Dienstag, 10. Dezember 2013

[Rezi] Das Geheimnis von Ella & Micha

Autor: Jessica Sorensen
Titel: Das Geheimnis von Ella & Micha
Originaltitel: The Secret of Ella & Micha Book 1
Genre: Roman
Verlag: Heyne (München)
 Erscheinungsjahr: 2013
 Seiten: 288 S.
ISBN: 978-3-453-41772-4

"Ob ich fliegen kann?"
(1. Satz)

Persönliche Zusammenfassung:
Vor acht Monaten war Ella das letzte Mal Zuhause – nun in ihren Semesterferien traut sie sich wieder dorthin und hat Angst davor, was sie erwartet. Damals verschwand sie ohne ein Wort und hat mit der Vergangenheit gebrochen. 
Als die die ersten bekannten Gesichter entdeckt wird ihr schnell mulmig, doch am meisten hat sie Angst vor der Begegnung mit Micha. Micha, der von klein auf ihr bester Freund war – der ihre Gefühlswelt damals so stark auf den Kopf stellte, dass sie einfach fliehen musste. Doch gibt es noch weitere Geheimnisse, die schwer auf ihr lasten und sie schneller einholen als sie ahnen kann… 

Rezension/Meinung:
Bei BdB habe ich mich für dieses Buch beworben und wurde freudiger Weise ausgelost. Als es endlich bei mir ankam, war ich etwas enttäuscht, lesen zu müssen, dass es sich nicht um einen Einzelband handelt und ich war wirklich unschlüssig ob ich es lesen sollte. 
Schon die ersten Seiten aber haben es geschafft mich völlig für sich einzunehmen und so war die Geschichte gefühlt auch viel zu schnell zu ende. 

Zu Beginn blickt der Leser gemeinsam mit Ella auf den Moment vor acht Monaten zurück, der den Ausschlag zu ihrer Flucht gab. Dort aber wird alles noch etwas schwammig beschrieben und man steigt nicht ganz dahinter, was genau zusammengespielt hat. 
Um die Neugier zu steigern wechselt die Erzählung in die Gegenwart, in der Ella gerade mit ihrer Mitbewohnerin Lila in Las Vegas ihr Studienzimmer räumt um nach Hause zu fahren. Man merkt ihr schnell ihr Unwohlsein und die Nervosität an. Es scheint als würde sich alles in ihr dagegen sträuben diesen Schritt zu gehen. 
Gleichzeitig bekommt man einen Eindruck von Micha, der abwechselnd mit Ella erzählt wie es ihm ergangen ist. Gerade hat er ihre Telefonnummer ausfindig gemacht, da steht sie plötzlich wieder vor ihm. Die Situation der ersten Begegnung ist angespannt, während Ella jeglichen Körperkontakt vermeiden will und immer wieder versteift, geht Micha aufs Ganze und weiß gleich, dass seine Gefühle in den acht Monaten nur noch stärker geworden sind. 
In ihrer alten Heimat aber erwartet sie nicht nur Micha. Auch die Erinnerungen an den Tod ihrer Mutter stürzen auf sie ein – denn noch immer gibt sie sich die Schuld daran. Der Vater ist Alkoholiker und scheint nicht einmal richtig mitzubekommen, dass Ella wieder da ist und wirkt dadurch als Figur sehr unzugänglich. Lila die eigentlich direkt zu ihrer eigenen Familie weiterfahren wollte bleibt an diesem ungewohnten Ort hängen, denn das verwöhnte Mädchen kannte die schmuddeligen und heruntergekommenen Ecken Amerikas bisher nicht und diese üben gleich einen extremen Reiz auf sie aus. 
Ella aber hat Bedenken, denn mit ihrer Flucht hat sie auch ihr altes Ich zurück gelassen, und Lila kennt sie ganz anders, als sie wirklich ist. Denn Ella bewegt sich in zwei Welten. Der in der sie nun studiert, eine anständige junge Frau geworden ist und sich keinen Gefahren mehr aussetzt und in der, in die sie zurückkommt: eine Welt voller Gefahren, Abenteuer und Leidenschaft. 
Micha schafft es schon gleich die Spannung zwischen den beiden Hauptprotagonisten zu steigern und die sexuellen Aspekte zwischen ihnen lassen sich nicht lange verleugnen. Denn Sehnsucht lässt sich nicht einfach abschalten. Und während Ella versucht mit ihrem Bruder klar zu kommen, ihrem Vater zu helfen und Micha aus dem Weg zu gehen – erkennt sie was im Leben wirklich zählt und dass das, vor dem sie weggelaufen ist viele tiefer geht und ihre ganze innere Welt so stark bewegt, dass sie ihre Vergangenheit akzeptieren und den Mut finden muss sich von aller Angst zu befreien...

