Montag, 9. November 2015

[Rezi] #12/2015 - Mordsommer

Autor: Rudi Jagusch
Titel: Mordsommer
Genre: Thriller
Verlag: Heyne (München)
Erschienen: 03/2015
Seiten: 464 S.
ISBN: 978-3-453-43785-2
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"Stechende Pfeile schossen durch sein Gehirn."
(1. Satz)

Persönliche Zusammenfassung:
Nina Lehmann ist eine erfolgreiche Staatsanwältin und klettert die Erfolgsleiter immer höher. Lediglich im Privaten fehlt ihr das Glück.
Eines Tages erhält sie ein anonymes Schreiben – eine Drohung. Zunächst geht sie von einem Verurteilten aus, der Rache üben möchte. Doch schon mit dem nächsten Brief muss sie erkennen, dass ihre Vergangenheit sie einholt. Gut gehütete Geheimnisse scheinen aufgedeckt worden zu sein und bedrohen ihre Zukunft. Und schon bald begegnet sie den Menschen wieder, die zwar ihre Jugend beeinflusst haben, denen sie aber nie mehr begegnen wollte...

Rezension/Meinung:
Steff, Mike, Tim, Nina, Rike und Jana waren als Jugendliche eine eingeschworene Clique. Reich und hoch angesehen, wagte sich niemand in diesen Kreis zu dringen. Nur Tims ehemaliger bester Freund, Pierre, versuchte alles um zu ihnen zu gehören und seinen Status als Außenseiter zu verlieren. Die Clique aber ließ nie zu, dass jemand erfuhr, was sie in ihrer gemeinsamen Freizeit trieben. Sie spielten mit dem Feuer und überschritten nicht nur einmal die Grenze des Erlaubten.
Am letzten Schultag schworen sie sich Stillschweigen zu bewahren und hielten sich all die Jahre dran.
Nun aber, über zwanzig Jahre später, scheint jemand ihre Jugendsünden aufgedeckt zu haben. Nina und die anderen erhalten eine Einladung an einen ihnen unbekannten Ort. Dort treffen sie sich nach all den Jahren das erste Mal wieder.
Niemand scheint zu wissen, wer die Einladungen geschrieben hat, aber alle lassen sie sich auf das geheimnisvolle Abenteuer ein. Lediglich Steff taucht nicht auf. Hat der ehemalige Anführer etwa etwas Spannendes geplant?
In dem kleinen Ort, in dem es spuken soll, wird aber schnell klar, dass es keine guten Absichten sind, die hinter dem Treffen stecken und es dauert nicht lange, bis die erste Leiche entdeckt wird…

„Mordsommer“ klang schon vom Titel her sehr spannend und der Klappentext konnte mich dann vollends überzeugen.
Das Buch beginnt gleich spannend und konnte mich von der ersten Seite an fesseln. Der Einstieg ist schonungslos und brutal, weckt dadurch die Neugier.
Nach jedem Kapitelwechsel, wechselt auch die Szenerie. Das Hauptaugenmerk liegt zunächst auf Nina Lehmann. Sie bleibt auch im Laufe der Geschichte immer der Dreh- und Angelpunkt und Jagusch kommt immer wieder auf sie zurück. Zwischendurch wechseln neben den Blickwinkeln dann aber auch immer die Jahre.
Die Geschehnisse aus der Vergangenheit werden erzählt und man kann sich nach und nach zusammenreimen, was hinter dem geheimnisvollen Treffen steckt. Es wird eine Jagd auf eine Truppe beschrieben, die selbst einmal alles andere als unschuldig war.
Die Wechsel der Blickwinkel und Szenen ist gut gewählt und man kann immer den Anschluss halten ohne zu lange nachdenken zu müssen.

Der Aufbau des Thrillers ist spannend und es kommt nie der Moment in dem man glaubt die Spannung würde nachlassen und die Intensität verloren gehen. Mich konnte dieser Thriller nach einigen soliden, aber teilweise sehr abflachenden Genrezwillingen richtiggehend mitreißen und begeistern.

Bis zum Schluss kann man sich nicht 100% sicher sein, wer Täter und Opfer ist und unvorhergesehene Wendungen machen für mich u.a. einen gut geschriebenen Thriller aus.

Gleichzeitig ist aber zu sagen, dass Leser dieses Buches etwas hartgesottener sein sollten. Nicht alle Beschreibungen, auch wenn sie nicht zu sehr ins Detail gehen, sind leicht verdaubar. Hier werden Grenzen überschritten, die nicht jedermann bekommen.
Gleichzeitig ist dies eine Darstellung davon, wie sich Menschen verändern können und das Schuld nicht in jedem Fall nach ein paar Jahren vergeben ist.

„Mordsommer“ ist ein spannender Thriller, der nicht locker lässt und sich in den Gedanken des Lesers festbeißt. Wer sich auf die Suche nach dem brutalen Täter begibt, möchte ebenso das kleine Dörfchen besuchen und sich dort im Dunkeln gruseln.

Spannend, emotional und mit einem Hauch Mysterie versehen.


Der Autor:
Rudi Jagusch, 1967 geboren, lebt mit seiner Familie in einem kleinen Dorf bei Köln. Als Bücherwurm entdeckte er bereits als Jugendlicher seine Leidenschaft zum Schreiben. Nach sechs Regionalkrimis schrieb er mit »Amen« seinen ersten Thriller.

Weitere Bücher:
  • Amen (2014)
  • Die Sau ist tot (2014)
  • Eifelteufel (2013)
  • Nebelspur (2009)
Quelle: Bilder von der Verlagshomepage

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