Donnerstag, 31. März 2016

[Rezi] #13/2016 - Ich bleibe hier

Autor: Catherine Ryan Hyde
Titel: Ich bleibe hier
Originaltitel: Don't let me go
Genre: Roman
Verlag: amazon crossing (Luxemburg u.a.)
Erschienen: 11/14
Seiten: 436
ISBN:  978-1477849323
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"Immer wenn Billy am Nachmittag durch die Glasscheiben seiner Verandatür schaute, sah er, wie sich der hässliche graue Winterhimmel mehr und mehr verdunkelte."
(1. Satz)

Persönliche Zusammenfassung:
Ein Wohnhaus irgendwo in Amerika. Die Nachbarn sind kaum in Kontakt und jeder lebt in seiner eigenen Welt. Da bringt die jüngste Bewohnerin des Hauses plötzlich alles durcheinander. Denn Grace beginnt von heute auf morgen, auf der Vordertreppe des Hauses zu sitzen und weckt somit die Neugier ihrer Nachbarn. Insbesondere Billy, der seine Wohnung schon jahrelang nicht mehr verlassen hat, fragt sich was mit ihr ist. Die Wahrheit weicht seine harte Schale auf und nach und nach freundet sich das ungleiche Paar an. Doch diese Freundschaft wird nicht von jedem geduldet…


Rezension/Meinung:
„Ich bleibe hier“ ist eine wunderbare Geschichte über das Leben und den Zusammenhalt.
Bisher waren sich alle unbekannt und suspekt in dem Haus, in dem auch die junge Grace wohnt. Doch als ihre Mutter eines Tages in einem Dämmerzustand gerät und diesen kaum noch verlässt, macht Grace sich auf und lernt all die verschiedenen Menschen in ihrem Haus kennen. Besonders verbunden fühlt sie sich mit Billy, der sich seit seiner gescheiterten Tänzerkarriere nur noch in seiner Wohnung eingesperrt hat. Mit seinen 37 Jahren ist er vereinsamt, aber Grace, die sich anfangs eher aufdrängt, wächst ihm schnell ans Herz. Seine attraktive Nachbarin Rayleen beginnt sich um Grace zu kümmern, aber irgendwann ist das ganze Haus verantwortlich dafür sich um die junge Grace zu kümmern. Die Nachbarn lernen sich kennen und erkennen, dass jeder von ihnen in einer gewissen Weise einsam ist. Grace versucht das zu ändern und mit ihrer unbedarften Art, verändert sie das Leben der Menschen. Nur ihre Mutter, scheint sie nicht so sehr zu lieben, wie ihre Drogen. Gemeinsam versuchen Felipe, Billy, Rayleen, Mrs. Hinman und Jesse eine Lösung für Grace zu finden, bis plötzlich das Jugendamt vor der Tür steht.

Wer schon mal neu in ein Mehrfamilienhaus gezogen ist, weiß, dass es manchmal schwierig sein kann, den Kontakt zu seinen Nachbarn aufzubauen. In Großstädten ist es aber auch oft diese Anonymität, die gewünscht ist. So ist es auch in diesem Buch und die letzten Jahre scheint dies auch gut geklappt zu haben. Doch mit dem Beginn der Geschichte verschieben sich die alten Gewohnheiten der Bewohner.

Die Autorin erschafft mit ihrer leichten, aber ans Herz gehenden, Schreibweise eine altbekannte Welt, in der ein kleines elfjähriges Mädchen dafür verantwortlich ist, dass Menschen zueinander finden und sich gegenseitig unterstützen.
Wunderbar sanft schleicht sich die Hauptprotagonistin in die Herzen der Nebenfiguren und des Lesers. Man kommt nicht umhin mitzufühlen und zu hoffen, dass alles gut werden wird. Gleichzeitig entwickeln die anderen Figuren ein Eigenleben und auch ihre Geschichten werden beleuchtet. Im Vordergrund steht da Billy, der in einer schützenden Blase lebt und von vielen Ängsten umgeben ist.

So spielt die Autorin nicht nur mit der Verzweiflung eines Kindes, dass seine Mutter liebt, sondern behandelt Phobien, verzaubert durch einen Hauch Liebe und lässt dabei auch das Ende des Lebens nicht aus.
Gemeinsam ergeben die Figuren eine sehr stimmige Geschichte.

Dieses Buch war von mir nur ein Zufallskauf, aber ich bin begeistert, wie mich die Geschichte einfangen konnte. Nicht zu viele unnütze Worte sind gewählt worden und auch wenn nur klein gehalten, finden auch die Geschichten der anderen Bewohner einen Abschluss.

Ein Buch das Hoffnung und Mut gibt und nun einen anderen Blick hinter verschlossene Türen werfen lässt.


Die Autorin:
Die mehrfach ausgezeichnete amerikanische Autorin Catherine Ryan Hyde hat bislang knapp dreißig Bücher veröffentlicht. Ihr bekanntester Roman »Das Wunder der Unschuld« wurde in mehr als 23 Sprachen übersetzt und unter dem Titel »Das Glücksprinzip« mit Kevin Spacey und Helen Hunt verfilmt. Neben dem Schreiben ist Catherine Ryan Hyde auch als Referentin tätig und stand bereits dreimal zusammen mit Bill Clinton als Rednerin auf dem Podium. Catherine Ryan Hyde unternimmt gerne Wanderungen und Reisen und ist eine große Hobbyfotografin.

Weitere Bücher (Auswahl):


Quelle: Bilder und Vita von Amazon.de


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