Sonntag, 22. Mai 2016

[Rezi] #21/2016 - Er hat mich umgebracht

Autor: Sandra Kobusch
Titel: Er hat mich umgebracht
Genre: Mystery Thriller
Verlag: Telescope (Mildenau)
Erschienen: 11/15
Seiten: 235
ISBN:  978-3-95915-012-5
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"Er bemühte sich nicht einmal, leise zu sein."
(1. Satz)

Persönliche Zusammenfassung:
Luna Kaup ist Mitte Zwanzig und konzentriert sich auf ihre Arbeit als Mitarbeiterin in einer Buchhandlung. Als sie eines morgens zur Zeitung greift und ein dort bekanntes Gesicht entdeckt bricht eine langvergessene Erinnerung über sie ein: Jahre zuvor träumte sie von einem Mord und konnte ihn haarklein beschreiben. Die Tote auf dem Bild des Zeitungsartikels ist genau die Frau, deren Mord sie damals sah. Angst bricht über Luna zusammen, denn in ihren Träumen wollte der Mörder auch sie töten. Doch wie konnte sie Jahre zuvor diesen Mord voraussehen? Die Albträume von damals holen sie ein...

Rezension/Meinung:
Ein Kind ist für viele Eltern das größte Glück, das sie sich vorstellen können. So geht es auch den Kaup’s, die mit Luna ein fröhliches und aufgewecktes Mädchen großziehen. Dies ändert sich erst, als Luna einen Albtraum hat, der sie nicht mehr loslässt und ihr sonst so unbedarftes Lächeln von den Lippen wischt: sie beobachtet im Traum den Mord an einer jungen Frau. Jede Einzelheit kann sie berichten. Ihre Angst wird noch größer, als sie Nächte später davon träumt, dass genau der Mann sie ebenfalls töten will. Ihre Eltern wissen nicht weiter und gehen in ihrer Verzweiflung mit Luna zu einem Therapeuten, der ihre Träume verändert und sie wenigstens halbwegs wieder strahlen lässt.
Doch zwanzig Jahre später holen Luna die vertuschten Erinnerungen wieder ein und erneut überfällt sie eine körperliche Starre. Damit sie nicht hilflos ist, wenn sie dem Mörder gegenübersteht, lässt sie sich in Selbstverteidigung und Kampfkunst ausbilden. Dabei erkennt sie zum ersten Mal, was ihr bis dato im Leben gefehlt hat: die Liebe. Angst aber ist ihr Begleiter und verwehrt ihr das Glück mit Alex.
Was Luna nicht weiß: die damalige Therapeutin hat ebenfalls von dem Mord gehört und eine Verbindung zu Luna gezogen, die den Mörder auf Lunas Spur bringt…

„Er hat mich umgebracht“ eine kurze und spannende Geschichte, die tolle Ansätze beinhaltet, aber noch den ein oder anderen nötigen Tiefgang vermissen lässt. Die Geschichte nimmt den Leser von der ersten Seite direkt an mit, weil man unglaublich gefesselt ist, ob der Tatsache, dass ein kleines Mädchen solche Träume haben muss und man sich fragt ob sie wirklich irgendwann zur Realität wird.
Zwei Dinge haben dazu geführt, dass ich nicht volle fünf Bewertungspunkte vergebe. Zunächst konnte ich mich mir nicht vorstellen, dass ein Therapeut ein Kind behandelt ohne es danach weiterhin unter Beobachtung behalten zu können. Die Folgen sind nicht kalkulierbar und eigentlich sollte es noch weiter unter Beobachtung stehen.
Zudem fand ich es schade, dass die Eltern im ersten Teil einen natürlich sehr hohen Stellenwert haben, dann aber im weiteren Verlauf kaum ein Wort über sie verloren wird. Zumal sie ja auch um ihre Tochter Angst haben sollten.
Abgesehen von diesen Punkten finde ich die Geschichte sehr gelungen. Man merkt, dass der Protagonistin etwas auf der Seele liegt, dass sie selbst lange nicht definieren kann, der Leser aber schon direkt nachspüren kann. Die zarte aber immer wieder hinausschiebende Liebesanwandlungen machen die Geschichte dann rund.
Gleichzeitig erhält man Einblick in die Ermittlungen und bemerkt wie die Fäden aufeinander zu laufen und die Geschichte komplettieren. So ergibt sich eine gut unterhaltende Geschichte.
Dem Schreibstil fehlt es an der ein oder andere Stelle an Tiefgang, womit nicht die leicht kühle Art der Hauptprotagonistin gemeint ist. Dies passt nämlich sehr gut zu der Vergangenheit und lässt sich nachempfinden. Dennoch erwartet man hin und wieder mehr Worte für mehr Erklärungen. Dies würde natürlich auch die Seitenzahl anheben und so noch ein paar mehr spannenden Augenblicke beinhalten.
Ein kurzer Thriller mit einer recht neuen Vorstellung von Erlebnissen, welche neugierig auf mehr macht und hoffen lässt noch mehr von der Autorin lesen zu können.

 
Ich bedanke mich herzlich bei der Autorin für das Rezensionsexemplar.


Die Autorin:
Sandra Kobusch wurde 1977 in Lettland, in dem kleinen Dorf Baltinava geboren. 1995 absolvierte sie ihr Abitur und machte eine Ausbildung zur Konditorin in Riga. Im Dezember 1999 fuhr sie als Au-pair nach Deutschland, um bei einem alleinstehenden Vater auf seinen Sohn und seine Drillingsmädchen aufzupassen. Mit der Zeit entwickelte sich zwischen ihrem Arbeitgeber und ihr Liebe. Als sie wieder in Lettland war, holte der Vater das Einverständnis seiner Kinder und brachte seine Liebe zurück nach Deutschland. Die beiden heirateten und zwei Jahre später wurde die Familie um Zwillingsmädchen reicher. Seit 16 Jahren ist nun die Lebkuchenstadt Borgholzhausen ihr Zuhause. Ihre Kinder sind groß geworden und sie entdeckte ihre Leidenschaft für das Schreiben.

Weitere Bücher:
(bisher keine weiteren Veröffentlichungen)
Quelle: Bilder und Vita von der Verlagshomepage.


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