Dienstag, 12. April 2016

[Rezi] #16/2016 - Moorfeuer

Autor: Nicole Neubauer
Titel: Moorfeuer
Genre: Kriminalroman
Verlag: blanvalet (München)
Erschienen: 02/16
Seiten: 415
ISBN:  978-3-7341-0212-7
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""Mama, in meinem Zimmer ist ein totes Mädchen!""
(1. Satz)

Persönliche Meinung:
Unterhalb einer Einflugschneise, mitten im Moor wird eine verbrannte Frauenleiche gefunden. Neben den örtlichen Ermittlern, wird auch das Münchner Team um Hauptkomissar Wächter hinzugezogen. Die Tote ist die Mutter der in der Nähe lebenden Frau Lindner. Doch scheint es keine konkreten Spuren zu geben, die einen Täter entlarven können. Maret Lindner aber berichtet von unerklärlichen Vorkommnissen im Haus und es scheint als würde die Vergangenheit heraufbeschworen und Rache suchen...
 
Rezension/Meinung:
Das Team um Wächter, den Münchner Hauptkomissar, wird zu einem Leichenfundort außerhalb ihres eigenen Revieres gerufen. Dort stoßen sie auf eine verbrannte Frauenleiche, die mitten im Nirgendwo liegt. Es dauert nicht lange, bis klar ist, wer die Tote ist und das Team macht sich auf zur deren Tochter. Maret Lindner hat ebenfalls im Moor ein altes Haus. Hannes Brandl befragt sie und ihre Familie, sowie den Mitbewohner, doch niemand scheint etwas zu wissen. Keine Spuren sind zu finden.
Als Wächter sich die Wohnung von Eva Nell anschaut und nach möglichen Tatmotiven sucht, taucht er in eine sprirituelle Welt ab, denn Nell war ein Art Kräuterhexe. Dies aber bleibt nicht das einzige Übernatürliche an dem Fall. Irgendwie scheint alles mit der Vergangenheit zu tun zu haben, denn einst ist Nells ältere Schwester gestorben und ein Hexenbanner soll seine Finger im Spiel gehabt haben. Was ist dort wirklich passiert? Die Ermittlungen verwirren immer mehr und das Team bricht auseinander. Wo Hannes Brandl von den Ermittlungen ausgeschlossen wird, gerät er in große Gefahr und lässt sich durch sein problematisches Privatleben zu gerne ablenken. Auch Wächter hat so seine Probleme und muss erkennen, dass er nich alles verstecken kann. Und während jeder versucht den Fall auf eigenen Faust zu lösen, kommt der Täter gefährlich nah...

Dieser Kriminalroman nimmt den Leser ab dem ersten Satz an die Hand und führt ihn in die tiefste Moorlandschaft Deutschlands. Durch die bildlichen Beschreibungen der Autorin, fühlt man sich, als würde man nicht nur mitten auf dem offenen Land stehen, das donnernde Geräusch von landenden und startenden Flugzeugen in seinen Ohren hören, sondern man sieht die schiefen Wänden und Risse im Haus von Maret Lindner vor Augen.
Die Geschichte ist fast durchgehend von einer mystischen Aura umgeben, auch wenn nicht nur die Ermittler nach einer natürlich Ursache der Geschehnisse suchen.
Aber neben dem spannenden Fall, der sich nur langsam und schwer öffnet, lernt man die einzelnen Teammitglieder etwas mehr kennen.

Da ich den ersten Teil "Kellerkind" noch nicht kenne, fragte ich mich zunächst, wer z.B. der Hüter des Schweigens sein soll oder was passiert ist, dass die ein oder andere Freundschaft Maken abbekommen hat; dies aber ergibt sich aus dem Vorgänger. Glücklicherweise konnte ich mir vieles zusammenreimen und kann die Fragen in solchen Fällen erst einmal ruhen lassen um mich dann auf die Hauptgeschichte zu konzentrieren.

Doch neben dieser Hauptgeschichte ist hier auch alles herum wichtig. Denn man spürt unterschwellig, dass das Team aus mehr besteht als nur den einzelnen Mitgliedern. Die Autorin geht auf die zwischenmenschliche Ebene und versucht die kleinen Maken und Probleme von Brandl, Elli und Wächter zu erklären. So spielen sich die einzelnen Geschichten neben den Ermittlungen zum Tod Eva Nells ab.
Manch ein Wechsel und Sprung in der Sichweise ist vielleicht etwas zu hart, aber alles in allem fügen sich die einzelnen Teile gut zusammen und man kann den Worten und Taten der Protagonisten gut folgen. 
Gut fand ich hier, dass fast bis zum Ende nicht klar ist, was wirklich geschehen ist. So bleibt die Spannung über weite Teile des Buches bestehen. 
Zum Ende hin, wird alles etwas schnell aufgezählt, was die Spannung natürlich steigern soll und auch tut. Für den ein oder anderen aber vielleicht etwas zu schnell.

Mir hat das Buch, auch wenn ich nicht alle Anspielungen verstehen konnte, sehr gut gefallen. Die Mischung aus Übersinnlichem, Familienbanden und Spannung ergibt einen tollen Kriminalroman. Die Schreibweise passt sich ebenfalls den Personen an und so kann man sich nicht nur durch die Beschreibungen gut in diese einfühlen. Ab und an bricht der bayerische Akzent durch. Wer befürchtet nichts mehr verstehen zu können, wird schnell beruhigt, denn die Zusammenhänge erleichtern dies.
Ein paar kleine Punkte finden keine Auflösung, was ich etwas schade fand, aber was der Hauptgeschichte keinen Abbruch tut. Zumal ich hoffe das der Folgeteil Abhilfe leistet.

Ein Buch für Krimifans und Lesern die nicht auf allzu viel Blutvergiesen stehen und dennoch einer spannenden Geschichte folgen wollen.

Vielen Dank für das Rezensionsexemplar an den blanvalet Verlag.

Die Autorin:
Nicole Neubauer ist 1972 in Ingolstadt geboren und studierte englische Literaturwissenschaft und Jura in München und London. Nach zehn Jahren in einer Wirtschaftskanzlei arbeitet sie freiberuflich als Autorin, Rechtsanwältin und Lektorin. Nicole Neubauer lebt mit ihrer Familie in München im Herzen Schwabings.
 
Weitere Bücher:

Quelle: Bilder und Vita von der Verlagshomepage.



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