Mittwoch, 25. Mai 2016

[Rezi] #22/2016 - Das Joshua-Profil

Autor: Sebastian Fitzek
Titel: Das Joshua-Profil
Genre: Thriller
Verlag: Lübbe (Köln)
Erschienen: 10/15
Seiten: 430
ISBN:  978-3-7857-2545-0
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"Es sah aus wie in einem Klassenzimmer."
(1. Satz)

Persönliche Zusammenfassung:
Max Rhode ist Schriftsteller, konnte bisher aber nur einen großen Erfolg verbuchen. Verzweifelt sucht er nach Worten um noch mal einen solchen Knaller zu landen, als er selbst plötzlich mitten in einem Thriller zu stecken scheint: Erst wird seine Adoptivtochter entführt und dann tauchen Menschen auf, die ihn töten wollen. Max kann sich selbst nur durch eine Flucht retten, die ihn immer verdächtiger wirken lässt. Doch noch immer weiß er nicht, was er getan haben soll. Die Wahrheit aber ist unglaublich...

Rezension/Meinung:
Der Autor Max Rhode schrieb einst „Die Blutschule“, einen Thriller, der auch viele autobiographische Elemente enthielt. Er selbst hat dies verdrängt und kann sich nicht erklären, warum seine Folgebücher nur schleppend über den Ladentisch laufen. Verzweifelt sucht er nach den richtigen Worten, als plötzlich das Jugendamt vor der Tür steht und ihm weiß machen will, dass Jola, seine Adoptivtochter, wieder zu ihren leiblichen Eltern soll. Das will er nicht zulassen. Gleichzeitig muss er erfahren dass seine Frau sich für einen anderen Mann interessiert. Sein Leben scheint langsam aus den Fugen zu geraten, als Jola plötzlich verschwindet. Wo ist sie nur? Sein pädophiler Bruder taucht auf und versucht mit ihm die Vergangenheit aufzuarbeiten, wofür er überhaupt keinen Kopf hat.
Er erfährt von dem Programm „Joshua“, das ihn auserwählt hat. Dieses Programm spürt potentielle Gewalttäter auf. Doch können Statistiken wirklich Verbrechen vorhersagen? Max versucht alles den Erfindern des Programms klar zu machen, dass sie mit ihren Vermutungen falsch liegen. Auf der Suche nach seiner Tochter gerät er immer mehr in Lebensgefahr und muss sich dann doch seiner Vergangenheit stellen...

Um das „Joshua-Profil“ und „Die Blutschule“ gab es in den letzten Monaten viel Aufregung. Welches Buch soll ich zuerst lesen? Steckt hinter Max Rhode etwa Sebastian Fitzek? etc., waren nur einige Fragen die ich in den Medien verfolgen konnte. Ich selbst habe mich erst einmal daraus gehalten.
Natürlich fand ich die Idee einfach super: Der Autor eines Buches im Buch wird plötzlich zur wahren Figur (wie nun sicherlich schon jeder weiß). Sebastian Fitzek hat das Ganze gut in Szene gesetzt und sicherlich viele Menschen mit dieser Idee beeindrucken können. Auch mir hat die Idee dahinter gefallen.

Nach langem Überlegen aber habe ich mich gegen „Die Blutschule“ entschieden und nur zum offiziell von Fitzek verfassten Buch gegriffen. Sicherlich kein Problem, denn alle Anspielungen im „Joshua-Profil“ sind gut erklärt und werfen keine Fragen auf.

Die Geschichte um Max Rhode beginnt recht ruhig und spiegelt gefühlt das Leben eines Autors wieder. Man spürt den Drang etwas Brauchbares aufs Papier zu zaubern und noch mal an den Erfolg anzuknüpfen. Ebenso spürt man dann auch die Verzweiflung und Wut über das Nicht-Gelingen. Dann aber nimmt die Geschichte einen komplett anderen Lauf und dreht sich um die Adoptivtochter. Sie scheint der Dreh- und Angelpunkt zu sein und immer wieder kommt Fitzek auf sie zurück.
Das Thema aber, welches mein Interesse weckte, war das um „Joshua“ herum. An sich finde ich die Idee ganz interessant, dass man Verbrechen verhindern kann, die noch gar nicht passiert sind. Doch was ist das Für und Aber? Viele Argumente werden gebracht, aber auch der Autor selbst scheint sich nicht so sicher zu sein ob dieses Programm eine Bereicherung wäre. Mich erinnerte das an Filme wie „Eagle Eye“ und die Sendung „Person of Interest“.
Man erkennt am Beispiel des Hauptprotagonisten, was mit so einer Idee alles fehllaufen kann.
Für mich stand daher die ganze Geschichte um Max Rhode selbst und dessen Erinnerungsrückkehr bzgl. seiner eigenen Jugend eher zurück. Erst zum Ende hin konnten mich auch die Geschehnisse um Max Familie wieder einfangen und auch wenn das Ende etwas hinausgezögert wurde, zufriedenstellen.

Mir hat das Buch gefallen, aber der gewisse Kick konnte mich diesmal nicht ganz erreichen.
Dennoch ist es natürlich wieder ein Buch in typischer Fitzek-Manier mit vielen undurchsichtigen Erlebnissen, den verschiedensten Erzählsträngen und Protagonisten. Diesmal aber fehlten ein paar der Personen die besonderen Merkmale und die ein oder andere Figur besaß wenig der gewohnten Tiefe.

Spannend ist die Geschichte allemal und jedermanns Neugier wird gestillt.
Kein Buch für Zwischendurch, denn es erfordert schon viel Konzentration ob der verschiedenen Szenen, aber ein Buch das es lohnt vollkonzentriert dran zu bleiben.



Der Autor:
Sebastian Fitzek wurde 1971 in Berlin geboren. Nach einem Hörfunk-Volontariat und einem Studium der Rechtswissenschaften, arbeitete der im Urheberrecht promovierte Jurist mehrere Jahre als Chefredakteur und Programmdirektor verschiedener Radiostationen bis er Anfang 2000 damit begann, eine Geschichte aufzuschreiben, die ihm schon seit längerer Zeit im Kopf herumspukte. Heraus kam sein Debüt „Die Therapie“, das trotz einer Kleinstauflage und ohne jegliches Marketing ausschließlich durch Mundpropaganda zu dem Überraschungserfolg des Jahres wurde.

Weitere Bücher (Auswahl):

Quelle: Bilder und Vita von der Verlagshomepage.



1 Kommentar:

  1. Wow, tolle Rezi:)
    Erst vor ein paar Tagen habe ich auch einen Fitzek fertig gelesen (Die Therapie), welches mir ebenfalls gut gefallen hat.
    Das Joshua-Profil wird definitiv eines meiner nächsten Fitzek-Bücher werden, auch weil es dir anscheinend auch gefallen hat (wenn man die paar Kleinigkeiten weg lässt:D)

    Liebe Grüße
    Maria💚
    iamsherbloged.blogspot.de

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