Mittwoch, 22. Mai 2013

[Verfilmung] P.S. Ich liebe dich

Darsteller: Hilary Swank, Gerard Butler, Lisa Kudrow, Gina Gershon, James Marsters...
Regisseur: Richard LaGravenese
FSK: 0 Jahre
Veröffentlichung: 2007
Laufzeit: 126 Min.

Offizielle Inhaltsangabe:
Holly und Gerry sind ein Traumpaar, das eines Tages überraschend auseinander gerissen wird, als Gerry verstirbt. Am Boden zerstört erfährt Holly, dass Gerry für den Fall der Fälle vorgesorgt hat und noch vor seinem Tod zahlreiche Briefe verfasste. In den mit "P.S. Ich Liebe Dich" quittierten Briefen geht es um die Zukunft und auch um eine Reise in Gerrys Heimat Irland. Durch das Lesen der Briefe fühlt sie sich Gerry trotz ihrer Trauer nahe und macht somit einen Schritt nach dem anderen in eine neue Zukunft.

Meine Meinung:
Es ist schon einige Jahre her, dass ich das Buch gelesen habe. Kürzlich aber habe ich ein weiteres Mal den Film gesehen und ich bin wieder einmal erstaunt, wie viele Unterschiede man in so eine Geschichte packen kann.
Im Buch lernt man Gerry nicht wirklich kennen.
Es werden zwar auch Andeutungen gemacht und man erhält einen kleinen Einblick in die Beziehung von Gerry und Holly. Der Film stellt dies komplett anders dar. Man begegnet den beiden und folgt ihnen erst einmal durch ihr Leben, erfährt was sie täglich treiben und doch wirkt alles ein bisschen unnahbar.
Das Paar wirkt happy und in dem Film wird eine starke Betonung auf den humorvollen Umgang gelegt, der im Buch nicht einmal angeschnitten wird.
Ich gehe davon aus, dass dies auch eine Masche des Regisseurs war um mehr Zuschauer für den Film zu begeistern. Eine einfache, traurige Geschichte hätte vielleicht nicht jedermann gefallen. 
Dennoch erwartet man dies natürlich.
Der kurze Einstieg im Buch verwandelt sich hier somit in einen langen Anfangsteil der Geschichte.
Da im Buch klar darauf hingewiesen wird, dass Holly und Gerry immer gut miteinander auskamen, sind die Streitereien im Film etwas überzogen.
Sicherlich aber für Nicht-Leser einfacher zu verfolgen.

Der Wechsel zu der Szenerie in der man begreift, dass Gerry gestorben ist, wirkt etwas wirr. Auch gibt es keinen langen Vorlauf, der auf die Krankheit weist.
Es wirkt im Film fast als wäre er von heute auf morgen verschwunden und in einigen Szenen fantasiert, die von Hilary Swank gespielte, Holly und meint Gerry wäre noch da.

Auch das Verhalten von Holly lässt sich nicht immer nachvollziehen. Dass sie sich erst einmal gehen lässt und ihre Wohnung vernachlässigt lässt sich noch gut nachvollziehen, aber das sie die Urne überall mit hinnimmt wirkt dann doch bizarr. 

Als es dann spannend wird und der erste Brief von Gerry eintrifft ergreift einen die Stimmung, doch trotz der so traurigen Stimmung - denn immerhin ist ein Mensch gestorben - fehlte mir die Intensität.
Man erlebt es erst recht spät, dass Holly einen Gefühlsausbruch erleidet und einmal ihren Schmerz herausschreit. Diese Szene aber bringt Swank dem Zuschauer so nah, dass man völlig perplex und gerührt ist.

Während man mit nach Irland reist und verfolgt, wie Holly Gerrys Aufgaben erfüllt, wunderte ich mich immer mehr, da ab diesem Teil immer mehr Abweichungen entstehen.
Es wird viel mehr in die Vergangenheit geblickt und auch die weiterführende Liebesgeschichte verändert sich stark.
Dies störte mich auch gleich zu Beginn des Films, denn einer Hauptperson aus dem Buch begegnet man dort direkt: Daniel.
Dieser spielt in dem Buch noch eine größere Rolle und findet dort den richtigen Platz. Im Film dagegen ist seine Rolle etwas abgeschlagen und läuft nebenbei.
Dabei ist auch er einer der Gründe, warum Holly es schafft sich endlich wieder dem Leben zu widmen. Na und das der Pub ihrer Mutter gehört und nicht - wie im Buch - Daniel, fand ich auch schade.

