Mittwoch, 4. September 2013

[Rezi] Tödliche Wut

Autor: Linda Castillo
Titel: Tödliche Wut
Originaltitel: Goen Missing
Band: 4
Genre: Thriller
Verlag: Fischer (Frankfurt am Main)
 Erscheinungsjahr: 2013
 Seiten: 352 S.
ISBN: 978-3-596-19612-8
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"Becca hatte schon als Kind gewusst, dass ihr Leben einmal tragisch enden würde."
(1. Satz)

Persönliche Zusammenfassung:
In Painters Mill kommt es zu einer Katastrophe: ein amisches Mädchen verschwindet spurlos. Nur noch ihre Tasche - mit Blut - befleckt wird an einem Straßenrand gefunden. Kate Burkholder beginnt mit den Ermittlungen, muss aber schnell feststellen, dass mehr hinter dem Verschwinden steckt, denn Sadie Miller ist nicht die einzige Verschwundene. Burkholder wird zu den Ermittlungen des BCI hinzugezogen und versucht mit Tomasetti herauszufinden, was mit Sadie passiert ist und dringen in die verschworene Gemeinschaft der Amischen, in der es dunkle Geheimnisse gibt. 

Rezension/Meinung:
Als ich davon hörte, dass ein weiterer Teil um Kate Burkholder veröffentlicht wird, habe ich mich schon sehr darauf gefreut. Die Polizeichefin des kleinen Dorfes namens Painters Mill zeichnet sich dadurch aus, dass sie sich in einem Grenzbereich der Ermittlungen befindet, denn mit ihren Erfahrungen als ehemalige Amische und ihren Fällen bzgl. dieser Lebensweise, bringt sie dem Leser eine Gruppierung näher, die sich oft vor anderen verschließt. 

Diesmal beginnt die Geschichte mit einem Prolog, der einem einen Hauch Gänsehaut über den Körper fahren lässt. Der Leser verfolgt, wie ein junges Mädchen sich mit einer Schuld quält, für die sie ganz und gar nichts kann, und die dadurch keinen anderen Ausweg sieht, als dem Leben zu entkommen. Schon dieser Teil wirkt sehr bedrückend und bereitet einen auf die folgenden Seiten vor. Kate Burkholder wird schon bald darauf von ihrer Mitarbeiterin darauf aufmerksam gemacht, dass ein junges amisches Mädchen verschwunden ist und macht sich schnell auf den Weg zu der Familie. Wie üblich wird ihr Ablehnung entgegen gebracht, denn da Burkholder selbst einmal Amische war, reagieren die Amischen immer etwas negativ auf sie.
Sie aber gibt nicht auf und möchte der Familie helfen, die nur widerwillig mit Einzelheiten über Sadie rausrückt. Dabei erfährt die Ermittlerin, dass das Mädchen scheinbar nicht nur die gute Amische war, sondern sich ausprobiert und das Leben erkundet hat.
Es dauert nicht lange und Burkholder und ihr Freund und Ermittlungskollege Tomasetti erfahren müssen, dass Sadie nicht das einzige Mädchen ist. Schon vor längerem verschwand ein anderes Mädchen und auch ein junger Mann. 
Als ein weiteres Mädchen mitten in den Ermittlungen verschwindet geht die Jagd los und die Spannung steigt. Die Ermittler verfolgen Spuren und wenn auch nur schwerfällig durchbrechen sie das Schweigen der Amischen und kommen der Wahrheit immer näher.
Die netten und harmlosen Nachbarn verwandeln sich plötzlich in brutale Folterer und Kate Burkholder gerät in einen Strudel, der sie nicht mehr so einfach frei gibt...

Mit dem viertel Burkholder Fall konnte mich Linda Castillo wieder einmal von ihrem Talent überzeugen spannenden Geschichten zu schreiben, die anfangs so harmlos wirken, dass man meint sich einer seichten Geschichte gegenüber zu sehen; einen aber am Ende atemlos zurück lässt.
Gerade mit diesem Teil hat sie es geschafft noch einmal einen Extrapunkt anzustoßen, der mir gut gefallen hat, denn das Ende konnte sie sehr überraschend gestalten.

Dieser Thriller konnte mich ohne viel Tamm Tamm für sich einnehmen und an sich fesseln. Gespannt habe ich Seite um Seite verschlungen und konnte mich kaum von den Worten lösen. 
Auch das Fortschreiten der Beziehung zwischen Kate und Tomasetti fand ich in einem passenden Maß angewandt und nicht zu übertrieben oder störend. Ein Buch voller Emotionen wie Angst, Sorge und Hass.

Gespannt wie eh und je freue ich mich schon auf den nächsten Teil, denn es nach diesem Ende geben muss.


Cover/Titel:
Schon wie bei den Vorgängern der Reihe ist wieder ein Landschaftsmotiv abegedruckt, was eigentlich den Eindruck von Ruhe und Fröhlichkeit ausdrückt. Wenn man aber genau hinsieht, bekommt man schon den leichten Eindruck, dass doch mehr dahinter steckt, denn nicht nur die aufgeschreckten Vögel machen das Cover unheimlich. Der Titel passt auch, auch wenn es erst einen Moment braucht um ihn richtig zu interpretieren.

Die Autorin:
Linda Castillo wurde in Dayton/Ohio geboren und arbeitete lange Jahre als Finanzmanagerin, bevor sie sich der Schriftstellerei zuwandte. Ihre Thriller, die in einer Amisch-Gemeinde in Ohio spielen, sind ein internationaler Erfolg, die ersten drei Bände "Die Zahlen der Toten", "Blutige Stille" und "Wenn die Nacht verstummt" standen wochenlang auf der Spiegel-Bestsellerliste. Die Autorin lebt mit ihrem Mann in Texas.

Quelle: Bilder und Vita von der Verlagshomepage.

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