Montag, 18. März 2013

[Rezi] BETA

Autor: Rachel Cohn
Titel: BETA
Genre: Dystopie 
Verlag: cbt (München)
Erscheinungsjahr: 2013
Seiten: 411 S.
ISBN: 978-3-570-16164-7

"Sie will mich kaufen."
(1. Satz)

Persönliche Zusammenfassung:
Als Elysia erwacht ist ihr alles fremd. Sie weiß nicht wo sie ist, was sie zu tun hat, noch wer die anderen um sie herum sind. Erst als der Chip in ihrem Körper ihr diese Informationen übermittelt, erfährt sie, wo sie sich befindet.
Elysia ist einer der ersten Teenagerklone der Insel Demesne. Als Klon hat sie weder Gefühle noch Meinungen, sondern dient und befolgt Anweisungen. Doch scheint es als hätte sich ein Fehler in ihr System eingeschlichen, denn trotz allem was ihr beigebracht wurde, schmeckt und fühlt Elysia plötzlich. Sie will frei sein, leben – doch genau das bringt sie in große Gefahr…

Rezension/Meinung:
Dystopien erzählen von dem Leben in der Zukunft und stellen da, wie sich das Leben für uns Menschen verändern könnte – oftmal sehr fantasiereich beschrieben. Dieses Buch ist ein weiteres aus diesem Genre und nimmt den Leser mit in eine andere Welt.

In „Beta“ werden nicht alle Verstorbenen begraben; viele Körper werden nach Demesne geschafft, einer Insel die von einem künstlichen Klima umgeben ist und somit optimale Lebensbedingungen schafft. Die Leichname werden dort in Klone verwandelt und sollen den Menschen auf der Insel dienen.
Auch Elysia ist so ein Klon. Dennoch ein besonderer, denn neben ihr gibt es nur einen weiteren Teenagerklon auf der Insel, da sie bisher erst im Erprobungsstadium stecken.
Schnell wird Elysia an eine reiche Familie der Insel verkauft und soll dort den Familienmitgliedern  als Gesellschaft dienen.
Je länger sie bei der Familie ist, desto schneller bemerkt sie, dass irgendetwas nicht stimmt.
In ihr steigen Gefühle auf – was für einen Klon unmöglich sein sollte. Auch Fragen stürzen auf sie ein, auf die ihr der Chip in ihrem Körper aber keine Antwort geben kann.
Als Elysia sich dann verliebt ist klar, dass sie „defekt“ ist. Sie schmiedet Pläne und versucht sich heimlich ein eigenes Leben aufzubauen. Überall auf der Insel erheben sich die Klone plötzlich und sind gegen eine Versklavung. Elysia aber hat keine Zeit mehr zu warten, bis der Aufstand perfekt ist. Sie ist in großer Gefahr, denn sie hat einen Menschen getötet...

Diese Geschichte erinnerte mich eine Zeit lang an „Duplikat Jonas 7“, einer Schullektüre in der es ebenfalls um aufständige Klone ging. Doch anders als in dem Buch sind die Klone bei „Beta“ keine Ersatzteillager.
Anstatt den Körper zerfallen zu lassen wird dieser hier als Hülle für Arbeiter genutzt. Eine Vorstellung die einerseits sicherlich verlockend klingt, denn die Beschreibungen machen klar, dass die „Normalen“ Menschen dort nicht mehr arbeiten müssen; andererseits beängstigend, denn nur weil diese „Klone“ in einen toten Körper eingepflanzt werden, kann man sich doch nicht sicher sein, dass er abgestumpft ist und auf keine äußeren Reize reagiert.
Genau dies passiert hier in dem Buch und macht klar, dass man trotz allem technischen Fortschritten noch immer nicht alles weiß und nicht mit Sicherheit sagen kann was uns die Zukunft bringen wird.

