Dienstag, 2. April 2013

[Rezi] Der verbotene Garten

Autor: Ami McKay
Titel: Der verbotene Garten
Originaltitel: The Virgin Cure
Genre: Roman
Verlag: btb (München)
Erscheinungsjahr: 2013
Seiten: 381 S.
ISBN: 978-3-442-74532-6

"Ich heiße Moth und stamme aus den Slums der Chrystie Street."
(1. Satz)

Persönliche Zusammenfassung:
Moth wächst in einem der ärmsten Viertel New York's auf und findet doch lange ihrer Erfüllung in diesem Leben. Dennoch träumt sie davon igrendwann dort weg zukommen. Eines Tages aber verkauft ihre Mutter sie an eine reiche Frau, die ihre Wut auf das junge Mädchen projeziert. Moths einziger Weg ist Flucht. Eine Flucht, die gleichzeitig ein harter Kampf ums Überleben wird...

Rezension/Meinung:
Dadurch das ich zwei verschiedene Rezis zu diesem Buch vorweg gelesen habe, hatte ich zwei total verschiedene Meinungen im Kopf, als ich zu der Lektüre griff. Eine sehr negative und eine gute. Ich selbst habe mich aber schnell davon lösen können und einfach auf die Geschichte der jungen Moth eingelassen.

Das Mädchen wächst im  19. Jahrhundert in einem Armenviertel der Stadt New York auf. Zusammen mit ihrer Mutter, einer Wahrsagerin, muss sie sich jeden Tag durch das Leben kämpfen. Doch auch wenn es das Leben nicht gut mit ihr meint, findet sie doch ihre Freuden. Gerne betrachtet sie den Garten einer Nachbarin und wünscht sich selbst einmal dorthin.
Doch ihr Lebensweg spielt ihr alles andere als gut mit. Erst verkauft ihre Mutter sie an eine reiche Frau, die nicht selten brutal die Hand an sie legt und ihr Angst einjagt. Dann als Moth einen Weg findet aus diesem schrecklichen Haus zu kommen, muss sie feststellen, dass ihre Mutter und somit ihr großer Halt, verschwunden ist. Alleine verbringt sie die Nächte auf dem Dach des alten Wohnhauses und die Tage als Bettlerin auf der Straße.
Ob es Glück ist, als sie von Alice von der Straße geholt wird und in einem sogenannten "Mädchenpensionat" untergebracht wird? Denn obwohl sie dort schönes erwartet, sie essen kann wann sie will, schöne Kleider tragen kann und einfach nur leben, bringt es doch eine harte Verpflichtung mit sich. Denn dieses Mädchenpensionat ist alles andere als harmlos. Die Leiterin lässt die Mädchen dort wohnen, diese aber müssen im Gegenzug Dienste an ihnen fremden Männern erweisen und werden zu Huren herangezogen.
Moth sieht keinen anderen Weg als eben diesen zu gehen. Nach grausigen Erlebnissen merkt sie schnell dass sie für diese Welt nicht geschaffen ist und sucht nach einem Ausweg...

Die Geschichte wirkt in großen Teilen sehr bedrückend, spiegelt aber dennoch nur wieder, wie es in der Zeit wirklich zuging. Denn oftmals gab es für armen Leute keinen anderen Weg als ihre Kinder zu verkaufen. Was man heute natürlich alles andere als gut heißt.
Moth beschreibt in "Der verbotene Garten", wie es ihr ergangen ist. Ihre Erlebnisse schildert sie klar, wobei ihre Erfahrungen oft noch recht harmlos wirken, im Gegensatz zu denen die andere erleben. 
Aber es ist erstaunlich, wie reif dieses Mädchen klingt, das noch nicht einmal Tennager ist, sondern einfach nur ein Kind. Daher geht es auch nah zu erleben, wie sie sich durch das ihr gegebene Leben schlägt und am Ende doch noch ihre Träume in Erfüllung gehen.

Sicherlich ist das Thema des Buches sehr heftig, insbesondere wenn man das Alter der Hauptprotagonistin bedenkt. Dabei sollte man sich vor Augen halten, dass das Leben nicht immer so war wie heute und das auch augenscheinlich verruchte Darstellungen damals an der Tagesordnung waren und einigen Menschen das Überleben gesichert haben.
Dennoch gibt es ein paar Situationen, die wirklich detailreich beschrieben werden und bei einigen Lesern auf Ablehnung treffen werden.

Die Autorin hat aber trotz aller Anzüglichkeiten und bedrückenden Worte eine Geschichte geschaffen, der man Wort um Wort gerne folgt. Zudem hat sie immer wieder erklärenden Einfügungen gemacht, die mir sehr gut gefallen haben. Auch einige Illustrationen haben in diesem Buch einen Platz gefunden. 
Doch ist dies kein Familienroman und auch eher fraglich ob es für jeden ein "Wohlfühlroman" sein wird, wie es auf der Rückseite des Covers beschrieben wird.

Ein Roman um Mädchen, das am Ende erwachsen wird und den Leser zum nachenken animiert.

Vielen Dank für das Exemplar an Lovelybooks und btb.

Cover/Titel:
Das Cover finde ich einfach toll, da es passend zum Zeitalter, im Vintage-Style gehalten ist. Auch die eingefügten "Motten" passen natürlich super zur Geschichte. Auch der Titel fügt sich geschmeidig in das Gesamtbild. Der Titel hat auch einen starken Bezug zur Geschichte, der aber nur am Anfang eine große Rolle spielt.

Die Autorin:
Ami McKay wurde im amerikanischen Bundesstaat Indiana geboren. Sie hat Musikwissenschaft und Musikerziehung studiert und einige Zeit als Lehrerin in Chicago gelebt, bevor sie im Jahr 2000 nach Kanada zog. Ami McKay lebt mit ihrem Mann und zwei Söhnen in der Fundy Bucht an der Küste von Nova Scotia.  

Weitere Bücher:
  • In Mondnächten (2008)
Quelle: Bilder und Vita von der Verlagshomepage.

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