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[Rezi] #13/2018 - Das Mädchen ohne Gesicht

Autor: Tami Hoag
Titel: Das Mädchen ohne Gesicht
Originaltitel: The 9th Girl
Genre: Thriller
Verlag: Blanvalet (München)
Erschienen:
07/2015
Seiten: 475
ISBN: 978-3-7341-0138-0

"Silvester."
(1. Satz)

Persönliche Zusammenfassung:
Ein Serienmörder geht um: Junge Frauen werden brutal misshandelt und wie Müll an Straßenrändern abgelegt. Bisher gibt es keine Spur zum Täter und das Ermittlerteam rund um Kovac und Liska, weiß nicht weiter. Da wird in der Silvesternacht eine weitere Leiche gefunden. Diesmal mitten auf einem Highway, entstellter als sonst und ohne einen Hinweis auf die Identität. Hat Doc Holiday etwa sein Vorgehen geändert? Wird ihm das Spiel mit der Polizei zu langweilig? Auf der Suche nach Hinweisen und der Identität des Opfers, geraten die Ermittler in einen Sog aus Lügen und Gewalt...

Rezension/Meinung:
Liska und Kovac sind schon lange ein Team und konnten einige Fälle bei der örtlichen Polizei lösen. Doch der Fall „Doc Holiday“ bereitet ihnen Kopfzerbrechen, denn sie finden einfach keinen nützlichen Hinweis, der sie dem Täter näher bringen kann. Am Silvesterabend fällt mitten auf dem Highway eine Frauenleiche aus einem Kofferraum: Ihr Gesicht ist mit Säure übergossen und eine Identifikation nahezu ausgeschlossen. Auf der Suche nach Verbindungen zu den anderen Fällen des unbekannten Serienmörders, kommen immer mehr Ungereimtheiten auf.
Gleichzeitig muss Liska sich um ihren Sohn kümmern, der sich immer mehr verändert und an den sie nicht mehr rankommt. Nicht nur, dass er sich an Prügeleien beteiligt, auch seine Schulnoten sacken immer mehr ab und der Direktor seiner Schule fordert Liska zu einem Gespräch ein.
Während Kovac darüber sinniert, ob er für diese Arbeit nicht langsam zu alt ist, muss Liska immer mehr erkennen, dass sie die Arbeit nicht mit ihren Kindern unter einen Hut bringen kann. Und plötzlich scheint Kyle irgendwie in Verbindung mit der Toten zu stehen. Keiner scheint zu wissen, was mit dem Opfer passiert ist und Viele interessiert es nicht – bis ein Online-Tagebuch zu Vorschein kommt und alles andere in den Schatten stellt…

Schon der Einstieg in diese Geschichte konnte mich überzeugen und an die Seiten fesseln. Der Beginn beschreibt die Entdeckung der Leiche und das mitten in ausgelassener und feierfreudigen Stimmung – und beendet diese somit auf ziemlich brutale Weise.
Daraufhin lernt der Leser das Ermittlerduo nach und nach kennen und auch wenn es bei Kovac eher an der Oberfläche bleibt, lernt man Liska gleich mit Haut und Haar kennen. Die beiden Ermittler ergänzen sich perfekt und die Autorin hat ein tolles Team erschaffen. Hier schreckt sie auch nicht davor zurück, die Nachteile als berufstätige Alleinerziehende zu beleuchten, die insbesondere in diesem Arbeitsbereich sehr ausgeprägt sind.
Der Fall konnte mich schnell in seinen Bann ziehen, denn man hat es mit vielen Lügen und Geheimnissen zu tun, die man sich vorstellen und nachfühlen kann. Der Schreibstil der Geschichte ist angenehm und ehrlich. Die Worte hat die Autorin nicht beschönigt und das ist dadurch auch sehr unterhaltsam.
Während der ganzen Erzählung herrscht eine unterschwellige Spannung, die zwar nicht in einem spektakulären Finale mündet, aber gerade durch die Ruhe in der Erzählung berührt die Geschichte den Leser auf einer anderen, emotionaleren Ebene.

Wie ich nach dem Lesen entdeckt habe, gibt es noch weitere Bücher der Kovac-Liska-Reihe. Sicherlich lernt man die beiden dort schon etwas besser kennen und kann so die ein oder anderen Gespräche auf Grund dessen noch mehr verstehen. Doch auch wenn man die vorangegangenen Titel nicht gelesen hat, kann man durch die Einfügungen der Autorin alles gut verstehen und Fragen bleiben nicht wirklich übrig.
Leider wurden die Folgetitel nicht mehr auf Deutsch übersetzt, aber ich denke ich werde mir dennoch eines der Bücher auf Englisch kaufen und lesen.

Wer eine solide Geschichte sucht, die das Leben wiederspiegelt, anschauliche Darstellungen enthält und nicht gleich alles von sich preisgibt, wird hier gut unterhalten.
Ein Thriller, der unter die Haut geht und niemanden kalt lässt.


Die Autorin:
Seit Beginn ihrer Schriftstellerkarriere erobern Tami Hoags Romane regelmäßig die Bestsellerlisten. Bislang hat sie über dreißig Bücher verfasst – darunter zahlreiche New-York-Times-Bestseller – und insgesamt mehr als fünfunddreißig Millionen Bücher verkauft. Tami Hoags Werk wird in über zwanzig Sprachen übersetzt. Die Autorin lebt in Palm Beach County, Florida.
Homepage der Autorin.

Weitere Titel:
 
Quelle: Bilder und Vita von der Verlagshomepage, sowie der Homepage der Autorin.

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