Samstag, 12. April 2014

[Rezi] #18/14 - Das Rachespiel

Autor: Arno Strobel
Titel: Das Rachespiel
Genre: Psychohriller
Verlag: Fischer (Berlin)
Erschienen: 01/2014
Seiten: 352 S.
ISBN: 978-3-596-19694-4
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"Er betrachtete sein Werk und war zufrieden."
(1. Satz)

Persönliche Zusammenfassung:
Frank Geissler wird gemeinsam mit drei seiner Freunde aus Kindertagen durch ein unheimliches Video in ein gefährliches Spiel geleitet. Gemeinsam haben die vier Jahre zuvor eine schreckliche Tat vertuscht, doch das Opfer von damals scheint nun ihr Peiniger und will Rache an ihnen üben. 
Der Spielmacher macht deutlich was die vier zu tun haben, doch manchmal ist die Wahrheit viel tiefer verborgen als man ahnt...

Rezension/Meinung:
Einige der Thriller von Arno Strobel habe auch ich schon gelesen und gehört. 
Bisher konnte er mich jedes Mal an die Geschichte fesseln und so mit den spannenden Elementen stark an die Geschichte binden. Mit „Das Rachespiel“ aber hat er mich etwas verloren dastehen lassen und mir fehlte die Begeisterung, die mich bisher immer packen konnte. 

Die Geschichte beginnt gewohnt gut und spannend konstruiert. 
Erst einmal kann man einen kleinen aber aussagekräftigen Abschnitt desjenigen lesen, der das folgende Spiel aufgebaut hat. Somit konnte mich der Anfang direkt einlullen und ich hoffte auf die weiteren spannenden Momente. 
In Kapitel eins trifft man auf Frank Geissler, der zwar nur einer der vier Mitspieler ist, aber auf dem der Focus liegt. Es wird erst einmal ein bisschen über ihn und seine Familie geschrieben, was ich gut fand, denn so bekommt man ein Gefühl für diesen Protagonisten und findet ihn auch unweigerlich sympathisch. 
Frank erhält einen Umschlag in dem sich ein Stick befindet. Dieser Stick enthält die ersten Hinweise, die dem Leser eine Gänsehaut bescheren. Denn die darauf befindlichen Dateien zeigen einen Mann, der nackt auf einem Boden hockt und seine Angst wird über den Bildschirm an Frank weitergeleitet, der nicht weiß was er da vor sich sieht. Die Botschaft aber lautet, dass nur er ihn retten kann, indem er ihm übertragene Aufgaben erfüllt. Frank tut das ganze ab und muss nur Stunden später mit ansehen, wie derselbe Mann brutal von Ratten überrannt und getötet wird. Erst jetzt wird Frank die Folge dessen bewusst, was er dort gesehen hat, doch steckt er selbst schon mitten in einem perfiden Spiel. 
Alleine macht er sich nicht auf den Weg zu einer Art unterirdischem Bunker: Dort trifft er auf drei Freunde, mit denen er in Kindertagen Abenteuer erlebt hat. Schnell wird allen klar, dass es nur eine Verbindung gibt, die sie gemeinsam an diesen Ort geführt haben kann: Jahre zuvor waren sie schuld an dem Tod eines Jungen, der sich ihrer kleinen Clique anschließen wollte. Damals schworen sie sich kein Wort über das Geschehen zu verlieren und haben die Erinnerungen verdrängt. 
Nun aber scheint die Zeit der Rache angebrochen und der Totgeglaubte scheint dieses Spiel zu leiten. Immer wieder müssen die Gefangenen miterleben wie die Spielregeln geändert werden und aus ehemaligen Freunden immer mehr Feinde werden, die nur ans Ziel gelangen können in dem sie sich gegenseitig töten. Frank weiß nicht wem er trauen soll, tut sich aber am Ende mit der einzigen Frau zusammen und scheint die Nacht zu überleben - bis er erfahren muss, wer wirklich der Spielleiter ist... 

Im Großen und Ganzen hat mir die Geschichte ganz gut gefallen, denn die Idee des Spiels hat mich mitgerissen. Leider wurde ich zwischenzeitlich immer wieder an die harmlosere Variante von Poznanskis „Erebos“ erinnert und dann in Teilen auch an „Saw“. In diesen beiden Beispielen werden Spiele auch zur gefährlichen Realität. 
Daher schweiften meine Gedanken dann auch zeitweise sehr ab. 
Gut ist das Arno Strobel den Leser nicht unwissend dastehen lässt und genau beschreibt, was damals zu der Zersplitterung der Clique geführt hat. Auch konnte er mich sehr überraschen, wie alles wirklich ablief – die Wahrheit die Frank nicht kennt. 
Doch auch wenn ich die Gründe nicht kannte, war mir schon recht früh klar, wer hier wirklich ein falsches Spiel spielte. Daher war ich etwas enttäuscht. Zwischenzeitlich schweifte mir die Geschichte etwas zu weit aus, denn auch wenn die Erlebnisse der damaligen Kinder Schlüsselerlebnisse in diesem Buch sind, hätte man vielleicht nicht allzu tief einsteigen sollen. 
Hier hätte es sich angeboten auch die anderen Teilnehmer des Spiels etwas mehr zu beleuchten.
Durch die Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit blieb ich überwiegend an der Geschichte hängen, da ich hoffte, dass noch etwas unvorhergesehenes passieren würde. Auch wenn es kleine Überraschungen gab, fehlte mir doch der große Knall. 
Das ausgearbeitet Erlebnis in den dunklen Gängen, bereitete mir nur einen kurzen Spannungsbogen. Schon früh bekam ich das Gefühl, dass der „Feind“ auf dem die ganze zeit angespielt wurde, doch nicht so offensichtlich böse sein kann – was sich auch im Nachhinein bestätigt. 
Sicherlich hat der Autor hier versucht durch die Beschreibungen eine Unsympathie zu wecken, was er auch zweifelsohne schafft. Den „Großkotz“ kann man sich sehr gut vorstellen. 
Dennoch kam es dazu, dass ich immer wieder mit den Gedanken abschweifte und größere Pausen zwischen den einzelnen Abschnitten einlegen musste, weil ich mir nie wirklich sicher war, ob ich weiterlesen wollte. 

Für denjenigen, der sich während des Lesens nicht allzu viele Gedanken macht und Verbindungen zieht, wird das Ende eine echte Überraschung sein. Für mich war es leider zu vorhersehbar. Auch wenn mich dieser Thriller nicht wirklich fesseln konnte, empfehle ich ihn gerne weiter. Denn hier hat jeder ein eigenes Empfinden. 
Dadurch, dass ich schon einige andere Bücher des Autors gelesen habe, bin ich nun aber nicht abgeschreckt; bisher konnte er mich immer gut unterhalten. Ich gehe davon aus, dass sein nächster Titel das auch wieder schaffen wird und übersehe nun einfach mal das kleine – für mich – Tief. 



Das Cover:
Dieses spiegelt den Aufhänger der Geschichte wieder und schaffte es gerade deswegen meine Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Man will einfach wissen was dahinter steckt.

Der Autor:

Arno Strobel, 1962 in Saarlouis geboren, studierte Informationstechnologie und arbeitet heute bei einer großen deutschen Bank in Luxemburg. Mit dem Schreiben begann er im Alter von fast vierzig Jahren. Arno Strobel lebt mit seiner Familie in der Nähe von Trier.

Weitere Titel:

Quelle: Bilder und Vita von der Verlagshomepage.
 

5 Empfehlungen:
 


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