Donnerstag, 15. August 2013

[Rezi] Inferno

Autor: Dan Brown
Titel: Inferno
Genre: Thriller
Verlag: Lübbe (Bergisch Gladbach)
 Erscheinungsjahr: 2013
 Seiten: 685 S.
ISBN: 978-3-7857-2480-4
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"Ich bin der Schatten."
(1. Satz)

Persönliche Zusammenfassung:
Als Robert Langdon erwacht, scheint er mitten in einem Albtraum zu stecken. Weder weiß er wo er ist, noch kennt er die Leute, die an seinem Krankenbett stehen. Verwirrt versucht er sich zu erinnern, doch bleibt ihm nicht viel Zeit, denn schon kurz nach seinem Erwachen wird der Arzt vor seinen Augen getötet. Mit Hilfe von Dr. Brooks flüchtet er und spürt seinen Erinnerungen nach. Doch was dabei ans Licht kommt, ist alles andere als einfach zu verdauen – sein Gegenspieler hat ein Mittel hergestellt, dass die Menschheit dezimieren soll. Langton hat nicht viel Zeit um das Chaos zu vermeiden und plötzlich entpuppen sich Freunde als Feinde und umgekehrt…

Rezension/Meinung:
Ich gestehe gleich zu Anfang meiner Worte, dass ich bisher nicht alle Teile der Robert Langdon Reihe gelesen habe, dieses Buch aber geschenkt bekommen habe und erst überlegt hatte es noch eine Weile stehen zu lassen. Nun wo ich es beendet habe, bin ich aber sehr froh es doch vorgezogen zu haben.
Dan Browns Schreibstil hat es geschafft mich komplett für sich einzunehmen.
An sich interessiere ich mich schon für Geschichte und folge Figuren in ihren Geschichten gerne durch die Welt. Bei einem Vorgänger aber blieb ich an einigen Punkten immer wieder hängen und hatte bald darauf keine Muße mehr den Worten zu folgen.
Diesmal aber kam dieses Gefühl nicht einmal auf.

Der Prolog bringt den Leser erst einmal stark ins Grübeln, denn ohne einleitende Worte, folgt man den Beschreibungen und muss erst einmal die Orientierung finden.
Sobald die Geschichte aber ins erste Kapitel übergeht, klären sich diese verwirrenden Worte nach und nach auf. Robert Langdon, Symbolologe, selbst weiß nicht was mit ihm passiert ist, denn durch eine Verletzung am Kopf scheint er einen Teil seiner Erinnerungen verloren zu haben. Als er erfährt, dass er in Italien ist und nicht in Massachusetts - seiner Heimat - , verwirrt ihn dies noch mehr.
Im darauffolgenden Teil beginnt nicht nur die Suche nach der Wahrheit, sondern auch die Flucht von diesem Ort, denn irgendjemand hat es auf Langdon abgesehen.
Der Arzt, der ihn behandelt hat, wird vor seinen Augen getötet und Dr. Brooks, ebenfalls behandelnde Ärztin, hilft ihm zu fliehen.
Gemeinsam versuchen sie Langtons Visionen zu entschlüsseln und seiner Erinnerung auf die Sprünge zu helfen. Dabei finden sie ein Röhrchen in seiner Jacke, das sich als Projektor entpuppt und das ein Bild des Infernos von Botticelli in sich birgt. Darauf entdeckt Langdon schnell Buchstaben, die normal nicht in dieses Bild gehören.
Immer weiter dringen die beiden in die Geschichte und kommen dem Geheimnis auf die Spur. Es scheint um die Vernichtung der Menschheit zu gehen und so wollen Sienna Brooks und Robert Langdon gemeinsam eine Katastrophe verhindern. Kurz vor dem entscheidenden Schritt aber kann die WHO Langdon gefangen nehmen und er sieht sich plötzlich ganz anderen Tatsachen gegenüber.
War Brooks beteiligt an der Entstehung des gefährlichen Virus? Was weiß sie wirklich?
Mit den Mitarbeitern der WHO reist Langdon nach Istanbul, wo das Virus in Umlauf geraten soll, doch führt sie der Weg erst einmal falsch und die Zeit wird immer knapper.
Rasant verfolgt man die Suche nach dem Ort, an dem die Katastrophe ihren Lauf nehmen soll, bis klar wird, dass die Zeit schön längst abgelaufen ist…

