Dienstag, 15. November 2016

[Rezi] #37/2016 - Das Paket

Autor: Sebastian Fitzek
Titel: Das Paket
Genre: Psychothriller
Verlag: Droemer (München)
Erschienen: 10/16
Seiten: 368
ISBN:  978-3-426-19920-6

"Als Emma die Tür zum Schlafzimmer ihrer Eltern öffnete, ahnte sie nicht, dass sie dies zum letzten Mal tun würde." 
(1. Satz)
 
Persönliche Zusammenfassung:
Emma wird in einem Hotelzimmer vergewaltigt und verschließt sich danach vor der Außenwelt. Die Angst lässt sie eine Festung um sie errichten. Erst als sie eines Tages für einen fremden Nachbarn ein Paket entgegen nimmt, kommt sie, auch wenn ungewollt aus ihrer Höhle. Doch wer ist dieser Unbekannte Nachbar, wo sie doch sorgfältig ihr Umfeld bewacht? Emma kann sich nicht lange mit dieser Frage aufhalten, denn plötzlich holt sie die Vergangenheit auf brutale Weise wieder ein.

Rezension/Meinung:
Vom „Friseur“ vergewaltigt, geschunden und zerbrochen. 
So ergeht es der bekannten Psychiaterin Emma Stein. Nach einem Vortrag in der Stadt, muss sie das Martyrium in einem Hotel durchleben. Doch weicht der Serienmörder von seinem Schema ab und sie überlebt das Grauen. Auch wenn sie sich nicht mehr an alles erinnern kann, weiß sie doch genug um ihre Zuflucht danach nur noch in ihrem gesicherten Heim zu finden. Nur ihr Partner, der Hund und eine Freundin haben regelmäßig Kontakt zu ihr. Als eines Tages der Paketbote klingelt und ihr ein Paket für den Nachbarn anvertraut ist sie erst skeptisch, denn diesen Namen hat sie noch nie gehört. Dennoch nimmt sie das Paket an und gerät in einen gefährlichen Strudel: Nicht nur, dass ihr Hund plötzlich krank wird, auch stimmt etwas mit dem Paket nicht. Der verbotene Blick hinein lässt ihre schlimmsten Ängste aufsteigen: Darin sind die Medikamente enthalten, mit denen der Friseur sie einst betäubte. Die Angst nimmt ihr das Bewusstsein und als sie erwacht, weiß sie nicht mehr was wahr und falsch ist, denn das Paket ist verschwunden. Doch damit beginnt der Albtraum erst...

Als „Das Paket“ vor Monaten angekündigt wurde, war natürlich klar, dass ich dieses Buch unbedingt haben muss. Da ich aber aktuell eher in einer Leseflaute stecke wollte ich noch etwas warten und nicht mit dem Strom ziehen und direkt zugreifen. 
Durch Zufall aber bekam ich das Buch geschenkt und sehr überraschend hat es mich von Anfang an an die Hand genommen und mit sich gezogen. 

Fitzek ist bekannt dafür in den Abgründen der Menschheit zu wühlen und immer noch einen drauf zu setzen. Hier spielt er wieder einmal mit dem Leser, der erst nicht recht weiß, womit er es zu tun hat. Es scheint sich um einen brutalen Überfall an einer jungen Frau zu handeln, die danach ein psychische Wrack ist. Interessant ist, dass sie sich immer selbst analysiert, da sie vor diesem Erlebnis selbst als Psychiaterin gearbeitet hat. Doch auch all das Wissen kann ihr nicht helfen ihre Ängste zu überwinden und sie aus dem Strudel der Verwirrung zu befreien. 
Es dauert lange bis man erkennt, was hinter dem Freund steckt, der sich komisch benimmt, der Freundin die die Hauptprotagonistin plötzlich anfeindet und dem fremden Nachbarn. Aber auch die besten Freunde scheinen nicht zu sein was sie vorgeben. 

Sebastian Fitzek konnte mich auch mit diesem Werk wieder überzeugen. Sicherlich ist die ein oder andere Situation sehr weit hergeholt, aber da es sich um Fiktion handelt und hier eine spannende Geschichte beschrieben wird, finde ich dies dennoch passend. 

Zu Anfang liest man von der kleinen Emma und so bekommt man schnell einen Einblick in die Seele des Kindes und entdeckt schon dort Schlüsselszenen der Geschichte. Im Verlauf wandert die Erzählung auch immer wieder dorthin zurück. Ob man sich nun in die Taten der Hauptprotagonistin hineinversetzen kann oder nicht, ihr Verhalten ist für den Verlauf der Geschichte unerlässlich. 
Wahrheit und Lüge balancieren hier lange auf einer Schneide und erst spät wird erkennbar wer mit welchen Karten spielt. 

Ein Verwirrspiel á la Fitzek, das intensiv unter die Haut geht und den Leser in die Abgründe der Psyche zieht. Spannend, rasant und dennoch mit einer Botschaft, die das Leben schreibt. 

Natürlich ist auch wieder einmal das Buch an sich ein echtes Highlight, denn Fitzek nutzt gerne Anspielungen aus Büchern und lässt sie visualisieren. So erhält der Leser der Printausgabe selbst ein Paket in dem das Buch steckt. Der Einband besteht diesmal ebenfalls aus einem solchen Karton, der sich genauso gut in der Hand anfühlt und trotz der Einfachheit eben eine tolle Verbindung zu der Geschichte aufbaut.




Der Autor:
Sebastian Fitzek, geboren 1971, ist Deutschlands erfolgreichster Autor von Psychothrillern. Seine Bücher werden in vierundzwanzig Sprachen übersetzt und sind Vorlage für internationale Kinoverfilmungen und Theateradaptionen. Sebastian Fitzek lebt mit seiner Familie in Berlin.

Weitere Bücher (Auswahl):

Quelle: Bilder und Vita von der Verlagshomepage.

1 Kommentar:

  1. Hy!

    Sehr schöne Rezi. Ich muss unbedingt, das Buch auch noch besorgen. Ich habe schon so viele Bücher von Fitzek gelesen und es ist wieder spannend. Er schreibt einfach super.

    lg backmausi81

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