Donnerstag, 9. Juni 2016

[Rezi] #25/2016 - Geistermond

Autor: Ina Linger & Cina Bard
Titel: Geistermond
Genre: Jugendbuch
Verlag: epubli selfpublishing
Erschienen: 04/15
Seiten: 252
ISBN:  978-3-7375-4319-4
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"Es gibt diesen Moment, kurz bevor etwas Schreckliches passiert, diesen Moment der Klarheit, in dem die Zeit stehenzubleiben und die Welt des Möglichen auf  einen einzigen Ausgang der Situation zusammenzuschrumpfen scheint."
(1. Satz)
Persönliche Zusammenfassung:
Als Amy erwacht, weiß sie nicht wie ihr geschieht, denn ein schweifender Blick durchs Zimmer lässt sie erschrecken: Da liegt sie selbst in einem Bett, angeschlossen an Maschinen. Doch warum kann sie sich selbst dort liegen sehen? Eine Stimme holt sie ein und erzählt ihr Unfassbares. Sie soll ein Geist sein? Sie will es nicht glauben, akzeptiert es aber nach und nach. Gemeinsam mit Jared, einem anderen Geist, macht sie sich auf die Suche nach demjenigen der an ihrem Unfall Schuld ist. Die Angst aber beherrscht Amy, denn ihr Vater scheint in großer Gefahr...

Rezension/Meinung:
Erwachen und erkennen, dass es doch noch etwas anderes gibt als das menschliche Leben. Dies muss Amy akzeptieren, als sie nach einem Sturz mit einer schweren Kopfverletzung im Krankenhaus landet und neben ihrem Körper erwacht. Jared, ein anderer Geist, erklärt ihr, dass sie nur "auf Zeit" in der Geisterwelt ist, da ihr Körper  noch lebt - im Gegensatz zu seinem. Jared selbst starb dank des selben Mannes, der auch Amy ins Krankenhaus gebracht hat. Schnell ist klar, dass die beiden Fälle eng zusammenhängen und die Geisterwelt gerät in Aufruhr. Amy will aber nur eines: Ihren Vater retten, der als leitender Ermittler in Jareds Fall, immer mehr in Gefahr gerät.
Doch ist es kaum möglich als Geist Taten in der Menschenwelt auszuführen. Amy aber will mit aller Macht zu ihrem Vater durchdringen. Aber auch Jared scheint etwas in ihr zu erwecken was sie noch nie zuvor verspürte. Gefühle aber sind aussichtslos, denn schon bald wird sie wieder in ihren Körper zurückkehren und Jared vergessen. Oder etwa nicht? Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt...

Gerne lese ich Mysterygeschichten und daher habe ich mich sehr über das Angebot dieses Buches gefreut. 
Immer wieder gibt es schöne Wortfindungen, die den Leser in einen kleinen Sog mit hinüber in die Geisterwelt ziehen. Auch kann man sich durch die bildlichen Beschreibungen vorstellen, dass noch jemand neben einem sitzt, auch wenn man ihn nicht sehen kann. 
Der Schreibstil ist schlicht gehalten und daher gut für Jugendliche geeignet. Im Ganzen ist die Geschichte für Teenager gedacht, die sich gerne in eine Geschichte führen lassen, die mehr offenbart, als die Vorstellungskraft vermögen mag. Dazu gibt es einen Hauch Leidenschaft, der die Geschichte gut abrundet.

"Es musste seltsam sein, dies zu tun, ohne den Regen zu spüren oder die Wärme der Sonnenstrahlen, den leichten Wind, der die Blätter an den Bäumen und Sträuchern bewegte und durch das Gras strich." (Zitat S. 104)

Leser über 25 Jahre werden sich mit dieser Geschichte wahrscheinlich nicht ganz freudig abfinden. Viele Aspekte sind natürlich im Fantasybereich angesiedelt und machen diese Geschichte rund, warten aber leider nicht mit dem großen Spannungsbogen auf, den man sich in dem Alter wünscht.

Dennoch konnte ich mich gut auf die Geschichte einlassen, denn die Protagonisten sind sympathisch und gut ausgearbeitet und man lernt insbesondere Amy und Jared gut kennen. Es scheint fast als könnten sie die Nachbarskinder sein, die gerade ihre erste Liebe finden. 
Die Probleme die man zwischen Geister- und Menschenwelt erwartet, lösen sich aber leider viel zu leicht in Luft auf und sind daher eben für die älteren Leser nicht unbedingt gut verpackt.

Die beiden Autorin aber haben es geschafft keine Frage offen zu lassen und eine runde Geschichte zu entwerfen, die trotz all des Übersinnlichen auch die Realität nicht vergisst.
Leichtfüßig und wunderbar Sanftmütig mit einer Parallelwelt, bei der man sich selbst wünscht einen Blick hineinwerfen zu dürfen.
 Herzlichen Dank für das Rezensionsexemplar.


Die Autorinnen:
Ina Linger wurde 1975 in Berlin geboren und hatte schon als Kind eine immense Fantasie. Aus diesem Grund fing sie auch schon im Kindesalter an, ihre ersten kleinen Geschichten zu schreiben und hat bis heute nicht damit aufgehört. Sie arbeitete nach einem Germanistik- und Grundschulpädagogik-Studium in der Funktion einer Sozialpädagogin in Berlin Neukölln und ist erst seit Anfang 2015 hauptberuflich freischaffende Autorin.
Cina Bard wurde in Berlin geboren. Schon in ihrer Kindheit hat ihre Mutter sie dazu animiert, sich kleine Geschichten auszudenken - zum Beispiel, in dem sie längere Zeit zu glauben vorgab, dass ihre Tochter 'schon lesen' könne, wenn sie ihr jeden Abend zu den Bildern der gleichen Pixibücher neue ,Erzählungen' bot.
Ihre ersten ernsthafteren Schreibversuche unternahm Cina im Alter von 14 Jahren, auch wenn sie eigenen Aussagen nach selten eine Story beendete.
Die Idee, es einmal etwas professioneller mit der Schreiberei zu versuchen, hat sie ihrer langjährigen Freundin Ina Linger zu verdanken.
Weitere Bücher:
Quelle: Bilder und Vita von Amazon.de
   

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