Wieder einmal nimmt sich Dan Brown den geschichtlichen Ereignissen und wahren Kunstwerken an. Durch die spannende Geschichte und das Einstreuen der örtlichen Beschreibungen lernt man Italien sowie Istanbul und deren Wahrzeichen kennen und schätzen.
Da dies in diesem Rahmen geschieht, werden insbesondere Leser die sich nicht unbedingt für Kunst interessieren, aber eben gerne Thriller lesen, an der Geschichte gehalten. Dies verhält sich daher wie die Vorgänger.
Dennoch weißt dieser Teil, meiner Meinung nach, einiges mehr an Spannung auf.
Zwischendurch muss man immer wieder innehalten und selbst Überlegungen anstellen, denn die einzelnen Protagonisten scheinen regelmäßig die Seiten zu wechseln und verwirren einen dadurch an einigen Stellen.
Dies wird am Ende aber aufgeklärt und während man immer noch entsetzt darüber ist, was in dieser Geschichte erfunden wurde, hofft man ganz klar, dass dies einfach niemals Wirklichkeit wird.

„Inferno“ regt sehr zum Nachdenken an, denn das Hauptthema ist die Überbevölkerung und wie man eine Lösung dafür findet. Ein Thema das nicht erst seit gestern ein großes Problem darstellt. Über dieses könnte ich hier auch klar meine Meinung vertreten, aber ich sage nur, dass eine Lösung wie im Buch sicherlich ein sehr harter und radikaler Schritt wäre, der nicht unbedingt den gewünschten Effekt erzielen würde. Hier muss aber jeder selbst entscheiden, wie er dazu steht.

Dan Brown hat es wieder geschafft, die verschiedensten Elemente in einem spannenden Buch zusammen zu bringen. Daher bitte ich jeden Leser, der sich mit all den widersprüchlichen Ereignissen und Worten auf manch einer Seite, dem Wandel der Gesichter und Geschichte schwer tut, dennoch bis zur letzten Seite zu lesen, denn Brown enttäuscht hier niemanden.

Die Mischung machts und diesmal konnte er auch mich von einer guten Mischung überzeugen.
Zudem ist es sehr interessant den Worten des Autors zu folgen, wenn man selbst den Ort des Geschehens noch nicht besuchen konnte. Man bekommt so richtig Lust ins Flugzeug zu steigen und mit dem Buch die Orte zu besuchen und direkt zu vergleichen.

Ein Thriller, nicht zu abgehoben, wenn auch nicht einfach „wegzulesen“, der fesselt und ob all der Eröffnungen immer wieder die Luft anhalten lässt um ja nicht über die Seiten hinweg infiziert zu werden.
Mit einem passenden Epilog, der einem noch mal ein abschließendes Lächeln auf die Lippen zaubert und darauf hoffen lässt, dass der eingeschworene Junggeselle vielleicht doch einmal nicht auf ein „vertrautes Gesicht an seiner Seite verzichten“ muss und seine Abenteuer irgendwann nicht mehr alleine bestehen muss.


Cover/Titel:
Wie immer kann man sich hier keinen passenderen Titel vorstellen, da es genau um dieses Kunstwerk geht. Das Cover finde ich sehr gelungen und passend. Es wirkt nicht zu bunt und übertrieben, bereitet einen dadurch aber auch nicht auf die spannende Verfolgungsjagd im Inneren vor.

Der Autor:
Dan Brown, Sohn eines Mathematikprofessors und einer Musikerin, arbeitete als Englischlehrer, bevor er mit dem Roman "Illuminati" weltweit für Aufsehen sorgte. Mit seinem in 35 Ländern erschienenen und mit Tom Hanks in der Hauptrolle verfilmten Buch "Sakrileg" wurde er zu einem der erfolgreichsten Schriftsteller der letzten Jahrzehnte. Dan Brown ist verheiratet und lebt mit seiner Frau, einer Kunsthistorikerin, in Neuengland.

Weitere Bücher:
  • Das verlorene Symbol (2009)
  • Diabolus (2005)
  • Sakrileg (2004)
  • Meteor (2003)
  • Illuminati (2003)
Quelle: Bilder und Vita von der Verlagshomepage

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