Dienstag, 2. Juli 2013

[Nachgefragt bei...] Gaby Hauptmann

Lebenslauf:
Gaby Hauptmann hat ihren Wohnsitz seit 1982 ständig in Allensbach. Sie volontierte beim SÜDKURIER in Konstanz, war dort anschließend Reiseredakteurin und machte sich zwei Jahre später mit einem Pressebüro in Lindau selbständig. 1987 war sie als Chefredakteurin Frau der ersten Stunde bei einem der ersten Privatsender in Deutschland „seefunk radio bodensee“, wechselte dann aber zum Südwestfunk.
Gleichzeitig begann sie beim Fernsehen zu arbeiten, zunächst als Autorin, später auch als Produzentin und Regisseurin. Es entstand ein Spielfilm für den
Hessischen Rundfunk, eine eigene Serie „Pp - Prominenz privat“, viele Portraits und einige Dokumentationen, darunter ein 30minütiger Film über ihren Großvater, der noch heute als Feldbergmaler sehr bekannt ist: „Karl Hauptmann und die Kunst zu leben“.

Ihr erstes Jugendbuch veröffentlichte Gaby Hauptmann 1994 unter dem Titel „Alexa, die Amazone“. Bald danach erschienen ihre Bestseller „Suche impotenten Mann fürs Leben“, „Nur ein toter Mann ist ein guter Mann“, „Die Lüge im Bett“ und zahlreiche weitere Frauenromane. Ihre Bücher sind in über 35 Ländern übersetzt erschienen und zum Teil verfilmt. Allein in Deutschland beträgt ihre Auflage über sechs Millionen. Seit 2005 erscheint die Pferdebuchserie Kaya – frei und stark für junge Leserinnen. Bis heute sind neun Bände erschienen. Die Berliner Filmproduzentin Regina Ziegler hat Verträge für die Verfilmung der Jugendbuchreihe für das Kino und das Fernsehen (7 x 26 Minuten) unterschrieben. International konnte die Kaya-Serie bereits in die folgenden acht Länder verkauft werden: USA, Kanada, Norwegen, Finnland, Schweden, Ungarn, Tschechien und Slowenien.

Gaby Hauptmann lebt in Allensbach am Bodensee mit ihrer Tochter, wachsamen Nachbarn und zwei bissigen englischen Bulldogen (aus Bronze...) vor ihrer Haustüre.


Kurzinterview:
1. Wie sind Sie zum Schreiben gekommen? 
Schreiben ist als Journalistin mein Beruf. Aber ich habe schon mit sieben Jahren meine ersten, kleinen Büchlein selbst geschrieben – und selbst illustriert. Mein Großvater war Kunstmaler, mein Vater, meine Schwester und meine Nichten sind Grafikerinnen – da lag es mir wohl in den Adern. 

2. Wo holen Sie sich Ihre Inspirationen zu neuen Büchern? 
Ich gehe mit offenen Augen durchs Leben, ich sehe, höre und fühle. Und manches davon stellt mir plötzlich eine Frage. Und während ich für mich versuche, eine solche Frage zu beantworten, entsteht eine Idee – und dann ein Buch. 

3. Über welches Thema würden Sie niemals schreiben? 
Kinderpornografie, Kinderprostitution und Kindermord – da stellt es mir das Atmen ab, weil ich einfach nicht nachvollziehen kann, was in den Tätern vor sich geht. Da gibt es den berühmten Gedanken an einen Knopf, den man nur drücken muss und alle diese Typen lösen sich in Luft auf. 

4. Lesen Sie Rezensionen zu Ihren eigenen Büchern? Wenn ja, von wem? 
Ich lese, was mir unversehens in die Finger kommt. Aber ich suche nicht danach. Jeder Mensch hat seinen eigenen Geschmack und manchen gefallen meine Bücher, anderen nicht – so geht es mir mit anderen Schriftstellern auch. 

5. Welche Genre lesen Sie selbst am liebsten?  
Biografien. Das hat wahrscheinlich mit meinem Interesse an Menschen zu tun, mit ihren Geschichten. Es reicht aber auch schon, wenn ich an einer roten Ampel einen Bus neben mir stehen habe und die Gesichter betrachten kann. Manche traurig, abgespannt, verzweifelt – andere fröhlich und erwartungsvoll... da fängt mein Kino im Kopf schon an. 

6. Ihre drei Lieblingsbücher? 
Aus meiner eigenen Feder? Nach wie vor liebe ich die Ursula aus „Nur ein toter Mann ist ein guter Mann“. Eigentlich eine Antifrau – äußerlich und auch von ihrer Art her. Vielleicht ist sie deshalb so spannend für mich. Ella aus „Liebesnöter“, weil sie den Mörder ihrer Zwillingsschwester Inka finden will und dafür ihr eigenes Leben aufs Spiel setzt. Und weil sie Inka in sich weiterleben lässt … was manchmal ein bisschen gespenstisch ist. „Eine Handvoll Männlichkeit“ – weil Marion abserviert werden soll. An seinem 60. Geburtstag beschließt ihr Mann Günther, dass er seine finanzielle und körperliche Potenz noch einmal testen will. Dafür schaut er sich die junge Linda aus … allerdings ohne ihr Wissen. Und ohne das Wissen seiner Frau. 

7. Ein Buch das Ihnen gar nicht gefallen hat?  
Wenn es mir nicht gefällt, lege ich es nach spätestens zwanzig Seiten weg und äußere mich nicht mehr darüber. Einem anderen gefällt es vielleicht. 

8. Ihre Lebensweisheit? 
Nach jeder Biegung kommt ein Weg. 

9. Wie stellen Sie sich einen perfekten Tag vor? 
Ein Liegestuhl am Wasser oder in einer blühenden Bergwiese und die Gewissheit, dass kein einziger Telefonanruf und kein einziger Termin auf mich wartet :) 

10. Was wollten Sie Ihren Lesern schon immer sagen? 
Dass ich ohne sie nicht da wäre. Danke!! 

Lieben Dank für das nette Interview!


Hier ist die Autorin zu finden:


Bücher der Autorin (Auswahl):



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