Sonntag, 13. Mai 2012

[Rezi] Elfenblick

Autor: Katrin Lankers
Titel: Elfenblick
Genre:
Fantasy
Verlag: arsEdition (München)
Erscheinungsjahr: 2012
Seiten: 438 S.
ISBN:
978-3760779805

"Das Kind ist da."
(1. Satz)

Rezension:
Mageli fühlt sich in ihrer Haut nicht wohl. Immer wieder hat sie Streit mit ihrer Mutter und ihr Vater, der ihr sonst beisteht, ist in letzter Zeit für die Arbeit viel unterwegs. Nur ihre beste Freundin und der Wald sind ihre Zuflucht. Eines Nachts als sie sich heimlich aus dem Haus schleicht, wird sie im Wald von zwei Unbekannten verfolgt. Angst schnürrt ihr die Kehle zu und sie findet keinen Ausweg, als plötzlich ein junger Mann in ihrem Alter hinzukommt und sie aus der scheinbar ausweglosen Situation rettet.
Erin stellt sich als Elfe vor und Mageli glaubt ihm zuerst kein Wort. Dann aber verschwindet er spurlos und es gibt nur einen Weg ihre große Liebe zu retten: Mageli muss in das Elfenreich kommen um Erin aus seiner Gefangenschaft zu befreien. 
Dort aber wartet bereit Ferocius auf sie, der das Kind des Königs töten will um selbst an die Macht zu kommen. Als Mageli aber klar wird, wer sie wirklich ist, setzt sie alles daran ihre neu gewonnenen Elfenfreunde zu retten...

"Dennoch waren die Orte in ihren Träumen unterschiedlich gewesen. Das eine Mal befand er sich in einem stockdunklen Verlies und beim nächsten Mal in einer gleißend hellen Landschaft aus Licht - so etwas hatte Mageli noch nie zuvor erlebt. Er hatte sie vor dem Schattenfürsten gewarnt. Dann hatte er sie vor einer Gestalt gerettet, der aussah wie ein riesiger Schattenvogel. Und zuletzt seine Worte: Er wird mich töten! Mageli schauderte. Dann schnaufte sie genervt und richtete sich auf. Sie wusste einfach zu wenig, um Erin helfen zu können! Aber das würde sich kaum ändern, wenn sie hier herumlag und grübelte. Sie musste etwas tun! Sie würde sich in der Elfenstadt umsehen und vor allem umhören."
(S. 257, Absatz 2)

Fantasy-Bücher sind immer eine Sache für sich. Wenn sie zu übertriebene Geschichten enthalten, kann mich das schon mal vergraulen. Katrin Lankers hat es aber geschafft eine unglaubliche Geschichte so zu verpacken, dass man sich fast wünscht, dass es nicht nur eine Geschichte ist.
In einigen Regionen der Welt gelten Elfen nicht nur als Fabelwesen und Geschichten über diese zarten Wesen werden Kindern früh erzählt, damit sie dies nicht vergessen. 
Dies wird auch in diesem Buch beschrieben, denn neben den wirklichen verborgenen Elfen gibt das Buch auch Menschen her, die sich mit ihnen verbündet haben und schon Jahrzehnte kein Wort darüber verlieren. Die Vorstellungen, dass Wesen, die für uns nur der Fantasie entsprungen scheinen vielleicht mitten unter uns leben könnten, ist natürlich sehr spannende.
Die Geschichte um den vermeindlichen Elf Erin und die Menschentochter Mageli reißt den Leser mit, auch wenn sie sich ganz anders gestaltet als man zu Anfang denken mag. Es scheint vorherbestimmt, dass sie sich begegnen werden, auch wenn die Feinde und Gegner alles mögliche versuchen genau das zu verhindern.
Aus einem verrückten Verdacht entwickelt sich für Mageli die Chance auf ein komplett neues Leben. 
Lankers behandelt ein fantasiereiches Thema, dass die Vorstellungkraft ankurbelt und an einigen Stellen zum Schmunzeln anregt. Die Protagonistin scheint von sich selbst alles andere als überzeugt und der Leser wird immer wieder mit ihren Zweifeln konfrontiert - was an manchen Stellen auch etwas zu intensiv behandelt wird.
Die Beschreibungenn der Elfenstadt gehen so ins Detail, dass man sich die Orte bildlich vorstellen kann und meint, wenn man die Augen schließt, müsste man nur die Hand ausstrecken um diese Welt zu betreten. Dagegen sind die Beschreibungen der Personen recht neutral gehalten. Von einigen, wie Erin, erfährt man kleine Details, was sich aber meist nur auf eines beschränkt, dabei aber weitere, nachfolgende schon ausschließt. Hier hätten gerne mehr Details beschrieben werden können.
Ebenfalls erfährt man zwar, welche Gefühle Erin und Mageli füreinander empfinden, aber es fehlt der gewisse Kick, der das Herz berührt.
Alles in allem ist es ein gelungenes Jugendbuch, dass selbst mich fasziniert hat und das ich in einem Rutsch gelesen habe.
Wer mal nicht mehr nur etwas über Vampire und Engel lesen mag und eine andere übernatürliche und mystische Spezies kennen lernen mag, wird sich in der Welt der Elfen sehr wohl fühlen und sich verzaubern lassen...


Vielen Dank für das Rezensionsexemplar an arsEdition und BdB. Hier gibts das Buch zu kaufen.

Die Autorin:
Katrin Lankers, geboren 1977, dachte sich schon in der Schule Romane aus, brachte aber nie mehr als eine Seite zu Papier. Nach dem Studium der Journalistik an der Uni Dortmund arbeitete sie mehrere Jahre für verschiedene Zeitungen, Zeitschriften und Online-Medien, bis sie schließlich beschloss, sich an ein Großprojekt zu wagen: Sie ließ ihrer Fantasie freien Lauf und schrieb ihren ersten Jugendroman. Heute lebt Katrin Lankers als freie Autorin für Jugend- und Sachbücher mit ihrem Mann, zwei Kindern und zwei Katzen in Bornheim bei Bonn.

Weitere Bücher:
  •  Der Zauber eines Augenblicks

1 Kommentar:

  1. Elfenblick ist wirklich ein ganz bezauberndes Buch!
    LG
    Yvonne

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