Freitag, 22. September 2017

[Rezi] #3/2017 - Nightmare

Autor: Joseph Finder
Titel: Nightmare
Originaltitel: Power Play
Genre:Thriller
Verlag: Aufbau Verlag (Berlin)
Erschienen: 07/2008
Seiten: 410
ISBN:  978-3-7466-2449-5

"Wenn Sie noch nie jemanden getötet haben, können Sie sich nicht vorstellen, wie das ist." 
(1. Satz)

Persönliche Zusammenfassung:
Jake Landry ist in seiner Firma eher ein kleines Licht und damit völlig zufrieden. Ansonsten genießt er die Zeit mit seinem Hund und seinen Freunden. Lediglich die Sehnsucht nach Liebe lässt ihn ab und an aus dem Gleichgewicht raten. Da sein Vorgesetzter keine Zeit hat, soll Jake an einem Seminar der Führungskräfte teilnehmen. Dies tut er widerstrebend, aber ahnt nicht, was dort noch auf ihn wartet, denn der abgelegene Ort wird plötzlich von mehreren Männern überfallen - und es ist klar, dass sie ihre Forderungen mit allen Mitteln durchsetzen wollen.

Rezension/Meinung:
Am Flugzeugbau beteiligt zu sein, war für Jake Landry schon immer ein Traum und daher liebt er seine Arbeit bei Hammond. Das neueste Modell wurde von ihm mit entworfen und er ist stolz darauf, ein wichtiger Teil für die Zukunft der Firma zu sein.
Die Verantwortung in seiner Position füllt ihn genügend aus und er ist daher etwas skeptisch, als er von der neuen Chefin höchstpersönlich eingeladen wird an dem jährlichen Führungskräftetreffen teilzunehmen. Dies findet weit außerhalb im Nichts statt. Ohne Handyempfang oder andere störende Ablenkungen. Auf dem Flug dorthin muss er erkennen, wer ihm diesen Ausflug verschafft hat: seine EX-Freundin Ali. Ihre Beziehung war nach und nach ausgelaufen, aber noch immer fühlt er sich zu ihr hingezogen. Da ist es keine Frage sie beschützen zu wollen, denn neben der CEO selbst gibt es keine weiteren Frauen, was die anwesenden Männer schnell klar machen.
Angekommen in der Lodge wird schnell klar, was es heißt an so einem Treffen teilzunehmen: Zwischen den Großmäulern der Führungsetage fühlt Jake sich ziemlich unwohl, kann aber damit punkten, zu wissen, warum erst kürzlich ein Flugzeug der Konkurrenz beim Testflug abgestürzt ist und so die Firma nach vorne bringen. Bevor aber viel geredet werden kann, wird die Lodge überfallen. Mehrere Männer, ausgerüstet mit Waffen die alles andere als laienhaft sind, nehmen die Anwesenden als Geiseln und machen keinen Hehl daraus was sie wollen: 50 Millionen Dollar. Alle wichtigen Leute für diese Vorhaben sind anwesend, aber auch Jake wird schnell klar, dass dies kein zufälliges Unterfangen ist. Es scheint als wäre einer der Vorgesetzen mit in alles verwickelt. Während Angst die einzelnen Männer weich werden lässt, entdeckt Jake seinen Kampfgeist und versucht alles um Ali zu retten…

Mit „Nightmare“ konnte mich der Autor, Joseph Finder, schnell in den Bann ziehen. Die Geschichte nimmt schnell an Tempo auf und lässt den Leser nur zwischendurch, dank Rückblenden, etwas zu Atem kommen. Die Spannung dieses Thrillers ist aber durchgängig zum greifen nah.
Die einzelnen Teilnehmer des Treffens werden mit wenigen aber präzisen Beschreibungen dargestellt und man bekommt von jedem einen klaren Eindruck. Abneigung und Sympathie verleiht der Autor durch seine Wortwahl und überträgt dies auf den Leser. Gleichzeitig schafft Finder es irgendwie alles im Dunkeln zu lassen. Wer nun wirklich mit den Verbrechern in einem Boot sitzt ist nie ganz klar auszumachen, bis sich die Situation immer weiter zuspitzt.

Die fließende Schreibweise, die sich nicht an unnötigen Worten aufhängt, ist angenehm zu verfolgen und die Hauptprotagonisten sind gut beleuchtet.
Seit längerem ein Thriller, der Tempo aufweist, gleichzeitig aber nicht versucht zu viel in die Geschichte zu interpretieren.
Wer ein bisschen Ahnung und Interesse am Flugzeugbau, sowie den Strukturen einer Firma und deren Bankgeschäften hat, findet hier viele interessante und spannende Details.
Ein Thriller den man ungern aus der Hand legt, aus Angst man könnte den wahren Täter aus den Augen verlieren.


Der Autor:
Joseph Finder wird 1958 in Chicago geboren und wächst in Albany, New York, auf. Er studiert in Yale und Harvard und arbeitet am Russian Research Center der Universität Harvard. Finder spricht fließend Russisch und unternimmt viele Reisen in die ehemalige Sowjetunion. Er ist Spezialist für russische und internationale Politik sowie Geheimdienste und veröffentlichte Beiträge in The New York Times, Washington Post, und The Times.


Weitere Titel:

Quelle: Bilder und Vita von Amazon.
 
 

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