Mittwoch, 20. März 2013

[Rezi] Der letzte Engel

Autor: Zoran Drvenkar
Titel: Der letzte Engel
Genre: Roman, Fantasy
Verlag: cbt (München)
Erscheinungsjahr: 2012
Seiten: 432 S.
ISBN: 978-3-570-15459-5

"Und dann halten sie an einer Tankstelle."
(1 . Satz)

Persönliche Zusammenfassung:
Als Motte an diesem Abend am PC sitzt und wie üblich im Internet surft, erhält er eine anonyme Mail, in der ihm mitgeteilt wird, dass er sterben wird.
Nervös tut er diese Mail als Scherz ab, doch am nächsten Morgen muss er feststellen, dass sich dennoch etwas verändert hat. Aus Angst ruft er seinen bester Kumpel an und dieser kommt sofort vorbei. Aber Lars erschrickt beim Anblick Mottes, denn auf seinem Rücken zeichnen sich zwei große Flügel ab…

Rezension/Meinung:
Mein erstes Buch von Zoran Drvenkar hat mich am Anfang etwas durcheinander gebracht, mir im Laufe der Geschichte aber immer besser gefallen.
Es dauerte einen kleinen Moment sich hineinzufinden, da man mitten ins Geschehen geworfen wird und erst einmal keinerlei Anhaltspunkt erhält, womit man es genau zu tun hat. Zudem wechseln die Szenarien und Erzählweisen sehr schnell hin und her.
Ab dem Punkt in dem Motte ins Spiel kommt, beruhigte sich meine Wirrung und ich folgte der Geschichte gespannt.

Motte, eigentlich Markus, ist ein normaler Teenager, der am liebsten mit seinem besten Freund und seiner Freundin unterwegs ist. Gemeinsames Rumhängen steht auf der Tagesordnung. Früh wurde er von seiner Mutter verlassen und lebt nun schon sehr lange alleine mit seinem Vater.
An dem Abend, der die Geschichte bestimmt, erhält Motte eine Mail, die sein Leben verändern soll. Denn am nächsten Morgen werden die Worte der Mail wahr – und er ist tot. Doch ist tot das richtige Wort? Er kann noch laufen, atmen, reden und Lars sieht ihn.
Nur die anderen Menschen scheinen ihn nicht sehen zu können – nicht einmal sein Vater. Dieser wiederum findet bald nach der Verwandlung die Leiche seines Sohnes und wie Motte mitbekommt, weiß er mehr über das was passiert ist und versucht alles um den Tod zu vertuschen. Gleichzeitig verschwindet Motte spurlos.
Kurz darauf trifft der verwirrte Lars auf Mona, ein Mädchen, das auf der Flucht ist und etwas Besonderes scheint, da sie die Gedanken anderer berühre kann. Begleitet wird sie von einem Krieger. Sie berichtet von ihrer Reise und darüber, wie wichtig es ist Motto zu finden, denn er scheint der letzte Engel zu sein.
Wissenschaftler und „Die Familie“ haben lange experimentiert um dieses Wesen zu schaffen und setzten nun ebenfalls alles daran ihn zu finden.
Denn mit dem letzten Engel soll alles einen neuen Anfang nehmen - auch der Tod...

Neben der Hauptgeschichte gleitet man in der Zeit immer wieder zurück und erfährt wie sich die ganzen Experimente und Forschungen vollzogen haben. Dabei begegnet man u.a. dem Forscher Mendel, dessen Theorie der Genvererbung, noch nicht einmal Gedanken waren; und auch die Gebrüder Grimm spielen eine nicht unbedeutende Rolle.
Die Geschichte schweift weit aus und manchmal fragt man sich, ob dies überhaupt noch etwas mit der eigentlichen Geschichte zu tun hat, was aber immer wieder mit einem klaren Ja beantwortet werden kann – auch wenn sich dies bei manchen Fragen erst zum Schluss klärt.

Dieses Buch ist eine fantastische Reise durch die Zeit, dennoch keine Zeitreise.
Es gibt Fakten die heute klar bewiesen sind und fantasiereiche Erlebnisse, die man sich kaum vorstellen kann.
Drvenkar beschreibt die einzelnen Szenerien so klar umrissen, dass man meint mit an den jeweiligen Ort des Geschehens zu springen und dabei zu sein.

Die Geschichte gestaltet sich gleichzeitig mystisch und faszinierend, aber auch beängstigend. Zudem scheint es fast als könne man hier einer wissenschaftlichen Abhandlung über die Entstehung von Engeln folgen und es gibt einiges interessantes zu entdecken.
Diese wissenschaftlichen Details lassen einem die Geschichte auch nicht müde werden, da man doch gerne wissen möchte was hätte passiert sein können. Aber auch an grausigen Details wird nicht gespart.

Eine Engelsgeschichte, die sich einmal komplett anders gestaltet, als die manch anderer Autoren. Die durch all die einfließenden Elemente weniger fantastisch wirkt, als realistisch und die einem am Ende noch einmal gepaart mit Hoffnung, einen Schauer über den Rücken laufen lässt.
Ferner stellt man sich die Frage, ob es solche Experimente wohl wirklich gegeben hat und was daraus geworden ist.

Ein Werk das nicht nur Jugendliche begeistern wird, sondern jeden in den Bann zieht, der sich für die Wissenschaft und auch für die Geheimnisse unserer Welt interessiert.

Cover/Titel:
Hier ist beides gut auf das Buch abgestimmt. Der Titel verät schon klar worum es in der Geschichte geht, nämlich dem letzten Engel. Das Cover spiegelt dies ebenfalls wieder, denn die Hand auf dem Bild ist klar männlich, wobei man sie mehreren Protagonisten zuordnen könnte. Die Federn spielen dabei in der Geschichte auch eine große Rolle und diese "augerissenen" Federn machen klar, dass der Lauf der Geschichte alles andere als einfach zu sein scheint.

Der Autor:
Zoran Drvenkar wurde 1967 in Kroatien geboren und zog als Dreijähriger mit seinen Eltern nach Berlin. Seit über 20 Jahren arbeitet er als freier Schriftsteller. Zoran schreibt Romane, Gedichte und Theaterstücke über Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Er wurde für seine Bücher mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet und lebt heute in einer alten Kornmühle in der Nähe von Berlin.

Weitere Bücher:
  • Du (2012)
  • Du bist zu schnell (2011)
  • Sorry (2010)
  • ...
Quelle: Bilder und Vita von der Verlagshomepage.

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