Freitag, 29. November 2013

[Rezi] Der Wald ist Schweigen

Autor: Gisa Klönne
Titel: Der Wals ist Schweigen
Genre: Kriminalroman
Verlag: Ullstein (Berlin)
 Erscheinungsjahr: 2006
 Seiten: 384 S.
ISBN: 978-3-548-26334-2

folgt
(1. Satz)

Persönliche Zusammenfassung:
Wie allmorgendlich, macht sich die junge Försterin Diana Westermann auf ihren Spaziergang durch den Wald ihres kleinen Heimatortes im Bergischen Land. Doch ihr Hund Ronja verhält sich an diesem Morgen anders als gewohnt und führt Diana so zu einer Leiche, die von Vögeln angefressen auf einem Hochsitz liegt. Entsetzt ruft sie die Polizei, die sich schnell fragen muss, wer den Toten auf dem Gewissen hat. Denn es gibt mehr als einen Verdächtigen.

Rezension/Meinung:
Nachdem das Buch nun eine lange Zeit in meinem Regal stand, habe ich mich für eine längere Autofahrt danach gegriffen. Da das Erscheinungsdatum schon etwas her ist, gibt es mittlerweile von Gisa Klönne weitere Bücher. Mit „Der Wald ist Schweigen“ begann sie aber vor einigen Jahren die Geschichte um die Kommissarin Julia Krieger zu entwerfen.

Es scheint ein idyllischer Ort, der Wald im Bergischen Land, früh am Morgen, mit frischer klarer Luft und den leisen Geräuschen des erwachenden Tages. Die  junge Försterin Diana Westermann streift wie jeden Morgen mit ihrem Hund Ronja durch den Wald und kontrolliert die Umgebung. Heute aber stimmt etwas mit der sonst so anhänglichen Ronja nicht. Ohne große Vorwarnung prescht sie zu einem der Hochsitze. Die Vermutung, Verbotenes zu entdecken liegt nah, aber niemals rechnet Diana damit, was sie dort erblickt: an die Wand gelehnt sitze ein Mensch, Vögel stoben auf als sie die Leiter hoch geht und ihr Blick auf den angepickten Körper fällt, der scheinbar keine Kleidung trägt.
Geschockt informiert sie die Polizei, die nach dem Leichenfund nicht lange auf sich warten lässt.
Julia Krieger, die zuständige Kommissarin, trifft vor Ort ein, als die Spurensicherung schon in vollem Gange ist. Sie beginnt zu ermitteln, doch schnell wird deutlich, dass ihr etwas fehlt. Die Kollegen suchen immer einen gewissen Abstand und oft zieht sich Julia in sich selbst zurück. Durch den Tod eines anderen Menschen Jahre zuvor, ist die knallharte Polizistin ruhiger geworden – dennoch beißt sie sich in diesem Fall fest und es scheint als würde die alte Krieger wieder aufblitzen. Schnell scheint es in diesem Fall mehr als einen Verdächtigen zu geben, denn das der noch unbekannte Mann ermordet wurde, ist eindeutig.
Im Laufe der Geschichte wird die Identität geklärt und schnell wird deutlich, dass der Mann seine Frau regelmäßig mit jungen Frauen betrogen hat. Da er wohlhabend war, wird sie sicherlich davon profitieren, doch macht sie das gleich zu einer Mörderin? Was ist mit dem Sonnenhof, ein kleines Ashram für Leute, die den Sinn darin sehen, ihre Zeit mit Meditation zu verbringen? Und was hat es mit der jungen Frau auf sich, die irgendwie zurückgeblieben wirkt, bei der Julia Krieger aber gleich spürt, dass mehr hinter ihrer Fassade steckt?
Viele Verdächtige, ein Täter und ein Motiv, das nicht jeden zum Mörder macht.

„Der Wald ist Schweigen“, hat mich zweigeteilt zurück gelassen.
Neben einer interessanten neuen Kommissarin, um die herum sich vieles ereignet, trifft man auf jede Menge Personen, die man nicht gut einschätzen kann. Auch die Orte wechseln regelmäßig in den Abschnitte und manchmal muss man sich erst einmal wieder orientieren, wo man sich denn gerade befindet.
Die Autorin hat versucht durch den häufigen Wechsel von Perspektiven eine gewisse Spannung aufzubauen, die bei mir nicht wirklich ankam. Wobei ich es immer gut finde, eine Geschichte nicht nur aus einem Blickwinkel zu erleben.

In Ansätzen fand ich die Story gut und auch gut ausgearbeitet, an anderen Stellen wiederum fehlte mir dies. Der Sonnenhof konnte mich überhaupt nicht erreichen und ich wurde mit diesen Teilen nicht warm. Da haben mich die Einblicke in die Vergangenheit der Krieger mehr interessiert.
Gut fand ich dagegen, dass die Autorin es schafft das Offensichtliche zu verschleiern. An einigen Punkten meint man zu wissen, wer der Mörder ist, doch durch eingefügte Elemente weicht man immer wieder von der Meinung ab, bis man doch erkennt, was wirklich gespielt wird.
Ein solider Ansatz, mit vielleicht ein paar zu vielen Protagonisten und mit wenigen Überraschungen.

Der Schreibstil ist passend und flüssig, auch wenn durch das hin und her Springen ab und an etwas verloren geht. Ich denke mit den Folgebüchern um Julia Krieger wird die Autorin ihr Potenzial weiter ausgeschöpft und die Strukturen etwas klarer definiert haben.
Ein Kriminalroman, der den Namen verdient hat, der gut für Zwischendurch geeignet ist und den Einstieg in das Leben und walten der Krieger einfach gestaltet.
Der aber leider auch nicht sehr lange im Gedächtnis hängen bleibt.
Dennoch bin ich sehr gespannt auf die weiteren Bücher, denn „Unter dem Eis“ erwartet mich schon.


Das Cover:
Hier passt das Cover meiner Meinung nach sehr gut, denn es wirkt sehr düster durch die schwarze Farbe. Der Rabe hebt sich nur leicht ab und macht somit einen verschleierten Eindruck. Ein gelungenes Cover.

Die Autorin:
Gisa Klönne, 1964 geboren, studierte Anglistik und war Journalistin. Ihre von Lesern und Presse gleichermaßen gefeierte Erfolgsserie um Kommissarin Krieger wurde in mehrere Sprachen übersetzt. 2009 erhielt Gisa Klönne den Friedrich-Glauser-Preis. 

Weitere Bücher:
  • Das Lied der Stare nach dem Frost (2013)
  • Nichts als Erlösung (2011)
  • Farben der Schule (2009)
  • Nacht ohne Schatten (2008)
  • Unter dem Eis (2007) 
Quelle: Bilder und Vita von der Verlagshomepage.


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