Donnerstag, 29. November 2012

[Rezi] Im Visier des Todes

Autor: Olga A. Krouk
Titel: Im Visier des Todes
Genre: Roman
Verlag: Egmont Lyx (Köln)
Erscheinungsjahr: 2012
Seiten: 340 S.
ISBN: 978-3-8025-8640-8

""Zeig mir, dass du noch leidest.""
(1. Satz)

Persönliche Zusammenfassung:
Leah ist entsetzt: Ihre Schwester Céline ist umgebracht worden und der Täter konnte bisher nicht gefasst werden. Auf der Trauerfeier ihrer Schwester begegnet sie einem Fremden, von dem sie sich gleich angezogen fühlt, der aber scheinbar etwas verbirgt.
Um mehr über die Vergangenheit Célines herauszufinden und ihren Mörder zu finden, macht sie sich auf eigene Faust auf die Suche und begegnet dem Unbekannten wieder, der sie schon auf der Beerdigung fasziniert hat. Kannte er Céline? Was verheimlicht er? Als weitere Models sterben und Leahs Mutter im Haus überfallen wird, muss Leah sich eingestehen, das der Mörder ihr immer näher kommt.

Rezension/Meinung:
Auf „Im Visier des Todes“ muss man sich einlassen. Hat man zuvor ein Buch gelesen, das einer flapsigen Jugendsprachen nachempfunden wurde, sollte man einen Moment ruhen lassen und erst dann mit diesem Buch beginnen.
Olga Krouk spielt mit den Worten und der Sprache und wenn man sich nicht gleich am Anfang komplett auf die Geschichte einlassen kann, verliert man leicht den Faden.
Die Worte die auf einen einprasseln, wirken im ersten Kapitel scheinbar wahllos, vielleicht auch etwas zerstreut ob ihrer Brutalität, aber ziehen den Leser mit sich.
Die Geschichte beginnt gleich mit dem Mord und zuerst erhält man weder Erklärungen wer die Personen sind, über wen geschrieben wird, noch was sie zu dem gemacht hat wer sie sind oder was zu der Situation geführt hat.

Zum nächsten Kapitel gibt es daher einen Schnitt. Dort begegnet man Leah, der Schwester der Toten Céline und erfährt ein paar Details der beider Leben.
Man kann sich ab da an auch gut in die Geschichte fühlen und begegnet den Figuren überwiegend unvoreingenommen. Dennoch hält man einen gewissen Abstand, da man die Personen nicht kennt. Zudem wird man schnell auf die Probe gestellt, denn die Mutter scheint nicht einmal um das tote Mädchen zu trauern, sondern sucht nur Leahs Nähe, die sich bedrängt fühlt und versucht Abstand zu halten.
Als sie auf den attraktiven Mann in ihrem Garten trifft, der auf einem Baum seine Einsamkeit sucht, fühlt sie sich gleich zu ihm hingeszogen. Dabei umgibt ihn eine mysteriöse Aura, denn er gibt nicht viel von sich preis.

Im Laufe der Geschichte begegnet man ihm an dem Ort wieder, zu dem Leahs Spuren auf der Suche nach dem Mörder führen.
Zwischen den beiden entspannt sich eine tiefe Liebe, die aber beide – trotz intensiver Sehnsucht – versuchen immer wieder zu beenden. Man scheint fast zu verzweifeln, da die beiden scheinbar wie füreinander bestimmt sind. Doch sind es beide Vergangenheiten, die schlimmes enthalten und sie immer wieder voneinander trennen.

Die Sichtweise wechselt von Blicken auf Leah und Kay auch ab und an zu einer unbekannten Person. Diese stellt ihre Sehnsucht und Taten in den Vordergrund und beschreibt was sie tut.
Auch wenn die Geschichte eher seicht und bedrückend beginnt, einen Hauch Lust mit einfließen lässt und ein scheinbar klares Ende zu haben scheint, ist dieses alles andere als klar und steigert sich in ein spannendes und überraschendes Finale.

Olga Krouk schafft es Protagonisten einfliessen zu lassen, denen man schnell ein Etikett anhängt, die dann aber doch eine ganz andere Rolle spielen und man somit die Sichtweise auf die Geschenisse immer wieder anpassen muss.
Was schade ist, dass nicht ganz geklärt wird, was mit den meisten Protagonisten am Ende passiert. Nach dem aufregenden Finale gibt es noch einen Abspann, der diese Fragen offen lässt, auch wenn man sicherlich am meißten daran interessiert ist, was mit den Hauptpersonen passiert.
Eine gute Mischung aus Thriller, Familiengeschichte, Erotik und zwei Vergangenheiten, die zu einer Zukunft werden.

Hier gibt es das Buch.

Die Autorin:
Olga A. Krouk wurde 1981 in Moskau geboren, bezeichnet aber Sankt-Petersburg als ihre Heimatstadt. In der Schule und später auf dem College hat sie die deutsche Sprache gelernt. 2001 zog sie nach Deutschland, wo sie zur Zeit mit ihrem Mann in Schleswig-Holstein lebt.
Homepage der Autorin: http://www.olgakrouk.de/

Weitere Bücher:
  • Der Tag, am dem meine Schwester zum Dämon wurde (2012)
  • Hexenseelen (2010)
  • Nachtseelen (2010)
  • Schattenseelen (2010) 
Quelle: Vita und Bild der Autorin von amazon. Cover vom Verlag.

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