Donnerstag, 12. Juli 2012

[Rezi] Ewig Dein

Autor: Daniel Glattauer
Titel: Ewig Dein
Genre: Roman
Verlag: Deuticke (Wien)
Erscheinungsjahr: 2012
Seiten: 208 S.
ISBN: 978-3552061811

"Als er in ihr Leben trat, verspürte Judith einen stechenden Schmerz, der gleich wieder nachließ."
(1. Satz)

Rezension:
Es ist ein zufälliges Treffen in einem Supermarkt: Hannes fährt Judith mit seinem Einkaufswagen in die Hacken und kurz darauf taucht er bei ihrer Arbeit auf. 
Zu Beginn ist Judith geschmeichelt von seinem Interesse und lässt sich auf eine Beziehung zu ihm ein. Als ihr aber immer deutlicher klar wird, dass ihr alles viel zu schnell geht und sie sich ihrer Gefühle nicht sicher sein kann, beendet sie die Beziehung. Hannes aber will das nicht akzeptieren und scheint ihr nachzustellen. Er wickelt ihre Freunde und Familie ein, die allesamt zu ihm halten, bis Judith am Ende keinen klaren Gedanken mehr fassen kann und sich ganz alleine fühlt – genauso wie Hannes es haben will.. 

Daniel Glattauer schaffte es bisher immer wieder mich mit seinen Büchern einzufangen. 
Am bekanntesten ist sein Buch „Gut gegen Nordwind“, das einem das Herz aufgehen lässt. 
„Ewig Dein“ aber löst in dem Leser ein ganz anderes Gefühl aus. Am Anfang der Geschichte scheinen es Zufälle zu sein, die die beiden Protagonisten zueinander führen und man ist sich sicher, dass es das Schicksal gut mit ihnen meint. Doch nach und nach wird klar, dass an dieser scheinbar harmonischen Beziehung etwas nicht stimmt. Schnell wird aus Freude Beklemmung. 
Auch wenn es einen Moment dauert bis man sich an die Sprachgewandtheit Judiths gewöhnt hat, kann man ihre Gefühle und Gedanken, die aus ihrer Sicht beschrieben werden, nachfühlen. 
Die Beklemmung als ihr klar wird, das Hannes gleich aufs Ganze geht; wie er sie nicht mehr gehen lassen will und ihr keiner mehr zu glauben scheint. 
Glattauer hat es geschafft den Leser lange an der Nase herumzuführen, denn der Leser ist sich sicher, das Judith nach und nach schlicht verrückt zu werden scheint – was sie ebenfalls so empfindet. 
Nach schwachen Momenten und einer Zeit in der man glaubt Judith aufgeben zu müssen beweist sie noch einmal eine besondere Stärke und weist allen den Weg zur Wahrheit. 
Eine bedrückende Geschichte über Stalking und dessen Ausmaße, die unheimliche Formen annehmen können. 
Betroffene werden sich in diesem Buch wiederfinden, denn Daniel Glattauer führt vieles an was es nur noch schwerer macht sich einer solchen Situation zu stellen. 
Dies ist aber ebenfalls ein Buch, das Mut macht und Klarheit verschafft; das aufzeigt, wie wichtig es ist, nicht alleine da zu stehen und das jeder auch noch so starke Mensch eine noch stärkere, helfende Hand braucht. 
Eine zwar kurze, aber mit nicht zu vielen Abschweifungen gefüllte Geschichte, die einen auch nach dem letzten Wort noch eine Weile verfolgt…


Der Autor:
Daniel Glattauer, geb. 1960 in Wien, ist seit 1985 als Journalist und Autor tätig und schreibt für die Tageszeitung Der Standard.  

Weitere Bücher:

Kommentare:

  1. Mensch, warum habe ich von dem Buch denn noch nichts gehört?! Was ist denn da los, dabei lese ich Daniel Glattauer doch so gerne!
    Sehr schöne Rezi, das Buch werde ich mir auf jeden Fall zulegen! :)

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  2. Super toll beschrieben. Ich habe es auch gelesen und fand es ebenfalls so nachebbend wie du.

    Ich war auch auf seiner Lesung zu genau diesem Buch und es von ihm selber vorgelesen zu bekommen ist nochmal etwas was mich an dieses Buch gefesselt hat.

    Ich habe von der Lesung die Bilder in meinen Header eingearbeitet, weil ich so begeistert war.

    Lieben Gruss, Iris

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  3. Schöne Rezi! :)
    Werde ich wohl auch mal lesen... und irgendwie sieht die Türklinke auf deinem Coverbild oben voll 3D aus *lach*

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  4. Ich habe das Buch ähnlich empfunden... war schön für zwischendurch und zum Schluß hat die Geschichte noch einmal ordentlich Fahrt aufgenommen :D LG Katja Kaddel Peters (FB)

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