Die Geschichte ist eindringlich und faszinierend zugleich geschrieben. Es ist wie eine Reise an den Ort des Geschehens, da die Autorin die Insel und Umgebung so intensiv beschreibt und realistisch darstellt. Man empfindet gleich Sympathie mit dem Klon und schon am Anfang kommt ein komisches Gefühl auf, wenn man liest, dass Elysia als Ware gehandelt wird und ihr alles vorgeschrieben ist.
Der Schreibstil lässt einen kaum los und man möchte wissen wie es weiter geht. An einigen Stellen erlebt man kleine Wiederholungen über die man aber hinwegsehen kann.

Die klare Frage dieses Buches ist: Stimmt es wirklich was den Leuten über Klone erzählt wird?
Als die Protagonisten der Wahrheit immer näher kommen werden sie nach und nach ausgeschaltet, ohne jede Gefühlsregung getötet und das beklemmende Gefühl steigert sich immer mehr.
Wie Elysia von allem berichtet, bemerkt man ihre Unwissenheit und kann sich dies durch den Chip erklären, wünscht sich aber, dass sie doch irgendwann zu vollem Wissen fähig ist.

An einigen Stellen bemerkt man die Angst und Sehnsucht sehr klar und kann sich in Elysia hineinfühlen.
Zum Ende hin passiert alles Schlag auf Schlag und es wirkt fast als könnte der erste Teil ruhig ausklingen. Doch was wäre das auch für eine Vorlage für einen zweiten Teil?!
Die Autorin lässt weitere Elemente einfließen und man fragt sich was eigentlich an der ganzen Geschichte der Wahrheit entspricht und was nicht.
Eine Dystopie voller Spannung, einiger eingepflanzter Naivität, Wissbegierde und einer Reise durch eine veränderte Welt.
Ein Buch mit einem Ende, dass nur einen Gedanken zulässt: Wann geht es endlich weiter?

Bei solch einer Geschichte blickt man ängstlich in die Zukunft und hofft auf Mittel und Wege einer anderen Weiterentwicklung des Lebens.

Cover/Titel:
Die Farbgebung des Covers gefällt mir sehr gut, da ich die Mischung aus lila/fuchsia sehr mag. Das Mädchen ist klar als Elysia zu identifizieren, da die Beschreibungen im Buch perfekt passen. Der Titel passt ebenfalls perfekt, denn Elysia ist eine Beta-Version und ist somit noch kein ausgereiftes Modell. Noch passender wäre es gewesen wenn der Titel in rosa gehalten wäre, da das Beta als Tattoo in dieser Farbe gestochen ist.
 


Die Autorin: Rachel Cohn ist seit Jahren eine renommierte Autorin für Jugendbücher und hat bereits zahlreiche erfolgreiche Romane veröffentlicht. Unter anderem schrieb sie gemeinsam mit David Levithan „Nick & Norah – Soundtrack einer Nacht“ (nominiert für den Deutschen Jugendliteraturpreis). Sie hat keine Hobbies, es sei denn, man zählt die Suche nach dem perfekten Cappuccino darunter. Und sie verbringt viel Zeit damit, ihre Musiksammlung und ihre Bücher zu sortieren, oder mit ihren beiden Katzen Bunk und McNulty herumzuhängen.

Weitere Bücher:
  • Nick & Norah - Soundtrack einer Nacht (2012)
  • Dash & Lilys Winterwunder (2011)
  • Kopfüber in den Sommer (2011)
  • Naomie & Ely - Die Liebe, die Freundschaft und alles dazwischen (2010)
Quelle: Bilder und Vita von der Verlagshomepage.

1 Kommentar:

  1. Liegt schon auf meinem digitalen Stapel.

    "Ein Buch mit einem Ende, dass nur einen Gedanken zulässt: Wann geht es endlich weiter?"

    Dein Satz bringt mich allerdings zu der Frage, ob ich nicht lieber warte bis die anderen Teile raus sind. Wobei das wohl noch etwas dauern wird.


    buchstaben-junkie.blogspot.com

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