Montag, 31. März 2014

[Rezi] #17/14 - Winter People

Autor: Jennifer McMahon
Titel: Winter People - Wer die Toten weckt
Originaltitel: The Winter People
Genre: Thriller
Verlag: Ullstein (Berlin)
Erschienen: 03/2014
Seiten: 393 S.
ISBN: 978-3-548-28609-9
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"Meine geliebte Tante Sara Harrison Shea wurde im Frühling des Jahres 1908 brutal ermordet."
(1. Satz)


Persönliche Zusammenfassung:
Sara muss ihre Tochter Gertie schon in jungen Jahren zu Grabe tragen. Mit diesem Schicksalsschlag kommt sie nur schwer klar und sieht nur einen Ausweg: Sie muss ihre geliebte Tochter wieder zum Leben erwecken. Jahre zuvor hat ihre Tante ihr eine geheime Formel verraten mit der man Tote für sieben Tage wiedererwecken kann. Während Saras Mann an ihrem Verstand zweifelt, beschwört Sara die Toten – und befreit das Böse… 

Rezension/Meinung:
Jennifer McMahon hat schon einige spannenden Thriller geschrieben, bei „Wer die Toten weckt“ bedient sie sich nun neuen Elementen, die in das Mystische mit einspielen. Gebannt verfolgt man Wort um Wort und reist dabei  zwischen den Zeiten hin und her.
Dieser Thriller spielt sich nämlich nicht nur in einer Zeit ab und konnte mich wegen des Themas, nach leichten Einstiegsschwierigkeiten, gut an sich binden. 

Alles beginnt Anfang des 20. Jahrhunderts. Sara, Martin und Gertie leben glücklich auf einer abgelegenen Farm nahe der Teufelshand in Vermont. Sie wirken wie eine glückliche Familie, doch haben sie schon viel durchgemacht. Martin hat einen verkrüppelten Fuß und kann dadurch kaum die Arbeitskraft aufbringen die er braucht, das Land gibt nicht viel her und sie haben schon mehr als ein Kind verloren. Gertie aber ist ihr Glück – bis sie eines Tages nicht wieder nach Hause kommt. Martin findet sie in einem Brunnen – tot. Für Sara bricht eine Welt zusammen und sie will nicht einsehen, dass ihr ihre geliebte Tochter weggenommen wurde. Es dauert nicht lange und ihr Verstand scheint ihr Streiche zu spielen. Martin kämpft um seine Sara und um ihren Verstand. Sie aber flüchtet sich immer mehr in ihre eigene Welt und kann nicht mehr anders, als das Geheimnis ihrer Tante zu lüften, die den Weg kannte Tote wieder zu erwecken. Dies zwar nur für sieben Tage, doch Sara will sich nur von ihrer kleinen Tochter verabschieden. Mit Gertie aber hält noch mehr einzug in den Wald hinter dem Haus. 
Auch in der Gegenwart ist das Tagebuch in dem Sara Harrison Shea all die Geschehnisse nieder schreibt von großer Bedeutung. Als Ruthies Mutter eines Abends einfach verschwindet und nicht mehr auftaucht, findet sie mit ihrer Schwester das Tagebuch und kann sich von den Worten kaum losreißen. Gleichzeitig muss die junge Frau erfahren, dass ihr Leben eine einzige Vertuschung ist: ihre Mutter ist nicht ihre wahre Familie und sie scheint von Lügen umgeben. Auf der Suche nach der Wahrheit kommt sie dieser gefährlich nahe und gerät nicht nur selbst in den Sog von Saras Geschichte…. 

Erzählt wird hier aus mehreren Blickwinkeln, denn die verschiedensten Geschichten vereinen sich hier in eine. Sara selbst schreibt ihr Tagesbuch nieder, aber auch ihr Mann Martin trägt seinen Teil zur Geschichte bei. Neben Ruthie, kommt dann noch Katherine zu Wort, deren Mann erst kurz zuvor gestorben ist und in einer geheimnisvollen Verbindung zu Ruthies Mutter steht. Vergangenheit und Gegenwart werden zu einem und man verfolgt gespannt, was sich ereignet. 

Anfangs tat ich mich etwas schwer, da auf den ersten Seiten so lange Sätze verarbeitet waren, dass man gerne einfach einen Punkt setzen wollte. Dieses Gefühl und auch die langen verschachtelten Sätze legten sich mit dem Fortlauf der Geschichte. 
McMahon hatte alle teilnehmenden Figuren gut herausgearbeitet und bzgl. der Personen kommen eigentlich keine Fragen auf. Sie passen gut zueinander und ergeben ein rundes Bild.
Das Thema des Buches ist natürlich sehr speziell, denn wer hier nur einen „normalen“ Thriller erwartet, wird teilweise negativ angetan sein und das Gelesene kritisieren, denn diese Geschichte fließt eher in den Bereich Mysterythriller. 
Hier erwachen Tote und treiben ihr Unwesen in dem kleinen Ort West Hall. Mir hat gerade die Mischung einer Familiengeschichte und dem mystischen Touch zugesagt und ich brauchte nicht lange mich davon überzeugen zu lassen dieses Buch zu lesen.

Als Leser ist man überwiegend gespannt, was es mit Gertie auf sich hat, aber auch die anderen Nebengeschichten, sowie die Verbindungen passen gut hinein.

"Winter People" ist anders - was für mich gerade den Charme der Geschichte ausmacht.
Gruseln wird sich dabei kaum einer, auch wenn die Vorstellung Tote zu erwecken schon dazu führt einem eine Gänsehaut über den Körper zu jagen.
Immer wieder werden neue Gehimnisse aufgedeckt und neue Gedankengänge ziehen tiefe Spuren durch den Schnee von West Hall.

Ein Buch das den Leser in die winterlichen Wälder von Vermont entführt und dort teils Unglaubliches und Beängstigendes verspricht.
Eine gute Mischung, die flüssig geschrieben ist und die Sehnsucht und Hoffnungen eines Menschen wiederspiegeln, jemanden den man verloren hat, wieder zu erwecken.
Spannend und abwechslungsreich, für jeden Leser, der sich nicht immer an der Realität festhalten muss.

Zur Leseprobe
Vielen Dank an vorablesen.de


Das Cover:
Diese Cover hat meine Blicke gleich auf sich gezogen, da der Blick, der einem entgegen gebracht wird einfach sehr intensiv und anziehend wirkt. Man möchte wissen, was einem dieser Blick sagen soll. Gleichzeitig hat das Cover so viele fühlbare Details, dass man immer wieder drüber streichen möchte.

Die Autorin:
Jennifer McMahon wuchs in Connecticut auf. Sie hat als Anstreicherin, Farmarbeiterin, Druckvorlagenherstellerin, Pizza-Ausfahrerin sowie in einem Obdachlosenheim gearbeitet und war in der Betreuung seelisch kranker Kinder und Erwachsener tätig. Die Autorin lebt mit ihrem Freund und der gemeinsamen Tochter in Vermont.  

Weitere Bücher: 

Quelle: Bilder und Vita von der Verlagshomepage.

5 Empfehlungen:
 


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