Montag, 22. April 2013

[Rezi] Die Auserwählten - Im Labyrinth

Autor: James Dashner
Reihe: Die Auserwählten
Titel: Im Labyrinth
Originaltitel: The Maze Runner
Genre: Dystopie
Verlag: Chicken House (Hamburg)
 Erscheinungsjahr: 2011
Seiten: 496 S.
ISBN: 978-3-551-52019-7

"Sein neues Leben begann im Stehen, umgeben von kalter Dunkelheit und staubiger Luft."
(1. Satz)

Persönliche Zusammenfassung:
Als Thomas erwacht, kann er sich an nichts erinnern, was sein Leben betrifft. Auch kennt er den Ort nicht an dem er sich plötzlich wiederfindet und schon gar nicht die vielen jungen Männer, die ihn neugierig begutachten. Nicht lange nach seiner Ankunft wird er über die Umstände vor Ort aufgeklärt und ihm ist schnell klar, dass er ein Läufer werden will.
Er will das Geheimnis des Labyrinths lösen, in dem er sich befindet, und dessen Wände sich regelmäßig verschieben und so einen Ausweg immer wieder neu versperren...

Rezension:
Dieser Auftakt der Trilogie um "Die Auserwälten" ist rasant und lässt einen regelmäßig außer Atem zurück. Man verfolgt die Geschichte um Thomas, der ohne jegliche Erinnerung an sein eigenes Leben auf einer Lichtung erwacht und aufgeregte Jungs um sich stehen hat. Doch mit seiner Ankunft beginnt sich das Leben an diesem geheimnisvollen Ort zu ändern. 
Das Labyrinth wird täglich von mehreren Läufern durchrannt und diese müssen sich den Weg merken und am Abend notieren um nach nun fast zwei Jahren endlich einen Ausweg zu finden. Dort lauern aber viele Gefahren, denn wer Nachts dem Labyrinth nicht enkommt, wird von den Greavern gejagt, die die Menschen vernichten.
Einen Tag nach Thomas Ankunft gibt es einen weiteren Ankömmling, was an sich schon ungewöhnlich ist, da nie mehr als eine Person im Monat an diesen Ort gekommen ist - und dann ist es auch noch ein Mädchen. Bisher gab es niemals ein weibliches Wesen an diesem Ort und die Aufregung wird immer größer.
Thomas und Teresa verbindet etwas, was er noch nicht benennen kann, aber alles verändern wird. Plötzlich aber verschwindet die Sonne und die Mauern des Labyrinths verschieben sich nicht mehr. Haben sie etwas endlich einen Ausweg aus dem Labyrinth gefunden? Was hat es mit dem Ort auf sich? Nach und nach gerät alles außer Kontrolle, die Greaver entführen allabendlich einen weiteren Bewohner und es scheint nur noch einen Ausweg zu geben. Gemeinsam beginnen die Übrigen einen Aufstand und stellen sich gegen die Erfinder des Labyrinths.

Diese Dystopie gestaltet sich völlig anders als die meisten vorher von mir gelesenen. Hier scheint es nicht, dass die Welt völlig zerstört ist, sondern ein Experiment an einem Haufen Jugendlicher geübt wird. Der Autor schaffte es eine Story zu umschreiben, die einen fesselt und kaum das Buch aus den Händen legen lässt.
Obwohl es wirkt als würden die Anwesenden alle zueinander halten und nur ein Ziel verfolgen, kommt es immer wieder vor, dass ein Junge querschlägt und gerade gegenüber Thomas haben einige Vorbehalte.

Was ich etwas schade fand, war das teilweise keine intensiveren Beschreibungen der einzelnen Personen erfolgte. Überwiegend werden die Charaktere oberflächig angeschnitten, man erfährt wie sie denken, aber keinerlei Details. Auch was das Aussehen der Beschriebenen angeht, ist man überwiegend seiner eigenen Phantasie überlassen. Beide Punkte können für den Leser Vorteil aber auch Nachteil sein. 
Ich selbst schiebe die Oberflächigkeit etwas darauf, dass die einzelnen Protagonisten sich selbst ja nicht einmal mehr an ihr "früheres" Leben erinnern können und somit auch keine tiefergehenden Details beschrieben werden konnten. Interessant hätte ich aber dennoch gefunden, wenn man etwas mehr über die Gefühle aller erfahren hätte. Dies beschränkt sich eigentlich nur auf Thomas und Teresa, auf denen natürlich das Hauptaugenmerk liegt. Was verbindet die beiden wirklich, und warum können nur die beiden sich telepathisch miteinander unterhalten? Was ist das Besondere an den beiden? Und warum hat niemals jemand vorher die selben Ideen wie Thomas verfolgt?
Viele Fragen, die keine Aufklärung erhalten - noch nicht, muss man sagen, denn es folgen ja noch zwei weitere Teile.

James Dashner hat es geschafft mich mit den Auserwählten gefangen zu nehmen und mich nicht mehr loszulassen. Der Schreibstil ist einfach gehalten, unterscheidet sich aber dennoch, denn man braucht zu Beginn einen Augenblick um zuzuordnen, was Wörter wie "Klonk", "Strunk" oder "Neppdepp" bedeuten. Dies wird aber schnell klar und man gewöhnt sich an diese Wortwahl.
Das Ende ist ein guter, aber natürlich gemeiner Cliff Hanger und man will sofort wissen, wie es weitergeht (was man aber schon ahnen kann, wenn man den Klappentext zum zweiten Titel gelesen hat).
Spannend, rasant und gelungen bin ich schon gespannt auf den nächsten Teil.


Cover/Titel:
Das Cover ist in verschiedenen Blautönen gehalten und man ordnet das halbe, böse dreinblickende Gesicht Thomas zu. Neben dem Jungen ist ein gezeichnetes Labyrinth, dass somit eine klare Verbindung darstellt - ebenso wie bei dem Titel.

Der Autor:
James Dashner wuchs in einer Kleinstadt in Georgia, USA, auf. Der dichte Wald in dieser Gegend lieferte ihm bereits als Kind viele Ideen für seine späteren Geschichten.
Nach seinem Studium arbeitete James zunächst in der Wirtschaft. Doch schon bald fühlte er sich als "kreativer Mensch im Körper eines Buchhalters" gefangen und wandte sich dem Schreiben zu. Seitdem ist er Autor zahlreicher Bücher. James lebt mit seiner Frau und seinen vier Kindern inmitten der Rocky Mountains, behauptet er zumindest. 

Weitere Titel:
  • In der Brandwüste (2012)
  • In der Todeszone (2013)
Quelle: Bilder und Vita von der Verlagshomepage.

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