Donnerstag, 6. Juni 2013

[Rezi] Das Schicksal ist ein mieser Verräter

Autor: John Green
Titel: Das Schicksal ist ein mieser Verräter
Originaltitel: The fault in our stars
Genre: Jugendroman
Verlag: Hanser (München)
 Erscheinungsjahr: 2012
Seiten: 288 S.
ISBN: 978-3-446-24009-4

"Im Winter meines sechszehnten Lebensjahrs kam meine Mutter zu dem Schluss, das ich Depressionen hatte, wahrscheinlich, weil ich kaum das Haus verließ, viel Zeit im Bett verbrachte, immer wieder dasselbe Buch las, wenig aß und einen großen Teil meiner reichlichen Zeit damit verbrachte, über den Tod nachzudenken."
(1. Satz)

Persönliche Zusammenfassung:
Hazel hat Krebs. Schon seit Jahren schafft sie es nur durch ein transportables Beatmungsgerät ihr Leben fast normal zu meistern. Dennoch zieht sie sich oft zurück, bleibt für sich und versinkt in die Welt der Bücher.
Als ihre Mutter, die sie immer sehr behütet, eines Tages fast zur Selbsthilfegruppe zwingt, hat sie eigentlich keine Lust sich all die Krankheitsgeschichten anzuhören – doch verändert dieses Treffen ihr Leben. Denn dort trifft sie neben bekannten Gesichtern auch auf Gus: ehemaliger Krebspatient mit amputierten Bein.
Beide verstehen sich auf Anhieb gut und kommen sich näher. Hazels Angst aber ist stärker, denn sie möchte niemanden verletzen – immerhin ist sie todkrank.

Rezension/Meinung:
Lange habe ich mich darauf gefreut „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ zu lesen. Nach all den überschwänglichen Meinungen war ich schon ganz aufgeregt, als ich es endlich in der Hand hielt.
Zudem war dies mein erstes Buch von John Green, der insbesondere in der Jugendbuch Sparte hoch in den Himmel gelobt wird.

Selbst habe ich in den letzten Jahren im Bekanntenkreis diese Krankheit erleben müssen und war daher auch sehr gespannt, wie der Autor dieses, zuweilen harte, Thema verpacken würde.
Die Geschichte um Hazel hat mich gleich von der ersten Seite an für sich eingenommen. Durch den leichten und auch teilweise witzigen Schreibstil vergisst man ab und an, dass es in dem Buch um so ein bedrückendes Thema wie Krebs geht. Dennoch merkt man als Leser schnell, dass Hazel einsam ist.

Durch ihre Art von Krebs, kann sie sich anstrengenden Aktionen nicht hingeben und es sollte möglichst immer jemand in ihrer Nähe sein, der weiß was zu tun ist, falls sie keine Luft mehr bekommt.
So beschreibt Hazel, dass ihre Mutter schon zu ihrer besten Freundin geworden ist.
Daher verändert Augustus Waters auch ihren Blickwinkel aufs Leben, als er sie ohne Umschweife nach dem ersten Treffen bei der Selbsthilfegruppe anspricht. Auf ungewohntem Terrain versucht sie sich und die beiden freunden sich schnell an. Unterstützt wird diese Entwicklung noch von Isaac, ebenfalls Krebspatient, der kurz davor steht sein Augenlicht zu verlieren. Gemeinsam stehen Hazel und Gus ihm bei und es führt kaum ein Weg daran vorbei, dass ihre Freundschaft immer tiefer geht. Hazel aber hat Angst und redet Gus zu, dass sie ihn nicht verletzen will, falls sie stirbt.
Gus aber lässt sich durch diese Worte nicht von der Liebe abbringen. Gemeinsam mit Hazel Grace reist er nach Holland um ihr ihren größten Traum zu erfüllen: Sie möchte wissen wie das Buch „Ein herrschaftliches Leben“ endet – denn dieses Buch hat offiziell keines.
Vor Ort wird sie von dem Autor enttäuscht, der mittlerweile kaum noch weiß was wichtig ist – außer Alkohol.
Nach der Reise aber ist auch für Hazel klar, dass das Leben trotz Krankheit doch noch mehr zu bieten hat - bis rauskommt, warum Gus ihr so ein großes Geschenk bereitet hat.
Denn selbst er ist nicht unsterblich..

„Krebsbücher sind doof“, ein prägender und schon oft zitierter Satz in diesem Buch. „Doof“ würde ich sie selbst nicht nennen, aber für jedermann der nah am Wasser gebaut ist, oder mit einer ähnlichen Situation konfrontiert war/ist, ist diese eine sehr emotionale Geschichte.
Ich selbst habe schon geahnt welche Elemente mit einfließen würden und konnte mich daher gut zusammenreißen. Jedem ist klar, dass am Ende eines solchen Buches, nicht mehr alle Personen da sein werden.

