Samstag, 19. Januar 2013

[Rezi] Lilienblut

Autor: Elisabeth Herrmann
Titel: Lilienblut
Genre: Thriller
 Verlag: cbt HC (München)
 Erscheinungsjahr: 2011
  Seiten: 448 S.
ISBN: 978-3-570-30762-5

"Diese tiefe, schwere Stille, die plötzlich zu atmen schien, als das leise Wispern und Raunen sich von ihr löste und sie flüsternd und raschelnd umwob."
(1. Satz)

Persönliche Zusammenfassung:
Sabrina und Amelie, gute Freundinnen, scheinen auf den ersten Blick nicht unterschiedlicher sein zu können. Amelie ist extrovertiert, genießt das Leben und macht was sie will; dabei lässt sie kaum ein Abenteuer aus. Sabrina dagegen ist ruhiger und weiß noch gar nicht was sie mit ihrem Leben anfangen soll. Als ihre Mutter ihr zum Geburtstag einen Weinberg schenkt, fragt sie sich ob sie diesen überhaupt haben möchte, denn an Freiheit ist mit so einer Verantwortung gar nicht zu denken. Da begegnet sie dem jungen Schiffer Kilian am „toten Fluss“, der ihr sogleich den Kopf verdreht. Doch als er plötzlich verschwindet, wird Amelies Leiche gefunden…

Rezension/Meinung:
Dieses Buch von Elisabeth Herrmann habe ich mir als kleine Einstimmung ausgeliehen, da ich noch immer in meinem Bestand ihr neues Jugendbuch habe.
Ihr Schreibstil gefällt mir gut und durch die Leichtigkeit kann man den Worten der Autorin gut folgen.

Zu Anfang des Buches war ich etwas skeptisch, denn man lernt erst einmal nur Sabrina und ihr Leben kennen, das wirkt, als wäre das Mädchen sehr unzufrieden. Dabei trifft man ebenso auf ihre Mutter, die trotz der harten Arbeit auf ihrem Weinberg doch noch jung geblieben scheint.
Erst als Amelie mit in die Geschichte kommt, lockert alles etwas auf und man spürt die Leichtigkeit der Jugend, die in dem Alter von sechzehn Jahre noch da sein sollte.

Die Autorin beschreibt, wie die beiden Freundinnen zufällig einen Kahn entdecken, der an einer Stelle des Flusses liegt, die eigentlich nie befahren wird.
Sabrina, noch zurückhaltend, will gleich wieder weg. Aber die abenteuerlustige Amelie lässt sich nicht einschüchtern. Der Kahn gehört Kilian, der auf dem Boot lebt und beide Mädchen gleich in seinen Bann zieht.
Während sich Sabrina still schweigend in ihrer Sehnsucht nach ihm badet, macht Amelie Nägel mit Köpfen und will in der Nacht zu ihm und mit ihm abhauen, das langweilige Leben hinter sich lassen.

Am nächsten Tag aber ist Kilian verschwunden und Amelie wird tot in dem Wald um den Fluss gefunden. Sabrina will nicht glauben, dass Kilian etwas mit dem Tod zu tun haben kann, auch wenn alle Spuren dafür sprechen.
Sie macht sich daran auf eigene Faust der Wahrheit auf die Spur zu kommen und erfährt dabei das schon einmal so etwas an diesem Ort geschehen ist. Auf der Suche nach der Wahrheit unterstützt sie Lukas, der ihr immer näher kommt, aber Kilian kann er nicht aus ihrem Gedächtnis löschen.
Es wirkt als würde die junge Protagonistin schon eine leichte Obsession gegenüber Kilian entwickeln, daher ist verständlich, dass sie an seine Unschuld glauben will.

Die vier Protagonisten die die wichtigsten Rollen spielen (Kilian, Amelie, Sabrina und Lukas) passen gut zueinander und ergänzen sich. Durch die klaren Beschreibungen ist es leicht sie sich bildlich vorzustellen und an einigen Stellen eine Ahnung zu haben, was passieren könnte. Doch diese Geschichte hält einige Wendungen bereit.
Lange wirkt es als hätte man den Täter schon klar im Blick, auch wenn ich persönlich schon früh das Gefühl hatte, das sich alles noch einmal ändern würde und nur darauf gewartet hatte das es passiert.

Ein guter Thriller für diejenigen, die sich noch nicht so mit dem Genre auseinander gesetzt haben und einen passenden Einstieg suchen.
Geeignet sowohl für Jugendliche als auch Erwachsene.
Dabei darf man aber nicht erwarten, dass man komplett vom Hocker gerissen wird und nach Beendigung atemlos dasitzt.
Spannung kommt erst richtig zum finalen Abschnitt auf, verliert sich danach aber auch wieder schnell.

Eine Geschichte die an einigen Stellen schon ahnen lässt, wie es weiter geht, die es aber dennoch schafft mit kleinen Details zu überraschen.


Die Autorin:
Elisabeth Herrmann wurde 1959 in Marburg/Lahn geboren. Sie machte Abitur auf dem Frankfurter Abendgymnasium und arbeitete nach ihrem Studium als Fernsehjournalistin beim RBB, bevor sie mit ihrem Roman "Das Kindermädchen" ihren Durchbruch erlebte. Elisabeth Herrmann lebt mit ihrer Tochter in Berlin.


Weitere Bücher:

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