Mittwoch, 26. Oktober 2016

[Rezi] #36/2016 - Die Nacht brennt

Autor: Sarah Butler
Titel: Die Nacht brennt
Originaltitel: Before the Fire
Genre: Roman
Verlag: Droemer (München)
Erschienen: 03/16
Seiten: 288
ISBN:  978-3-426-30444-0

"An der Ecke Market Street und Spring Gardens fährt ein Junge, der fast, aber noch nicht ganz, ein Mann ist, mit dem Daumen über das Rädchen eines Plastikfeuerzeugs, bis eine kleine gelbe Flamme hochschießt."
(1. Satz)
Persönliche Zusammenfassung:
Stick und Mac - beste Freunde, wollen auf nach Spanien. Sie wollen einfach das Leben genießen und alles auf sich zukommen lassen. Die Abschiedsparty der beiden aber endet anders als erwartet: Mac überlebt den Abend nicht. Für Stick gerät alles aus den Fugen und auf der Suche nach dem Grund für Macs Tod muss er sich fragen, was im Leben wirklich wichtig ist...

Rezension/Meinung:
Pläne fürs Leben zu machen ist immer so eine Sache. Wer kennt es nicht? Ausgespuckt von der Schule, mitten ins Leben, ohne Plan was morgen kommt. Manch einer saß selbst mit dem Abschlusszeugnis in der Hand da und fragte sich was er nun tun sollte, wo andere konkrete Pläne hatten.

Stick und Mac wollen einfach nur ein paar Monate ins Land ziehen lassen, in ein fremdes Land reisen und sich dort die Sonne auf die Haut scheinen lassen. Alles ist gepackt und bereit. Mac aber überlebt den Abend der Abschiedsfeier nicht und plötzlich steht Stick ganz alleine da: Ohne Plan und gefangen in einem tiefen Loch voller Wut.
Ein Täter wird gefunden, aber Mac bleibt weiter tot.
Neben seiner Verzweiflung um den Tod, muss Stick noch mit seiner halb zerbrochenen Familie klar kommen und versucht mit Drogen runter zu kommen. Eines Tages trifft er auf J. Sie entspricht alles andere als seinem Typ, fängt ihn aber auf und lässt ihn etwas spüren. Und dann beginnen Unruhen in der Stadt und Stick muss sich wieder dem Leben stellen.

Wer bei „Die Nacht brennt“ eine große Romanze oder einen jugendlichen Roadtrip erwartet, wird mit diesem Buch nicht glücklich.
Hier trifft man auf einen jungen Erwachsenen, der weder weiß was er will, noch wie sein Leben weiter gehen soll.
Gleichzeitig ist das Thema Tod ein ständiger Begleiter und unterstreicht die überwiegend düstere Stimmung.

Rastlosigkeit treibt nicht nur den Leser an die Seiten zu verschlingen, sondern den Hauptprotagonisten verirrt durch die Stadt ziehen zu lassen. Es gibt Dinge die man von Beginn an erwartet, diese aber hat die Autorin bewusst nicht eingeflochten und schreibt dieses Buch daher nicht zu hervorsehbar.
Dafür gibt es viele kleine Überraschungen, die Stick viel erleben lassen und nach und nach seine Umgebung beleuchten.
Auch politische Themen bleiben nicht ganz außen vor und orientieren sich an realen Erlebnissen.

Ob Stick in seiner Selbstfindung wirklich weiter kommt ist fraglich, aber man spürt seine Sehnsucht auf den Seiten und kann diese nachempfinden. Auch ein konkretes Ende bleibt vorenthalten, fügt sich aber perfekt in die Geschichte.

Wer gerade selbst nicht genau weiß, wo im Leben er steht wird sich in vielen Gedankengängen wiederfinden. Ein Buch, das ein Hin und Her ist und damit die Wirren der Jugend und jungen Erwachsenen unterstreicht.

Eine Geschichte die auf ihre unbestimmte Art nachdenklich macht und so die verschiedensten Gedankengänge miteinander kreuzt. Man fühlt sich wie auf der Flucht vor dem Leben und weiß doch, dass das Ziel immer in Reichweite bleibt.

 Vielen Dank für das Rezensionsexemplar.


Die Autorin:
Sarah Butler ist Anfang Dreißig und lebt in Manchester. Sie ist Geschäftsführerin eines Beratungsunternehmens, das literarische und künstlerische Projekte vorantreibt. Sie war Stipendiatin verschiedener Literaturförderungen und unterrichtete Kreatives Schreiben am British Council in Kuala Lumpur.

Weitere Bücher:
 
Quelle: Bilder und Vita von der Verlagshomepage.
 
 

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