Dieses Buch ist wunderbar geschrieben und zeugt von jeder Menge Höhen und Tiefen – kalt lässt es sicherlich keinen.
Dennoch war es emotional – für mich persönlich – nicht so intensiv. Ob es daran lag, dass Hazel ihre Krankheit wie selbstverständlich beschreibt, oder weil sie selbst ihre Gefühle oft im Schach hält, kann ich gar nicht sagen. Berührt hat es mich aber alle mal.

„Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ ist ein Buch, dass das Thema Krebs zwar nicht bis ins letzte pusht und kaum Mitleid erregt, das aber sehr nachdenklich macht.
Sehr gefallen hat mir, das beschriebene Buch „Ein herrschaftliches Leiden“. Ich verstehe Hazel in ihrem Handeln und Wunsch zu erfahren was aus den jeweiligen Protagonisten wird. Dies scheint lange der wichtigste Punkt in der Geschichte und die Liebesgeschichte zwischen Gus und Hazel tritt dadurch auch an einigen Stellen in den Hintergrund.
Erst als Gus gestehen muss, wie es in ihm aussieht, gelangt man gedanklich wieder komplett in „DSiemV“.

Ab diesem Moment vergeht die Geschichte rasend schnell und man ist erstaunt dass man plötzlich vor dem Ende des Buches steht.
Einem Ende das der Autor schon in dem Buch „Ein herrschaftliches Leiden“ angedeutet hat und bei dem ich gehofft hatte, dass es nicht genau so übernommen werden würde. Dennoch ist es dadurch sehr stimmig.

John Greens Schreibstil gefällt mir sehr gut und passt perfekt zu der Geschichte. Er schafft es den Leser schleichend zu berühren und dennoch aufzuzeigen, dass es nach jedem Verlust weitergeht.
Das Buch eignet sich sehr gut um gerade jüngeren Menschen das Thema Krebs näher zu bringen. Denn Krebs kennt kein Alter.

Ein schöner Roman, der noch eine Weile in meinem Kopf und meinem Herz verweilen wird um dort ein Nest zu bauen, das von Gefühlen umwickelt die Sanftheit und Lebensfreude eines Menschen beinhaltet, der selbst einem ähnlichen „miesen Verräter“ erlag.


Cover/Titel:
Durch die deutsche Übersetzung des Titels, verliert das Cover ein bisschen an seiner Verständlichkeit, Sterne sind in dem deutschen Titel nämlich nicht übernommen. Auch die Verbindung zu einer Pusteblume erklärt sich nicht ganz. Dennoch gefällt mir das Cover sehr gut, denn es ist schlicht und wirkt wie von junger Hand gezeichnet.

Der Autor:
John Michael Green wurde am 24. August 1977 in Indianapolis, Indiana geboren. Bekannt wurde er durch den Videoblog, den er zusammen mit seinem Bruder Hank Green betreibt. Mittlerweile zählt es zu den 100 meistgesehenen auf YouTube. Green wuchs in Orlando, Florida auf, besuchte die Indian Springs Schools in Birmingham, Alabama und studierte anschließend Englisch und Vergleichende Religionswissenschaften am Kenyon College Ohio. Sein erstes Berufsziel war Pastor, welches er nach nach einschneidenden Erfahrungen als Kaplan in einem Kinderkrankenhaus verwarf. Sein Debütroman »Eine wie Alaska« wurde international ausgezeichnet, u.a. mit dem »Michael L. Printz Award« für besonderes Verdienste um die Jugendliteratur.

Weitere Bücher:
  • Will & Will (2012)
  • Margos Spuren (2010)
  • Eine wir Alaska (2007) 

Quelle: Bilder des Buches von der Verlagshomepage. Bild des Autors von Google. Vita des Autors von Lovelybooks.

Kommentare:

  1. Hi,

    schöne Besprechung zu einem wirklich klasse Buch !
    Hier kann ich auch das Hörbuch wärmstens empfehlen :-)

    Liebe Grüße
    MacBaylie

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  2. Hey, lustigerweise habe ich das Buch gestern beendet. Deswegen hat es mich sehr interessiert wie du das Buch siehst ... Es wurde ja hoch gelobt, was ich nur zum Teil nachvollziehen kann.
    Deine Einschätzung der Geschichte kann ich sehr gut nachvollziehen, sie deckt sich zum Teil mit meiner.

    LG Ines

    P.S. Ich werde voraussichtlich auch heute noch meine Rezi online stellen, falls es dich interessiert!

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  3. Habe das Buch wirklich geliebt - deine Rezension spiegelt meine Begeisterung wider *smile*

    Viele liebe Grüße!

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