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[Rezi] #8/2019 - Ich beobachte dich

[unbezahlte Werbung]
Autor: Chevy Stevens
Titel: Ich beobachte dich
Originaltitel: Never let you go
Genre: Roman
Verlag: S. Fischer (München)
Erschienen: 04/2018
Seiten: 480
ISBN: 978-3-651-02552-3

"Ich hatte nicht viel Zeit."
(1. Satz)

Persönliche Zusammenfassung:
Lindsey findet in Andrew die Liebe ihres Lebens – bis diese Liebe sich in einen Albtraum verwandelt: Alkohol und Eifersucht, machen Andrew zu einem Menschen, vor dem Lindsey nur noch Angst hat. Doch verzeiht sie ihm immer wieder und hofft mit der Geburt der kleinen Sophie einen Ausweg zu finden. Wo Andrew aber den guten Vater spielt, droht er Lindsey immer wieder das Schlimmste an. Erst als er im Gefängnis landet, sieht sie einen Ausweg. Andrew aber lässt nicht locker und auch wenn Jahre ins Land ziehen bis zu seiner Entlassung, holt die beiden Frauen die Vergangenheit schnell wieder ein...

Rezension/Meinung:
Häusliche Gewalt, Unterdrückungen in der Ehe und psychische Gewalt sind Themen, die oft hinter vorgehaltener Hand besprochen werden. Nur selten bekommt man etwas von solchen Fällen mit – oder erst wenn die Situation eskaliert. 
Chevy Stevens hat sich diesen Themen angenommen und diese in „Ich beobachte dich“ thematisiert. Ohne große Umschweife erzählt sie aus der Sicht der Hauptprotagonistin Lindsey, wie diese sich fühlt und wie einfache und scheinbar unbedeutende Situationen dazu führen, dass Andrew, ihr Mann, aus der Haut fährt. 
Der Leser bekommt sogleich einen Einblick in die brutale und geheime Welt, die Lindsey in sich verschließt. Gemeinsam folgt man den Protagonisten und springt in der Zeit hin und her. Zwischendurch nimmt auch die Tochter das Sprachzepter an sich und erzählt die Erlebnisse aus ihrer Perspektive. So ist schnell klar, wie es dazu kommen kann, dass sie kaum glauben mag, was ihr Vater getan hat. Denn dieser scheint zwei Gesichter zu haben.
In Rückblenden erlebt man immer wieder Situationen in denen man der Hauptprotagonistin zurufen möchte, dass sie sich jemandem anvertrauen soll. 
Neben der Aufarbeitung der Vergangenheit aber hat die Autorin auch einen schönen Teil eingearbeitet und zeigt, dass die Vergangenheit sich nicht wiederholen muss und man sich manchmal öffnen muss um das Glück zu finden. Wer aber eine Geschichte mit Happy End erwartet, wird enttäuscht, denn nach vielen eingeschlagenen Wegen, landet Lindsey auf einem, der alles andere als gut ist. 
Die Autorin schafft es den Leser lange an der Nase herum zu führen und man vermutet Täter wo keine sind und findet Freunde, wo man sie niemals erwartet hätte. 
Dieser Roman spricht nicht nur diese Tabuthemen an, sondern versucht auch zu zeigen, dass man niemals wissen kann, wen man zu kennen glaubt. 

Der Spannungsaufbau ist über viele Seiten zu spüren und als man fast denkt, diese Spannung flacht ab und enttäuscht einen – wird man wachgerüttelt und verfolgt spannende Szenen. 
Ich mag dieses Buch sehr, denn es beinhaltet so viele reale Themen und versteckte Hinweise, dass man sich fragt, wie oft man so etwas selbst übersehen haben könnte. Dies war endlich mal wieder eine spannende Geschichte, die sicherlich einige fiktive Wendungen beinhaltet – damit es eben spannend bleibt -, die aber auch jedem Leser zeigt, was man manchmal vor sich selbst verstecken kann. 

Sehr spannend, emotional und ein Garant für Gänsehautmomente.


Die Autorin:
Foto: Poppy Photography
Chevy Stevens ist die einzige Kanadierin unter den internationalen Top-Spannungsautoren. Sie lebt in Nanaimo auf Vancouver Island mit seiner beeindruckenden Natur. Chevy Stevens ist auf einer Ranch aufgewachsen und liebt Wandern, Paddeln und Zelten mit ihrem Mann, ihrer kleinen Tochter und ihren Hunden.

Weitere Titel:

Quelle: Bilder und Vita von der Verlagshomepage.

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