Der große Unterschied zum Buch ist, dass im Film eine klare aufwärts Linie gefahren wird. Von einem humoristischen Anfang, verfolgt man einen traurigen Folgeteil, der in einem Mut machendem Mittelteil ausläuft und am Ende in den Höhen der Gefühle endet, denn Holly ist wieder glücklich.
Über dem Buch dagegen liegt immer ein Schleier der Bedrückung. Auch wenn sich die Hauptprotagonistin an das Leben herantastet und auch immer wieder kleine Freuden erfährt, ist sie am Ende des Buches immer noch bedrückt und kann sich noch nicht fallen lassen.
Sicherlich wäre das Buchende nichts für den Film gewesen, denn jeder wäre mit einem bedrückten Gefühl nach Hause gegangen und mit der Frage, ob Holly jemals wieder aus ganzem Herzen lachen kann.

Die Darsteller haben mir größtenteils gut gefallen, auch wenn ich Gerard Butler etwas falsch besetzt fand. Er passt so gar nicht zu Holly, obwohl aus dem Buch klar hervorgeht, dass die beiden sich schon immer ergänzt haben und perfekt zueinander passten. Hier hätte ich wohl die Rollen von ihm und Daniel vertauscht.
Dennoch ist der Film meiner Meinung nach gelungen und beschreibt einen typischen, aber schönen Hollywoodbogen, der das Buch zwar an so einige Stellen verändert, dafür aber in einen ansehbaren Film verwandelt.

Ich stehe ganz klar hinter dem Buch und würde es dem Film immer wieder vorziehen. Sicherlich ist dies aber ein schöner, kurzweiliger Film, der manch einem ans Herz gehen mag.

Kommentare:

  1. Mein absoluter Hass-Film!

    Ich habe das Buch so geliebt, aber der Film war eine glatte Enttäuschung und hat von mir auch nur einen Stern bekommen.

    Ich finde es schon enorm schlimm, wie Hollys Familie in dem Film dargestellt wird, denn ich mochte die Atmosphäre zwischen ihnen im Buch so sehr, genauso wie Daniel, der in dem Film total fehl am Platz wirkt.

    Ich hoffe nur, dass "Für immer vielleicht" besser wird. Wird aktuell ja auch gedreht.

    LG
    Brina

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    1. Echt? Da bin ich ja gespannt. hoffentlich von nem andere Regisseur *g

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  2. Ich habe den Film vor einer gefühlten Ewigkeit gesehen und konnte mich kaum an die Details erinnern. Aktuell habe ich mit dem Buch angefangen, da ich es noch nicht gelesen habe und es schon so lange einsam im Bücherregal stand. Leider kann ich dann keinen Vergleich mehr ziehen, dafür sind meine Erinnerungen an den Film doch zu vage. Ich weiß nur, dass ich nicht unglaublich begeistert war und das ich mich aktuell frage, ob ich das tatsächlich auch so im Film wahrgenommen habe.
    Danke für die Auffrischung ^^

    Liebe Grüße,
    Patricia

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  3. Ich habe das Buch glaube ich vor 2 Jahren gelesen und relativ im Anschluss den Film dazu gesehen und war maßlos enttäuscht. Die ganzen Veränderungen waren meines Erachtens vollkommen unnötig und auch die Besetzung und Synchronisierung ist eher Bescheiden. Im Gegensatz zu bspw. »Zwei an einem Tag« oder »Wie ein einziger Tag« deren Verfilmungen ich durchaus als gelungen und gut besetzt bewerten wird, geht »P.S. Ich liebe dich« als klarer Verlierer aus dem Vergleich. Soo schade! Liebe Grüße

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  4. Es ist auch mein absoluter Hassfilm. Ich behalte selbst schlechte Filme im Regal aber den wollte ich schnell wieder loswerden. Ich muß aber auch sagen dass diejenigen die nur den Film,nicht aber das Buch kennen sehr begeistert sind.
    Gerard Butler ist mehr als Fehlbesetzt. Er bekam ja gerüchten zu folge danach erst spät wieder die füße auf den boden und nen neuen film (und mal ehrlich wie lange hat es gedauert bis ein neuer von ihm kam?)
    Ich weiß dass Buchverfilmungen nie das Buch treffen mal sind sie gut meistens schlecht. Aber der Film zog sich wie Kaugummi und als er vorbei war fragte ich mich wo die Handlung war. das Gefühl das ich beim lesen hatte. Ich habe gelacht und geweint. Beim Film kam keine Stimmung rüber!

    ABER das ist eine echt tolle Filmrezi :) Mag das,kommt sowas jetzt öfter?

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