„Das Geheimnis von Ella und Micha“ zeigt nicht nur der Nebenfigur Lila wie das Leben auf der nicht so schillernden Seite Amerikas ist, sondern auch dem Leser, wo der schöne Schein manchmal enden kann.
Ellas Familie scheint schon immer mit Problemen behaftet zu sein. Sie selbst war immer aufmüpfig, hat das Adrenalin und Abenteuer geliebt und sich regelmäßig in Gefahr gebracht. Kaum vorstellbar, denn anfangs wirkt sie wie die perfekte Schwiegertochter, die sich gut kleidet und nie ein falsches Wort sagt. Doch wieder Zuhause bei ihrem alkoholkranken Vater und der Schuld am Tod ihrer Mutter, kommt das alte Ich wieder schnell zurück. Man verfolgt die Verwandlung gespannt, auch wenn sie nie vollkommen stattfindet und man sich als Leser immer zwei Gesichtern von Ella gegenüber sieht.
Ganz das Gegenteil ist Micha, bei dem man sich so gut wie keine Fragen stellt, da er fast alles direkt rauslässt. Die beiden Figuren passen gut zusammen und ergänzen sich perfekt.
Die hinzugefügten Nebenrollen finde ich ebenfalls gut und man hat nie das Gefühl, dass jemand zu viel ist. Natürlich sind die anderen Figuren oft nur angeschnitten, aber dennoch kann man sie gut durchschauen.

Mir hat es gut gefallen, dass die Autorin die wechselnden Sichtweisen zwischen Ella und Micha gewählt hat. Leider fand ich anfangs den Part von Micha recht kurz. Das legt sich aber mit der Zeit und auch er erhält längere Erzählpassagen. Die Geschichte hat einen guten Erzählfluss und ich bin an keiner Stelle ins Stocken geraten, da Erklärungen meist prompt folgen und keine Fragen offen lassen.
Gut fand ich auch, dass sich die Autorin nicht nur auf die Beziehung zwischen Ella und Micha fixiert, sondern immer wieder andere Elemente mit einfließen lässt. Wo sich z.B. plötzlich Michas Vater ins Spiel bringt, kann man den Worten nur gespannt folgen. Außerdem wurde aus diesem Buch keine dramatische Liebesgeschichte gemacht, auch wenn erst alles danach aussieht. Daher verflog der Gedanke an „Kirschroter Sommer“ im Vergleich ganz schnell.

An sich könnte die Geschichte meiner Meinung nach mit der letzten Seite auch ein Ende finden, denn es scheint alles gut abgeschlossen. Scheinbar aber wird im Folgeband noch einmal ein bisschen war dazu gepackt, wahrscheinlich um noch ein komplettes Happy End zu erstellen.

Die Geschichte um Ella und Micha ist sehr empfehlenswert, lässt sich schnell lesen und auch wenn nicht alles so tief gehend ist, bleibt doch etwas von den beiden in einem zurück. Sicherlich eine gute Wahl für Leser, die gerne Geschichten lesen, in denen es um die große Liebe geht – die Gefühle aller Variationen erwarten, aber auch noch mehr.
Intensiv, gefühlvoll und spannend – eine Geschichte mit Herz und Charme.

Und natürlich werde ich den Folgeband lesen :)

 Vielen Dank für das Exemplar an Heyne und BdB.

Das Cover:
Das Cover spricht sicherlich Leser an, die eine schöne Liebesgeschichte lesen mögen und wirkt sehr leidenschaftlich.

Die Autorin:
Die Bestsellerautorin Jessica Sorensen hat bereits zahlreiche Romane verfasst. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren drei Kindern in den Bergen von Wyoming. Wenn sie nicht schreibt, liest sie oder verbringt Zeit mit ihrer Familie.

Weitere Bücher:
(ab 2014)

Quelle: Bilder und Vita von der Verlagshomepage.


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