Samstag, 1. Juni 2013

[Rezi] Wenn du mich siehst

Autor: Tara Hudson
Titel: Wenn du mich siehst
Originaltitel: Hereafter
Genre: Roman
Verlag: Heyne (München)
 Erscheinungsjahr: 2011
Seiten: 352 S.
ISBN: 978-3-453-26723-7

"Es war wie immer, aber anders als beim ersten Mal."
(1. Satz)

Persönliche Zusammenfassung:
Amelia schafft es gerade den Jungen vor dem Ertrinken zu retten, nachdem er durch die Leitplanke der High Bridge Road gerast ist und im dunklen Fluss gelandet ist. Doch irgendetwas stimmt nicht, denn im Gegensatz zu den Umstehenden, kann der Junge sie sehen und spricht mit ihr. Amelia aber ist ein Geist und bisher hat sie nie jemand wahrgenommen. Was hat sich verändert und warum fühlt sie sich plötzlich so zu einem Menschen higezogen. Sie entdeckt, dass auch Joshua etwas für sie fühlt, dies aber gefällt dem Diener der Unterwelt, alles andere als gut...

Rezension/Meinung:
Da es zu diesem Buch so verschiedene Stimmen gab, konnte ich mich nicht ganz dazu aufraffen es zu lesen, aus Angst vor einer Enttäuschung. Wieder einmal muss ich aber sagen, dass es gut ist, sich seine eigene Meinung zu bilden, denn im Gegensatz zu einigen anderen hat mir dieses Buch gut gefallen.
Die Geschichte beginnt etwas verwirrend und mit vielen umschreibenden Worten, da die Hauptprotagonistin Amelia selbst noch nicht richtig zu wissen scheint was mit ihr ist. Sie weiß, dass sie keinen Kontakt zu anderen Wesen aufnehmen, nichts berühren kann und ein Geist ist. Doch Erinnerungen an ihren Tod oder das Leben davor hat sie nur spärlich. Durch den anfänglichen Schreibstil kann man ihre eigene Verwirrung gut nachvollziehen und ich konnte mich daher auch gut in die Geschichte fühlen.
Gleich darauf im nächsten Kapitel ergibt sich schon die Schlüsselszene des Romans. Denn obwohl es Amelia bisher nicht gelang Kontakt zu den Lebenden aufzunehmen, gelingt es in den Minuten in denen Joshua mit dem Tod ringt und zu ertrinken droht, an Kontakt aufzubauen - dies aber erst in dem Moment in dem sein Herz aufhört zu schlagen.
Danach scheint sich das Blatt für Amelia zu wenden. Eine unbestimmte Sehnsucht erwacht in ihr, doch sie kann keine Möglichket entdecken den Jungen wiederzufinden, zu dem sie sich so hingezogen fühlt. Gespannt verfolgt man ihren Worten und den Versuchen ihrem nicht schlagendem Herz zu folgen.
Einige Seiten später freut man sich dann endlich gibt es einen Fortschritt und die beiden finden sich wieder und man verfolgt die zarte Entstehung einer leichten ungewöhnlichen und auch unmöglich wirkenden Liebe.
Gleichzeitig aber entwickeln sich auch andere Dinge und man entdeckt die dunkle Seite des Todes.
Es entwickelt sich ein Kampf zwischen Gut und Böse, und auch in der Unterwelt gibt es noch viele Gehemnisse zu lüften. Amelia kommt dahinter, was zu ihrem Tod geführt hat und dies stellt all ihr Rechts- und Unrechtsbefinden in Frage.

Die Geschichte entwickelt sich spannend und es gibt vieles zu entdecken, das man zuvor nicht erahnen kann. Da es nicht nur Gegner in den "bösen" Reihen gibt, gibt es auch einige Hürden zu bekämpfen, aber es ist wie man vermutet trotz allem zu bewältigen.
Der Schreibstil ist flüssig und auch wenn Amelia selbst nicht immer weiß, wie es mit ihr weiter geht, kommt man durch ihre Gefühlsschwankungen nicht aus dem Gleichgewicht.

"Wenn du mich siehst" ist eine Geschichte, die zwar stark übernatürliche Elemente beinhaltet, man aber doch nicht meint, eine zu ausgedachte Geschichte vorliegen zu haben. In keinem Moment wirkte die Story für mich übertrieben und ich fühlte mich darin jederzeit wohl. Die verschiedenen Szenerien sind gut beschrieben und nachvollziehbar dargestellt.
Trotz der vielen bedrückenden Worte, kommt selbst Amelia bald zu dem Schluss, dass das Leben und der Tod sich auch miteinenander vereinbaren lassen und das was einem am Herzen liegt, das ist wofür man kämpfen sollte.

Leider gibt es keinen Hinweis darauf, ob auch der zweite Teil in Deutschland erscheinen wird. Dabei würde mich dies freuen. Dennoch würde ich auch zu der englischen Ausgabe greifen, denn das Ende des ersten Bandes ist zwar nachvollziehbar und könnte man auch als abgeschlossen sehen, aber es wird wohl noch einiges in dieser Trilogie passieren.

Ein spannender Auftakt, der einerseits wie die dunkeln Wogen des Flusses über einen zusammenschlagen und versuchen in die Tiefe zu reißen und andererseits den hellen Schein der Liebe erstrahlen lässt und somit jeden wie eine sanfte Woge davon trägt.

Zur Leseprobe
Cover/Titel:
Der Titel verät schon einen wichtigen Teil des Romans, was man aber auch schon durch den Klappentext erahnen kann.  Das Cover wirkt mystisch und der Fluss um den sich alles dreht scheint dort ebenenfalls abgebildet zu sein. Dadurch wirkt es recht stimmig und passend.

Die Autorin:
Tara Hudson liebte schon in ihrer Kindheit Geistergeschichten, mit denen sie ihre Freunde um den Schlaf brachte. Nach einem Jurastudium erinnerte sie sich als Erwachsene wieder an diese besondere Gabe und machte daraus einen Beruf. Tara Hudson lebt in Oklahoma.

Weitere Bücher:
(bisher keine weiteren deutschen Veröffentlichungen)

Quelle: Bilder und Vita von der Verlagshomepage.

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