Montag, 6. Mai 2013

[Rezi] Dein totes Mädchen

Autor: Alex Berg
Titel: Dein totes Mädchen
Genre: Roman
Verlag: Knaur (München)
 Erscheinungsjahr: 2013
Seiten: 342 S.
ISBN: 978-3-426-51345-3

"Ein langgezogener Schrei voller Wehmut hallte über den See und verlor sich in der eisigen Kälte."
(1. Satz)

Persönliche Zusammenfassung:
Tief in den verschneiten Wäldern Schwedens findet Caroline einen Ort, an den sie sich zurückziehen kann. Gerade erst musste sie ihre Tochter beerdigen und ihr Leben hat somit eine harte Wendung genommen. Für sie scheint es keinen anderen Ausweg zu geben, als wieder an den Ort zurückzukehren, an dem sie ihre Kindheit und Jugend verbracht hat. Doch auch dieser Ort verbirgt einige Geister der Vergangenheit – nicht nur für sie. 
Und mit ihrer Rückkehr beginnt ein gefährliches, altes Spiel, das Verzweiflung und Sehnsüchte wieder neu erweckt….









Rezension/Meinung:
Alex Berg hat mich schon mit „Die Marionette“ in den Bann ihres Schreibstils gezogen, hier hat sie dies wiederholt. Wieder führt sie den Leser aus Deutschland hinaus in ein anderes Land und beschreibt den Ort des Geschehens so, dass man ihn sich gut vorstellen kann.
Die Geschichte ist fesselnd und bedrückend zugleich.

Zu Anfang wird man direkt mit der Verzweiflung Carolines konfrontiert, die in tiefer Trauer über den Tod ihrer Tochter Lianne steckt. Die alte Heimat scheint der einzige Ort an den sie kann, denn hier findet sie keinerlei Erinnerungen an das Mädchen und sie kann vergessen.
Über die Geschehnisse die zu dem Tod geführt haben erfährt man nicht viel und bleibt somit auch an der Geschichte hängen um dies zu erfahren.
Gleichzeitig begegnet man dem Kommissar Ulf und kann sich erst einmal nicht vorstellen, was dieser überhaupt mit dem Fall zu tun hat.
Der Szenenwechsel zieht auch gleich einen Stimmungswechsel mit sich und man merkt schnell, dass der Kommissar alles andere als leicht zu handhaben ist. Durch einen Zufall hält er einen Ausdruck in der Hand, der ihn dann völlig aus der Bahn wirft und langsam bekommt der Leser eine Ahnung, dass die beiden Figuren doch etwas mehr verbinden muss.
Caroline und Ulf treffen daraufhin nach einigem Hin und Her aufeinander und es wird klar das zwischen den beiden in der Jugend einiges passiert ist.

Man verfängt sich immer mehr in der Geschichte und ahnt schon das noch mehr kommen wird. Plötzlich ist klar, Lianne war ihr gemeinsames Kind und hinter Carolines Flucht steckt mehr als der Tod des Kindes und die bevorstehende Hochzeit mit einem anderen Mann.
Immer mehr wird man angezogen von den Ereignissen, lernt Freunde der beiden kennen und bemerkt, dass diese Beziehung alles andere als leicht ist und nicht einfach wieder da weiter gehen kann, wo sie geendet hat.
Auch wird deutlich, das Caroline etwas verheimlicht und es überrascht als man hinter die Wahrheit blickt.

Dieser Roman hat mir sehr gut gefallen, denn neben den Elementen einer alten Beziehung und der Verarbeitung von Trauer, trifft man auf Menschen, die ihre Gefühle nur schwer zügeln können und jeder für sich schon ein Vulkan kurz vor dem Ausbruch zu sein scheint.
Nebenbei stellt man sich viele Fragen, denn die Handlungen, die Caroline begangen hat, sind einerseits nachvollziehbar, andererseits nicht zulässig. Wie würde man selbst in einem solchen Fall handeln? Wäre man selbst wieder zurück an den Ort gegangen der einem schon einmal solchen Schmerz bereitete?
Ein vielschichtiger Roman, der sicherlich jeden berührt – wenn auch auf die ein oder andere Weise. Ein Thema, das nicht einfach abzuhaken ist und immer wieder aufwühlt.

Der Schreibstil ist flüssig und bereitet keinerlei Probleme. Teilweise wechseln die Szenen öfters, aber durch die Unterteilung ist auch dies nachvollziehbar.
Was vielleicht bei manch einem Leser für Schwierigkeiten sorgen könnte, ist erst einmal hinzubekommen, wie die vier Jugendfreunde miteinander in den verschiedensten Beziehungen zueinander stehen. Aber auch dies lässt sich im Laufe der Geschichte gut verstehen.

Ein Buch das man nach der letzten Seite schließt und das einen angestrahlt von der Sonne mit dem Blick auf glitzernden Schnee mit dem Gefühl zurück lässt, dass es trotz allem ein gutes Ende gefunden hat.


Cover/Titel:
Das Cover gefällt mir sehr gut, denn an sich ist der Hintergrund schlicht mit seinen Bäumen und Vögeln, vermittelt aber einen Eindruck von Kälte, die man auf den Ort des Geschehens oder die Stimmung in der Geschichte projezieren kann. Der Titel passt gut, da das "Dein" zu erklären ein wichtiger Teil der Geschichte ist.

Die Autorin:
Alex Berg, geboren 1963, hat viele Jahre als freie Journalistin für norddeutsche Tageszeitungen geschrieben, bevor sie ihre ersten Spannungsromane verfasste. Ihre politisch brisanten Thriller "Machtlos" und „Die Marionette“ um die Hamburger Staatsanwältin Valerie Weymann und den BND-Agenten Eric Mayer haben die Leser im Sturm erobert. Hinter dem Pseudonym Alex Berg verbirgt sich die Autorin Stefanie Baumm.
Homepage der Autorin: http://www.alexberg.de/Start.html

Weitere Titel:
Quelle: Vita und Cover von der Verlagshomepage. Bild der Autorin von Google.

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