Montag, 25. Februar 2013

[Rezi] Kalter Schmerz

Autor: Hanna Jameson
Titel: Kalter Schmerz
Originaltitel: Something you are
Genre: Roman, Krimi
Verlag: Suhrkamp (Berlin)
Erscheinungsjahr: 2013
Seiten: 380 S.
ISBN: 978-3-518-46410-6

"Sie waren zu dritt, standen an der Ecke zwischen der Hauptstraße und unserem Haus."
(1. Satz)

Persönliche Zusammenfassung:
Für Nic Curana ist es ein leichtes Menschen aufzuspüren – egal wie gut sie sich verstecken. 
Aktuell ist er auf der Suche nach Emma Dyer, enem 16-jährigen Mädchen, das spurlos verschwunden ist. Der sonst so kalte und harte Nic merkt schnell, das mehr hinter dem Fall des verschwundenen Mädchens steckt. Als ihre übel zugerichtete Leiche gefunden wird, ist es an ihm, der Mutter die Nachricht zu überbringen, doch die Reaktion auf den Tod ist anders als erwartet. Auf der Suche nach dem Täter, gerät er in einen immer stärker werdenden Sog, verliert sich in Gefühlen und bringt nicht nur sich selbst in große Gefahr.

Rezension/Meinung:
Die junge Autorin Hanna Jameson entführt die Leser in „Kalter Schmerz“ in eine Welt voller Gewalt, Lügen und Geldgier.

Nic Curana ist eine "Art" Privatermittler, der für seine Auftraggeber nach Menschen sucht. Meist sind dies eher zwielichtige Gestalten, die etwas verbrochen haben, so ist es nicht verwunderlich, das er die meisten der Gefundenen dann beseitigen soll - was er tut ohne mit der Wimper zu zucken.
Nach einem Aufenthalt im Gefängnis, wird Gewalt und Tod zu seinem Geschäft.
Sein neuer Fall ändert etwas in ihm: Sonst abgebrüht, befindet er sich plötzlich in einem Fall um ein junges Mädchen, dessen Vater die Mörder seiner Tochter sucht.
Eine gefährliche Jagd durch die Stadt beginnt und Curana zieht eine Spur von Toten und Verletzten hinter sich her.

Ein rasantes Abenteuer, dass Verbindungen zu den undurchsichtigsten Komplizen aufweist, Mitarbeiter von Milieus mit einbezieht, die alles andere als rechtmäßig sind und Freundschaften auf harte Proben stellt.

Neben der Jagd nach den Mördern, ist dies aber auch eine Familiengeschichte. Nics Familie ist schon früh auseinander gebrochen und ein schwerer Schlag, der die Familie kurzzeitig wieder zusammenführt, weist auf, wie schlecht das Verhältnis aller ist. Trotz der harten Darstellung, merkt man in diesen Szenen, das der Hauptprotagonist auch eine weiche Seite hat - die er aber schnell wieder zu überspielen weiß.

Das Buch beginnt mit einer Rückblende, die darauf hinweist, wie Nic - noch unschuldig - aus Notwehr einen anderen Jungen tötet.
Die Beschreibungen machen den Einstieg spannend, denn so hat es den Anschein als gäbe es ein Schlüsselerlebnis, das der Grund für den Sinneswandel Nics sein muss, und man kann ihm kurzzeitig verzeihen was er tut. Doch gleich im nächsten Kapitel ändert sich das und man erfährt die Wahrheit über den Menschen, der so viele Facetten aufweist, dass er fast undurchsichtig scheint.

Im Großen und Ganzen gefiel mir die Geschichte recht gut, da sie schonungslos und spannend geschrieben ist. Dennoch gabe es Stellen, die mich etwas geärgert haben. Andeutungen werden gemacht, Sätze begonnen, aber nicht beendet. So hat man teilweise das Gefühl von der Geschichte kaum etwas zu wissen und viele Fragen kommen auf.
Überwiegend werden diese Fragen, wenn auch recht spät, beantwortet und geben dann auch ein stimmiges Bild.

Die Personen der Geschichte sind klar beschrieben und da jeder seine eigene Lebensgeschichte hat, kann man sich gut auf die Szenerie einstellen.

Komisch fand ich lange die Dyers, die irgendwie doch so gar nicht zusammen zupassen scheinen und man fragt sich wie gerade die beiden es zueinander geschafft haben.
Daher habe ich auch verwundert verfolgt, wie sich die wahre Situation plötzlich darstellt und was für ein unglaublich starkes Band für dieses Paar durch die Liebe entsteht. Doch wer nun auf eine rührende Liebesgeschichte erwartet, wird stark enttäuscht.

Ein aktionreicher Thriller, der teilweise respektlos wirkt, nichts beschönigt und das Leben der Kriminellen widerspiegelt wie man es sich vorstellt: Ohne Gnade anderen gegenüber, skrupellos und doch auf eine gewisse Weise charmant.

Durch die einfließenden sexuellen Elemente und dir rohe Gewalt, ist dies nicht nur eine Geschichte für Frauen, wie so manch ein Leser meinen könnte, ob der neuen und jungen Autorin. äSicherlich wird auch der ein oder andere männliche Leser seinen Gefallen an diesem Roman finden, der mir schon eher als ein Thriller begegnet ist.

Mit diesem Buch legt Jameson einen brutale Vorlage und ich bin gespannt, wie sich ihre Ideen weiter auf dem Buchmarkt entwickeln werden.

 Vielen Dank für das Buch an Vorablesen und Suhrkamp.

Cover/Titel:
Das Cover finde ich sehr interessant, da hier ein Rabe zwischen Autorenname und Titel seinen Platz findet. Er hängt an einer Leine und wenn auch nicht von ihm ausgehend, weist das Cover Blutflecken auf, die auf die Brutalität in diesem Buch hinweisen. Eine direkte Verbindung zu dem Vogel gibt es in dem Buch aber nicht. Auch der Titel hält von der Geschichte selbst etwas Abstand, denn die Taten die begangen werden, geschehen in rasender Wut und da hätte ich im Titel eher das Wort "heiß" passend gefunden. Andererseits kann man so in den "kalten" Schmerz, die Auffindung der Leiche, die nun einmal kalt ist interpretieren.

Die Autorin:
Hanna Jameson, 22, wurde von J. G. Ballard und David Peace zum Schreiben inspiriert. In ihrer Freizeit folgt sie Bands um die Welt, mixt in Warteschlangen Cocktails aus dem Gedächtnis und klaut Stagedivern die Schuhe. Aufgrund einer Vorliebe für Glitzer, Leopardenmuster und kurze Röcke ist sie bei den meisten Gelegenheiten nicht adäquat gekleidet. Kalter Schmerz ist ihr erster Roman.

Weitere Bücher:
(bisher keine weiteren Bücher )

Quelle: Bilder und Vita von der Verlagshomepage.

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