Donnerstag, 12. November 2015

[Rezi] #13/2015 - Und morgen du

Autor: Stefan Ahnhem
Titel: Und morgen du
Originaltitel: Offer utan ansikte
Genre: Kriminalroman
Verlag: List (Berlin)
Erschienen: 06/2015
Seiten: 464 S.
ISBN: 978-3-548-61290-4
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"In drei Tagen."
(1. Satz)

Persönliche Zusammenfassung:
Für Fabian Risk ist der Umzug in seine alte Heimatstadt mit vielen Erinnerungen verbunden. Mit seiner Frau und seinen Kindern will er ein Stück Vergangenheit zurückgewinnen und die letzten Jahre vergessen. Gerade erst lernt er seine neuen Kollegen in der Mordkommission kennen und wird direkt zu einem Mordfall hinzugezogen. Ein brutaler Mörder geht umher, tötet nach und nach auf bizarrste Weise, doch keine Spur wird hinterlassen. Risk wird schnell klar, dass der Mörder in Verbindung zu ihm steht…...

Rezension/Meinung:
„Und morgen du“ ist der Erstling des Autors Stefan Ahnhem. Mit diesem Buch zaubert er einen neuen Ermittler auf das vielbetitelte Genretrapez Kriminaloman.
Da die nordischen Ermittler immer einen besonderen Charme versprühen, war ich sehr gespannt auf dieses Buch, welches teils in Schweden und teils in Dänemark spielt. Dass die beiden Länder einen kleine Konkurrenzkampf führen wird in diesem Buch dargestellt, denn nicht immer spielen die beiden auf einer Seite.

Die Geschichte beginnt harmonisch mit dem Umzug Fabian Risks und seiner Familie. Sie ziehen in seine alte Heimatstadt um u.a. etwas Ruhe in ihrem gemeinsamen Leben zu finden und besonders den Sohn aus der Reserve zu locken.
Doch sogleich geschieht ein Mord und Risk wird, trotz seines Urlaubs, mit in die Ermittlungen einbezogen. Auf brutalste Weise werden Bewohner des Ortes Helsingborg verstümmelt, getötet und zur Schau gestellt. Nach dem zweiten Opfer scheint eines klar: Fabian Risks Vergangenheit holt ihn ein. Die Toten stammen ausnahmslos aus seiner ehemaligen Schulklasse. Ist sein Umzug der Auslöser? Ist er ebenfalls in Gefahr?
Auf der Suche nach dem Mörder tappen die Ermittler im Dunkeln und können keine Spuren finden. Plötzlich gerät Risk selbst ins Visier beider Seiten. Sein Sohn wird entführt und es scheint für ihn nur einen Rettungsversuch zu geben: er muss Spuren vernichten. Mit seinem Verhalten macht er die neuen Kollegen misstrauisch und niemand weiß mehr wem er glauben soll. Niemand kennt den Täter und plötzlich verschwindet Fabian Risk auch ohne eine Spur.
Der Mörder aber steht vor dem Höhepunkt seiner Mordserie und freut sich schon auf ein Finale das seinesgleichen noch nie gesehen hat.

Der erhoffte Charme des Ermittlers blieb mir leider verborgen. Dafür lernt der Leser hier viele Protagonisten und Ermittler kennen, die sich zu einer Einheit verbinden und ein großes Gesamtkonzept entwickeln. Ahnhem benutzt neben der spannenden Hauptgeschichte immer wieder Absplitterungen dieser und schiebt sie ein. So lernt man auch die anderen Ermittler, ob die dänische Kollegin oder den brutalen Chef, näher kennen und kann sich ein Bild von diesen machen.
Besondere Beachtung in dem Thriller findet neben Fabian Risk selbst auch sein Sohn; leider wird der Rest der Familie nur zwischendurch sehr kurz angesprochen.
Durch die vielen verschiedenen Szenenwechsel kann man schnell durcheinander kommen und sich in dem Wortwust verlieren.

Neben einem wahnwitzigen Mörder, der immer wieder neue Arten des Tötens vollführt, werden auch die Themen Mobbing und ADS angesprochen; Themen die nicht zu unterschätzen sind und auch in der Realität schon oft für Aussetzer und Gewalttaten bekannt geworden sind.
Einige Punkte machen einen stutzig, da die Ermittlungen sicherlich schon an dem einen oder anderen Punkt anders verlaufen wären, aber daher handelt es sich hier ja um einen fiktive Geschichte.

Brutale Beschreibungen sind allgegenwertig und Ahnhem zaubert dem Leser mit seinen Beschreibungen die passenden Bilder auf die Netzhaut.
Mich konnte das Buch spannend unterhalten, die Länge aber hätte man reduzieren können, ohne viel von der Geschichte zu verlieren.
Zum Ende hin konnte er mich sogar noch richtig überraschen.

Die Folgewerke werden hoffentlich etwas mehr Aufschluss darüber geben, wie es mit den einzelnen Personen und deren Verfehlungen weiter gehen wird und wie sich Risk in seiner alten Heimat einleben wird.


Der Autor:
Stefan AhnhemStefan Ahnhem, geboren 1966, ist ein bekannter schwedischer Drehbuchautor, unter anderem für die Filme der Wallander-Reihe. Er lebt mit seiner Familie in Stockholm. Mit seinem Debüt Und morgen du schaffte er auf Anhieb den Sprung auf die Bestsellerliste.
 

Weitere Bücher:


Quelle: Bilder von der Verlagshomepage

1 Kommentar:

  1. Huhu, eine schöne Rezi,ich konnte deine kleinen Minuspunkte nachvollziehen. Ich hab das Buch damals echt gerne gelesen, fand dafür die Fortsetzung weniger gelungen. Da war die Geschichte so verworren und irgendwie kam ich nicht so recht ins Buch rein.
    Wirst du "Herzsammler" auch noch lesen?

    Alles Liebe, Nelly

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