Montag, 10. Juni 2013

[Hoerbuch] Der Sarg

Autor: Arno Strobel
Titel: Der Sarg
Genre: Psychothriller
Verlag: argon hörbuch (Berlin)
 Erscheinungsjahr: 2013
Laufzeit: 7 Std. 34 Min.
ISBN: 978-3-8398-1178-3

"Eva erwachte in vollkommener Dunkelheit."
(1. Satz)

Persönliche Zusammenfassung:
Als Eva erwacht glaubt sie sich in einem Traum: Eingesperrt in einen engen, ausgeschlagenen Sarg, weiß sie weder, wie sie dort hinein gekommen ist, noch findet sie einen Ausweg. Im Stockdunklen fleht sie um Hilfe.
Kurz darauf erwacht sie und findet sich in ihrem eigenen Bett wieder. Doch kann das alles wirklich nur ein Traum gewesen sein? An ihrem Körper findet sie Verletzungen, die sie sich nicht erklären kann. Zuerst tut sie alles – trotz großer Angst – ab, bis plötzlich in den Nachrichten davon berichtet wird, dass eine Tote in einem Sarg gefunden wurde…

Rezension/Meinung
Bisher habe ich nur einen Strobel Vorgänger gehört, daher war ich ganz gespannt auf dieses Hörbuch. Gleich von der ersten Minute an, war ich so in das Hörbuch vertieft, dass ich alles andere um mich herum vergaß. 
Die Beschreibungen, wenn auch im gekürzten Maße, haben mir eine Gänsehaut nach der anderen beschert. Es wirkt fast als würde man sich selbst in der Situation wieder finden, nicht zu wissen, wo man ist und wie man dorthin kommt. 

Anfangs wird beschrieben, wie Eva in dem Sarg aufwacht und wie ihr die Angst alle Gewalt über ihren Körper nimmt. Da musste ich schon mehrmals schlucken, denn während man diesen Worten lauscht, ist es als würde es kein Entkommen geben. Eva erfährt kurz darauf, dass wirklich eine Frau auf die Art gestorben ist, die sie geträumt hat und weiß lange nicht, ob sie mit jemanden darüber reden soll. 
Erst als sie geheime Botschaften erhält, die darauf hinweisen, dass der Täter es auf sie abgesehen hat, traut sie sich bei den Ermittlern vorzusprechen. Die wissen erst nicht recht, was sie von der verwirrten Frau halten sollen. Jedes Mal, bevor es ein weiteres Opfer gibt, erhalten sie genaue Fundortbeschreibungen, doch jedes Mal ist das Opfer tot, wenn sie ankommen. 
Überwiegend springen die Szenen zwischen Eva und den Ermittlern hin und her. Man scheint ein genaues Bild zu erlangen – stellt aber schnell fest, dass noch viel mehr hinter allem steckt. 
Plötzlich gesellen sich weitere Figuren hinzu: Ein junges Mädchen, das mit Kleinmädchenstimme davon berichtet, wie ihre Mutter sie als Zeitvertreib für die Triebe älterer Männer ausgenutzt hat; eine weitere junge Frau, die die Naivität aller anderen Frauen verabscheut; und der Täter selbst. 
Diese drei Personen bekommen nur kleine Parts ab, aber diese machen die Geschichte umso interessanter. Gespannt verfolg man wie Eva und ihr Therapeut sich daran machen die Verbindung zwischen ihren Träumen und den Morden ziehen. Schnell wird klar, dass die einzelnen Figuren mehr verbindet als zuerst gedacht. Und was ist mit Evas Bruder, der vor Jahren spurlos verschwand? 

Mir hat „Der Sarg“ gut gefallen, da Strobel es wieder einmal schafft, viele Elemente einzufügen und den Leser bzw. Hörer auf eine total falsche Fährte zu locken. Richtige Verbindungen zieht man erst ganz am Schluss und gerade das macht einen spannenden Thriller aus. 
Dennoch war es nicht unbedingt eine neu erfundene Geschichte. Da dieses Thema auch in der Realität recht präsent ist, ist es aber mal interessant zu lesen, wie ein Autor das ganze verpackt. 

Spannung war klar vorhanden, war aber für mein Gefühl noch ausbaufähig. 
Zwischendurch fühlte ich mich eher wie in einer traurigen Familiengeschichte und ich konnte über das Verhalten von Evas Stiefmutter nur den Kopf schütteln. Leider aber kann man sich gut vorstellen, dass auch dieses Verhalten nicht nur erfunden ist. 

Ein Thriller für zwischendurch, der mehr in sich birgt als eine spannende Story über eine Krankheit, von der die Betroffenen selbst nicht immer wissen. 


Cover/Titel:
Beides passt bei diesem Buch/Hörbuch perfekt zueinander. Denn der Titel weist schon auf einen wichtigen Bestandteil der Geschichte hin. Auf dem Cover abgebildet meint man sich Eva gegenüber, die in dem Sarg gefangen ist.

Der Autor:
Arno Strobel, 1962 in Saarlouis geboren, studierte Informationstechnologie und arbeitet heute bei einer großen deutschen Bank in Luxemburg. Mit dem Schreiben begann er im Alter von fast vierzig Jahren. Arno Strobel lebt mit seiner Familie in der Nähe von Trier.

Weitere Titel:
  • Das Skript (2012)
  • Das Wesen (2010)
  • Der Trakt (2010) 
Quelle: Bilder und Vita von der Verlagshomepage.




1 Kommentar:

  1. Ich fand "Der Sarg" mega spannend. Habe auch andere Bücher von Arno Strobel gelesen und bin immer wieder fasziniert davon, wie er es schafft, dass ich als Leser total verwirrt davon bin, was tatsächlich "real" im Buch geschieht und welche Windungen die Handlung nimmt.
    Alles Liebe!

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