Mittwoch, 17. Februar 2016

[Rezi] #8/2016 - Passagier 23

Autor: Sebastian Fitzek
Titel: Passagier 23
Genre: Psychothriller
Verlag: Droemer (München)
Erschienen: 10/2014
Seiten: 432 S.
ISBN: 978-3-426-19919-0
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"Menschliches Blut: 44 Prozent Hämatokrit."
(1. Satz)

Persönliche Zusammenfassung:
Martin Schwartz wird von einer Passagierin der "Sultan of the Seas" angerufen und gebeten auf das Schiff zu kommen. Als Polizeipsychologe wird er neugierig, als sie ihm von verschwundenen Personen auf dem Schiff erzählt. Er will diesen Fall nicht wirklich übernehmen, denn sofort überfallen ihn unangenehme Erinnerungen: Selbst hat er fünf Jahre zuvor seine Frau und seinen Sohn auf diesem Schiff verloren. Die Neugier aber überschattet die Angst und er macht sich auf, um das Geheimnis der verschwundenen Passagiere zu lüften...

Rezension/Meinung:
Sebastian Fitzek ist ein Meister des Thrillers und ganz klar auch der Verwirrung.
Selten erkennt man am Anfang einer seiner Geschichten, wie sie sich entwickeln wird. Sie entfaltet sich erst nach und nach vor dem Leser und erst spät erkennt man wo die dunklen Korridore der Erzählung hinführen. Aber genau das ist es, was mich als Leserin begeistert.

In "Passagier 23" greift der Autor das Phänomen verschwundener Passagiere auf Kreuzfahrtschiffen auf.
Der Psychologe Martin Schwartz tut für seine Ermittlungen alles. Neben der Infizierung von Krankheiten, lässt er sich für seinen Beruf auch mal ins Gefängnis sperren um den Tätern verschiedenster Machenschaften so nahe wie möglich zu kommen und glaubhaft zu wirken. Nach seinem letzten gefährlichen Fall, wird er von einer Unbekannten angerufen, die ihn um Hilfe bittet. Auf dem Kreuzfahrtschiff „Sultan of the Seas“, auf dem sie dauerhaft lebt, sind eine Mutter und ihre Tochter verschwunden. Schwartz kann nicht anders als am Board zu gehen, denn er selbst hat seine Frau und seinen Sohn auf ebendiesem Schiff verloren.
Sein kurzer Aufenthalt aber verlängert sich unerwartet, denn im Schiff verbirgt sich mehr als zu vermuten mag. Konfrontiert mit dem Kapitän, der damals nicht weiter nach seiner Familie suchte, ist der Psychologe angespannt und versucht mit Hilfe der Ärztin an Bord mehr heraus zubekommen.
Plötzlich steht das verschwundene Mädchen wieder da, schweigt aber vehement.
Währenddessen verschwindet ein weiteres Mädchen. Mit deren Mutter macht sich Schwartz auf die Suche und kommt immer verstörenderen Details auf die Spur. Will sich das Mädchen wirklich umbringen? Warum wird eine Reinigungsfrau brutal angegriffen? Und was steckt wirklich hinter der Ärztin, die kurz darauf selbst außer Gefecht gesetzt im Krankenzimmer landet?
Schwartz kommt der Wahrheit immer näher und muss erkennen, dass hinter allem noch viel mehr steckt, als er zu Anfang glaubt. Ferner muss er erkennen, dass seine Frau ein ganz anderer Mensch war, als sie ihm immer vorgespielt hat.
Zwischen Lügen und Wahrheiten versucht er sich zurecht zu finden und kann kaum glauben was ihn erwartet...

Schon lange hege ich den Wunsch selbst einmal auf eine große Kreuzfahrt zu gehen. Im Verlauf der Geschichte wird man sich bewusst, was man alles nicht weiß und was passieren könnte.
Die Ecken und Wege die ein normaler Passagier niemals betreten darf, sind hier mit benannt und geben einem einen ganz anderen Einblick.

Fitzek schreibt in diesen Psychothriller die verschiedensten Menschen und Charaktere hinein. Dem ein oder anderen mag das zu viel sein, aber ich finde es genau richtig.
Die parallel laufenden Geschichten steigern die Spannung und man ist immer wieder neugierig was nun passieren wird und wer zu wem gehört.
Wieder einmal sind die Figuren gut herausgearbeitet und insbesondere Martin Schwartz erweckt trotz seiner Risikofreudigkeit eine gewisse Sympathie. Sein zugeschriebenes Ermittlergeschick tut den Rest dazu.
Überraschende Wendungen erwarten den Leser wie eh und je und mich konnte der deutsche Thriller-Meister vollends überzeugen. Das eigentliche Ende zögert sich zwar etwas heraus, wenn man aber erfährt, was dahintersteckt, muss man die Luft tief in die Lungen saugen und sanft entfliehen lassen um seinen Puls zu beruhigen.

Ein schonungsloses, teils brutales Werk, das dazu anregt sich zu fragen, wer hier falsch spielt und wirklich Opfer oder Täter ist. Die menschlichen Abgründe sind spürbar und erschreckend nah. Spannend, aufwühlend und mitreißend.





Der Autor:
Sebastian Fitzek, geboren 1971, ist Deutschlands erfolgreichster Autor von Psychothrillern. Seine Bücher werden in vierundzwanzig Sprachen übersetzt und sind Vorlage für internationale Kinoverfilmungen und Theateradaptionen. Sebastian Fitzek lebt mit seiner Familie in Berlin. 
Homepage des Autors.


Weitere Bücher (Auswahl):
Quelle: Autorenbild und Cover von der Verlagshomepage.


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