Donnerstag, 29. August 2013

[Rezi] Die Auswahl

Autor: Ally Condie
Titel: Cassia & Ky - Die Auswahl
Originaltitel: Matched
Band: 1/3
Genre: Dystopie, Fantasy
Verlag: FJB (Frankfurt am Main)
 Erscheinungsjahr: 2013
 Seiten: 464 S.
ISBN: 978-3-596-18835-2
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"Während ich darauf warte, aufgerufen zu werden, halte ich die Puderdose in der einen und die Hand meiner Mutter in der anderen Hand."
(1. Satz)

Persönliche Zusammenfassung:
In Cassias Welt wird das Leben von den Funktionären kontrolliert und auch bestimmt. Einen eigenen Willen hat der Mensch in dieser Zukunft nicht mehr. Wer nicht gehorcht wird bestraft – im schlimmsten Fall wird er degradiert und landet in den schlimmen Außenbezirken der Stadt. Cassia akzeptiert, dass vorherbestimmt ist, mit wem sie ihr Leben verbringen soll. Als sie erfährt, dass ihr bester Freund Xander ihr Lebenspartner ist, freut sie sich sehr. Doch wirft das Bekannte auch dunkle Schatten und als sie Ky näher kennen lernt, sind die vorbestimmten Gefühle plötzlich auf Abwegen..

Rezension/Meinung:
Mein Regal hat dieses Buch lange und gut beherbergt und da es nicht gerade dünn ist, habe ich das Lesen immer ein bisschen weiter hinausgeschoben. Auf einer kleinen Reise habe ich das Buch nun dabei gehabt und ich war erfreut darüber, wie gut es mich in ein anderes Zeitalter gebracht und dort gefesselt hat.
„Die Auswahl“ ist eine Dysopie, die den Leser schon nach wenigen Worten vergessen lässt, dass er einen freien Willen hat. Denn in der nicht allzu fernen Zukunft dieses Buches kann der Mensch nichts mehr selbst bestimmen. Weder wo er arbeitet, noch wie lange er lebt oder wen er liebt.

Die Geschichte – ihre Geschichte - erzählt Cassia, die zu Beginn den aufregendsten Tag ihres Lebens durchlebt. Denn an diesem Tag erfährt sie wer ihr Partner fürs Leben und für eine gemeinsame Zukunft ist. Dabei handelt es sich um ihren besten Freund Xander – was Cassia freut, denn sie mag ihn sehr. Doch ist "mögen", dass was Liebe ausmacht? Lange durfte sie an Xander nur als Freund denken, nicht als Partner – selbst das Träumen von ihm wurde kontrolliert und unterbunden.
Jeder Partner erhält über seinen zukünftigen Ehepartner einen Chip mit Informationen um diesen besser kennen zu lernen. Cassia ist überzeugt schon alles über Xander zu wissen, doch als sie den Chip lesen will passiert etwas Ungewöhnliches: Nach Xanders erscheint ein anderes Gesicht auf dem Bildschirm. Ein Fehler? Oder doch mehr? Auch das andere Gesicht kommt Cassia bekannt vor, denn es ist Ky, ein Arbeiter aus ihrem Viertel, der vor Jahren von seiner Tante adoptiert wurde.
Nach diesem Vorkommnis, beginnt Cassia Ky plötzlich mehr wahrzunehmen. Sie fühlt sich wohl an seiner Seite, auch wenn dies verboten ist. Immer öfters quält sie die Frage, warum man sich seinen Partner nicht selbst aussuchen darf, auch wenn sie Xander damit verletzten muss.
Schnell wird deutlich, dass auch Ky mehr für Cassia empfindet und die beiden lassen sich auf ein gefährliches Spiel ein, denn nicht nur dass Cassia ihr Partner schon zugeteilt wurde, Ky ist eine Aberration und darf somit keine Partnerin haben. Die Gefühle aber sind stärker und es kommt zum Äußersten, als Ky von den Funktionären bestraft wird..

Vieles in dieser Geschichte klingt nach Zukunftsmusik, der man gar nicht lauschen möchte. Denn wer möchte sein Leben von jemand anderem bestimmen lassen? Wer möchte seinen Gefühlen nicht freien Lauf lassen dürfen? Und was soll man mir nur hundert Büchern bitte anfangen?
Dennoch scheint es als hätte die Autorin auch Ideen einfließen lassen, dich sich interessant und gut anhören. Denn in Cassia & Ky lebt jeder Mensch bis zu seinem 80. Lebensjahr und „geht weg“. Sterben auf Bestellung, aber dafür gesund und ohne Sorge was danach passiert.

Gespannt habe ich die Worte verfolgt, die Cassia in den Mund gelegt worden sind und bin von dieser Geschichte positiv überrascht worden. Der Schreibstil macht es leicht den Worten zu folgen und erfundene Worte erklären sich gut von selbst.
Als Leser braucht man nicht lange um zu merken, dass so ein vorherbestimmtes Leben zwar einfach ist, aber dafür das Leben an sich fehlt, denn Leben bedeutet zu tun und zu lassen, was man (im gesetzlichen Rahmen) möchte. Leben bedeutet Abenteuer zu erleben, Freude und Trauer zu empfinden und manchmal auch vor einem Berg zu stehen, der unüberwindbar wirkt.

Die Liebesgeschichte zwischen Cassia & Ky ist aufregend, da sie nun einmal den Hauch des Verbotenen mit sich bringt – etwas wirklich Gravierendes passiert aber lange nicht. Erst am Ende holt einen die Spannung richtig ein und man möchte wissen wie es weiter geht. Ob für die beiden eine gemeinsame Zukunft möglich ist, ob es irgendwann Veränderungen in der Gesellschaft geben wird.

Eine leichte Geschichte mit dem leisen Flüstern des Widerstands, das von Seite zu Seite immer lauter und durchdringender wird, bis alles nach Gerechtigkeit schreit.



Cover/Titel:
Mir sagt das Cover sehr zu, da mir Farbwahl und Darstellung sehr gefallen. Das Mädchen in der Seifenblase lässt schon spüren, dass es hier um Fremdbestimmung geht oder zumindest, dass man sich "gefangen" fühlt. Der Titel bezieht sich auf den Beginn und das Ende der Geschichte und passt daher gut, zudem macht er neugierig.

Die Autorin:
Ally Condie lebt mit ihrem Mann und ihren vier Kindern in Salt Lake City, USA. Nach dem Studium unterrichtete sie mehrere Jahre lang Englische Literatur in New York, bevor sie sich ganz dem Schreiben widmete.

Weitere Bücher:
  • Die Ankunft (2013)
  • Die Flucht (2012)
Quelle: Bilder und Vita von der Verlagshomepage.

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