Ende in allen Teilen, dass spannend und mehr als unerwartet daher kommt, aber dennoch einige Fragen offen lässt.
Da dies mein erster Roman des Autors war, hoffe ich darauf, dass sein anderes Buch – sein Debüt – mehr von eindrucksvollen Bildern hinterlässt und nicht zu viele verschiedene Elemente einfließen lässt, wie es hier der Fall war.


Der Autor:
Donato Carrisi, geboren 1973 in einem Dorf in Apulien, lebt in Rom. Er studierte Jura und spezialisierte sich in Kriminologie und Verhaltensforschung. Nach einer kurzen Tätigkeit als Anwalt arbeitet er heute als Drehbuchautor für Kino und Fernsehen.
Homepage des Autors: http://www.donatocarrisi.it/

Weitere Bücher:
  • Der Todesflüsterer (2010)
Quelle: Bild des Autors aus einer ital. Zeitung über Google. Vita und Bild des Buches von der Verlagshomepage.

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