Mittwoch, 2. März 2016

[Rezi] #11/2016 - Aroma des Todes

Autor: Jacob Nomus
Titel: Aroma des Todes
Genre: Thriller
Verlag: Bastei Entertainment (Reinbek)
Erschienen: 02/2016
Seiten: 125 S.
ISBN:  978-3-7325-1984-2
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"Sie musste langsam bis zwanzig zählen."
(1. Satz)

Persönliche Zusammenfassung:
Es ist ein Tag wie immer, der plötzlich aus den Fugen gerät: Sylvia erhält ein Buch nach Hause und erschrickt, denn ihr Name ziert das Cover. Hat sie etwa dieses Buch geschrieben? Der Inhalt aber raubt ihr fast den Atem, denn darin wird ihre Vergangenheit beschrieben, die sie noch kaum jemanden anvertraut hat. Als sie den Leichnam auf dem Cover entdeckt, ist der Schreck noch größer, den dies ziert ihr verschwundener Freund...

Rezension/Meinung:
Nachdem ich den Klappentext zu „Aroma des Todes“ gelesen hatte, war ich total begeistert und habe mich um ein Rezensionsexemplar beworben und mich sehr gefreut, als ich ein eBook gewann.
Der erste Punkt der Verwunderung trat dann ein, als ich die Seitenzahl sah, denn für einen Thriller sind unter 130 Seiten schon recht wenig. Dennoch habe ich mich auf diese Geschichte gefreut.

Sylvia Bönnemark lebt seit kurzem mit ihrer Mitbewohnerin Anna zusammen. In der kurzen Zeit haben sie sich gut angefreundet, aber Sylvia hat ihrer neuen Freundin noch nicht alles aus ihrer Vergangenheit erzählt. So erschrickt Anna, als sie Sylvia eines Tages blutend und bewusstlos auf dem Boden entdeckt; neben ihr ein halb geöffnetes Päckchen. Sylvia die ab und an unter Blackouts leidet, versucht die Situation abzuwiegeln und will nicht preisgeben, was mit ihr ist. Der Argwohn in Anna wächst und als sie von dem Buch erfährt, welches Sylvia scheinbar selbst geschrieben hat, wird in ihr die Neugier geweckt. Gibt es Sylvias Freund Mats wirklich? Warum hat sie ihn dann noch nicht kennen gelernt? Gemeinsam machen sich die beiden Frauen auf um die Vergangenheit aufzurollen, die Sylvia bis dato so gut verdrängt hat. Doch plötzlich steht nicht nur der Totgeglaubte vor Sylvia, auch Anna entpuppt sich nicht als zufällige Mitbewohnerin…

Sicherlich steckt in dieser Geschichte sehr viel Potential. Es gibt Verwicklungen, die nicht einfach zu durchschauen sind und immer wieder neue Entdeckungen, die das Verhalten Sylvias unterstreichen oder völlig absurd dastehen lassen.
Spannenden Situationen gibt es zu Genüge, leider aber spielt der Autor nicht lange genug mit dem Leser, sodass eine gewisse Unruhe währen des Lesens von mir Besitz ergriff.
Viel zu schnell wechseln die Szenen und auch wenn man der Geschichte dennoch folgen kann, wirkt sie dadurch einfach gehetzt und unfertig.

Wo manch eine Geschichte zu viele Seiten hat, hat diese zu wenig.
In einem Thriller sollte eine gewisse Grundspannung aufgebaut sein, die den Leser fesselt und ihn nicht irgendwann nervt. Da kann auch gerne das ein oder andere Wort mehr enthalten sein.
Einen Roman kann man gut in diese kurze Seitenzahl packen, denn ein Happy End bedarf nicht viel Vorreden. „Aroma des Todes“ aber zeigt mir ganz klar, dass am Ende noch viel zu viele Fragen offen bleiben, wenn viele Details einfach verschluckt werden.

Interessant ist das Thema dennoch, denn das Psychospielchen, welches hier mit der Hauptprotagonistin gespielt wird, ist ein interessanter Ansatz für einen Thriller.
Leider aber fehlt es auch hier an tiefergehenden Informationen und die Therapie wird nur an der Oberfläche angekratzt. Auch weiß man am Ende nicht so wirklich was mit der ein oder anderen Person geschieht und welche Traumata noch verborgen geblieben sind.

Ein Thriller, der nicht ausgereift ist und mich daher trotz des tollen Einstiegs und des interessanten Klappentextes nicht von sich überzeugen konnte. Dennoch hoffe ich, dass der Autor das nächste Mal mehr aus seinem Potential macht und eine etwas ausgereiftere und spannendere Geschichte auf Papier zaubern kann.



folgt

Vielen Dank für das Rezensionsexemplar an vorablesen.de


Der Autor:
Jacob Nomus, geboren 1968 in Köln, veröffentlichte bereits mehrere Bücher, darunter „Das Amarna-Grab“, seine Anthologie-Reihe “Geschichten aus dem dritten Jahrtausend“ sowie 2015 den Roman „Relictio“.
Homepage des Autors.
Weitere Bücher:
  • Relictio: Das Vermächtnis des Kätzers (2015)
  • Das Konzept: Geschichten aus dem dritten Jahrtausend (2011)

Quelle: Bild des Autors von vorablesen.de, Vita von der Verlagshomepage, sowie das Cover auch.




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