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[Rezi] Ich bin der Herr deiner Angst

Autor: Stephan M. Rother
Titel: Ich bin der Herr deiner Angst
Genre: Thriller
Verlag: rororo (Reinbek bei Hamburg)
 Erscheinungsjahr: 2012
Seiten: 576 S.
ISBN: 978-3-499-25869-5

"Die Augen sind unsichtbar, Schatten inmitten von Schatten."
(1. Satz)

Persönliche Zusammenfassung:
Jörg Albrecht und Hanna Friedrichs müssen zu einem Einsatz im Hamburger Rotlichtviertel. Die beiden sind viel gewohnt, doch der Anblick des Toten verschlägt ihnen erst einmal die Sprache. Vor ihnen, misshandelt und verstümmelt, liegt kein Fremder, sondern ein Kollege von ihnen. Als kurz darauf ein weiteres Teammitglied verschwindet, ist klar, dass es jemand auf die Polzisten abgesehen hat. Gleichzeitig werden Parallelen zu einem alten Fall immer deutlicher und die Angst geht im Kommissarit um…

Rezension/Meinung:
Mit „Ich bin der Herr deiner Angst“, gibt der Autor ein klares Zeichen in die richtige Richtung. Denn mit diesem Thriller hat er ein neues deutsches Ermittlerduo erschaffen, dass einem neben Sympathie auch jeweils eigene Lebensgeschichte mitbringt. 

Die beiden Ermittler Jörg Albrecht und Hanna Friedrichs erhalten jeweils ihren eigenen erzählenden Teil und scheuen nicht dafür zurück auch ihre Lebensumstände und Vergangenheit vor dem Leser auszubreiten. 
Friedrichs wirkt ruhig, aber auch gefangen in einer Beziehung, die lange nicht das Wahre zu sein scheint. Ihr Freund scheint sie regelmäßig zu betrügen und da verwehrt sie es sich selbst nicht auch einmal einen Seitensprung zu wagen. Dieses Wagnis zieht sie aber in einen Strudel, der nicht ohne Folgen bleibt. 

Denn während sie versuchen den Mörder ihres Kollegen zu finden, wird klar, dass dieser Fall einiges mit der Vergangenheit zu tun hat. Der Täter wird immer grausamer und spielt mit seinen Opfern immer mehr Katz und Maus. Er fügt ihnen Schmerzen zu und quält sie mit ihrer jeweilig größten Angst. 
Die Hinweise deuten auf den „Traumfänger“, einem Mörder, der fast dreißig Jahre zuvor, ebenfalls solche Taten – wenn auch harmloser – begangen hat. Doch sitzt der Mörder von damals, der selbst Psychologe war, schon lange in einer Sicherungsanstalt. 

Albrecht und Friedrichs wissen, dass ihnen nichts anderes übrig bleibt, als Gespräche mit damaligen Beteiligten zu führen. Während Friedrichs nach Spuren sucht und alte Bekannt aufstöbert, macht sich Albrecht auf dem Weg zum Traumfänger. Dieser aber spielt mit ihm und dringt in sein Bewusstsein. 
Als Hanna verschwindet ist klar, dass er irgendetwas mit dem Fall zu tun haben muss. Nur wie, denn Kontakt nach außen hat er nicht?! 

Eine Jagd nach einem grausamen Mörder beginnt und während Hanna den wahren Mörder zu kennen scheint, muss sie feststellen, dass dies der Wahrheit entspricht, aber ganz anders als gedacht. 

Der erste Fall des Ermittlerteams hat mir gut gefallen. Die verschiedenen, angepassten Blickwinkel geben dem ganzen Buch eine spannende Aura, die sich von Seite zu Seite steigert. Oftmals schafft es der Autor den Leser auf den Holzweg zu schicken um ihn dann durch einen unvorhersehbaren Schlenker wieder auf die richtige Fährte zu bringen. 
Albrecht und Friedrichs sind gut beschrieben und die beiden Charaktere sind gut zu unterscheiden. Da der Autor auch einiges aus dem Privatleben der beiden beschreibt, fühlt man sich ihnen näher und ich bin gespannt welche Abgründe sich einem in der Zukunft und in weiteren Büchern eröffnen. 
Fraglich dabei nur, da das Gefühl aufkommt schon so viel über die Protagonisten zu wissen, ob es noch so viel zu erfahren gibt. 
  
Ein spannender Auftakt, der nicht sehr blutig ist und sich auch in den Beschreibungen der brutalen Szenen teilweise zurückhält, aber genug Andeutungen macht, sodass einem die Phantasie entgleist. 


Cover/Titel:
Der Titel passt ohne Frage klar zur Geschichte, da die Angst der verschiedenen Opfer genutzt wird um ihnen grausames anzutun. Der Titel ist recht schlicht, auch wenn die Lettern ziemlich groß und grell erscheinen. Durch den Effekt des verschwommenen Randes, wirkt es dann aber schon mehr bedrückend.

Der Autor:
Stephan M. Rother wurde 1968 im niedersächsischen Wittingen geboren, ist studierter Historiker und war fünfzehn Jahre lang als Kabarettist unterwegs. Seit einem Jahrzehnt veröffentlicht er erfolgreich Romane, darüber hinaus ist er als Übersetzer tätig. Stephan M. Rother ist verheiratet und lebt in einem verwinkelten Haus voller Bücher und Katzen am Rande der Lüneburger Heide.

Weitere Bücher:
  • Öffne deine Seele (2013)
  • Der Mantel der Winde (2009)
  • Die letzte Offenbarung (2008)
  • ...
Quelle: Bilder und Vita von der Verlagshomepage.

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