[Rezi] #26/2018 - 6 Uhr 41

Autor: Jean-Philippe Blondel
Titel: 6 Uhr 41
Originaltitel: 06 H 41
Genre: Roman
Verlag: Goldmann (München)
Erschienen:
03/2016
Seiten: 192
ISBN: 978-3-442-48374-7

"Ich hätte den Zug um 7 Uhr 50 nehmen können - oder sogar den um 8 Uhr 53."
(1. Satz)

Persönliche Zusammenfassung:
Wenn du morgens zur Arbeit einen Zug besteigst, hoffst du darauf ohne große Aufmerksamkeit die Fahrt hinter dich zu bringen. So sieht es auch Cécile, die an diesem Morgen ausnahmsweise den 6 Uhr  41 Zug nach Paris nimmt. Auf der Fahrt aber setzt sich jemand neben sie, den sie schon lange nicht mehr gesehen hat. Philippe und sie waren vor fast dreißig Jahren ein Paar, deren Beziehung unschön endete. Beide erkennen sich, geben dies aber dem anderen gegenüber zunächst nicht preis. Dafür schwelgen beide in Erinnerungen – guten und schlechten, bis es Zeit ist sich der Vergangenheit zu stellen...

Rezension/Meinung:
Der Klappentext dieser Geschichte klang sehr interessant und ich musste nicht lange überlegen ob ich sie lesen wollen würde. Doch hat mich etwas Anderes erwartet, als das es der Klappentext vermuten ließ.
Man begegnet den zwei Hauptprotagonisten noch bevor sie in den besagten Zug steigen und erfährt einiges über deren jetziges Leben. Beide versprühen eine gewisse Unzufriedenheit und es scheint nicht alles so zu sein, wie sie es sich einst vorgestellt haben. Als sich Philippe neben Cécile setzt werden beide an ihre Vergangenheit und ihre letzten gemeinsamen Momente erinnert und der Leser wird in der Zeit zurückversetzt.
Der Autor arbeitet sich geschickt zurück in die Vergangenheit der beiden Personen und nach und nach wird vor dem Leser ausgebreitet was die beiden miteinander verbunden hat und was zum Bruch geführt hat. Man spürt die Abwehr und gleichzeitige Sehnsucht danach sich zu versöhnen.

Blondel nutzt eine leichte und flüssige Schreibsprache, aus der man aber trotz der Übersetzung immer wieder einen französischen Unterton wahrnimmt.
Die Erzählung springt zwischen den beiden Protagonisten hin und her und so teilen sie abwechselnd, und manchmal auch etwas unübersichtlich, ihre Geschichte mit.
Als Leser wartet man gespannt darauf, dass sich etwas tut und man fiebert auf die Auflösung zu; leider konnte mich diese nicht wirklich glücklich machen, da das Ende kein ein Ende ist. Man weiß nicht wo das Zusammentreffen hinführt und das hat mich leider enttäuscht zurückgelassen.

Dennoch ist die Geschichte bis dahin eine sehr schöne, denn man erfährt das sich Menschen ganz anders entwickeln können, als man dies zunächst erwartet und man aus Fehlern doch so einiges lernen kann.

Eine schöne Erzählung und eine emotionale Reise in die Vergangenheit und zu sich selbst. Mit einem, für mich, unbefriedigendem Ende oder Anfang.


Der Autor:
© Cédric Loison
Jean-Philippe Blondel wurde 1964 im französischen Troyes geboren, wo er heute auch als Autor und Englischlehrer mit seiner Familie lebt.

Weitere Titel:

Quelle: Bilder und Vita von der Verlagshomepage.

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