Samstag, 29. Dezember 2012

[Rezi] Verachtung


Autor: Jussi Adler-Olsen
Titel: Verachtung
Originaltitel: Journal 64
Genre: Thriller
Verlag: dtv (München)
Erscheinungsjahr: 2012
Seiten: 544 S.
ISBN: 978-3-423-28002-0

"Fast hätte sie sich ganz dem Gefühl hingegeben."
(1. Satz)

Persönliche Zusammenfassung:
Nete Hermansen hat eine schwere Zeit hinter sich. In den 80er Jahren wurde sie auf einer Insel festgehalten. Ein Gefängnis für ausgestoßene Frauen, sowie eine harte Bestrafung. Denn dort wurde sie hingebracht, weil niemand ihr glauben wollte, dass sie vergewaltigt worden war. Weder ihr Vater noch die Polizei glaubte ihr. Bei einem Arzt wurde eine Schwangerschaft festgestellt und er hat ihr nicht nur das Kind genommen, sondern auch ihrem Leben bis dato ein Ende gesetzt. Danach verletzt und verstümmelt, zwangssterelisiert, landet sie dort und merkt schnell, dass sie nicht alleine unschuldig auf dieser Insel sitzt und nach Jahren nimmt ihre Rache seinen Lauf…

Rezension/Meinung:
Auch mit Teil vier, entwickelt Adler-Olsen wieder eine spannende Geschichte um Carl Morck und sein Team.
Doch neben dem Fall, gibt es diesmal noch einige Wahrheiten mehr zu entdecken.
Die baut auf dem Erlebten von Nete Hermansen auf und man bekommt immer wieder Einblicke in ihre Vergangenheit.
Fragen bleiben dabei kaum offen, denn es beginnt bei ihrem ersten Unglück und endet mit ihrer Rache. Diesmal aber gibt es keinen Täter, dem man wünscht, das er erwischt wird und der grausame Dinge mit seinen Opfern anstellt.
Diesmal ist es das Opfer selbst, das einen Weg sucht mit dem Leben wieder klar zu kommen – wenn auch auf brutale Weise.

In „Verachtung“ standen für mich aber andere Dinge im Vordergrund.
Sicherlich habe ich interessiert die Geschichte der Frauen von der Insel verfolgt; was sie an diesen Ort gebracht hat und wie sie wieder einen Weg herunter gefunden haben, aber die Geschichte um Rose hatte eine größere Anziehungskraft.
Denn die im Vorgänger neue und ziemlich exzentrisch wirkende Person, die man nicht ganz einordnen konnte und die scheinbar auch etwas „durch den Wind“ schien, spielt eine größere Rolle.

Morck kommt hinter ihr Leben und die vermeintlichen Schwestern, lernt mehr von Rose kennen, als er erwartet hat und ist kurzzeitig alles andere als schlagfertig.
Ebenso versucht er hinter das Gehemnis seines Kollegen Assad zu kommen. Dieser mutet immer noch mit seinen verschiedenen Lebensweisheiten und Angewohnheiten an, die Morck alles andere als geheuer sind.
Der wiederrum muss nun auch noch mit seiner Exfrau streiten, denn sie möchte das Haus in dem er mit seiner Chaoten-WG wohnt verkaufen.
Während er versucht eine Lösung seiner Privatfehden zu finden, kommen seine Kollegen der Lösung des Falls der Toten immer näher, bis sie plötzlich zu nah geraten und selbst Hilfe brauchen…

Auch dieser Teil ist wieder ohne große Umschweife in einer Sprache geschrieben, die klar und ohne Beschönigungen auskommt.
Dennoch fehlte mir etwas in dieser Geschichte. Sie wirkt etwas bedrückender als die Vorgänger und findet nicht an jeder Stelle wie zuvor Platz für den gewissen Charme Morcks.
Da ich aber schon einmal erlebte, das ich dachte der damalige „Neuling“ könnte den ersten Erfolg nicht wiederholen und eines Besseren belehrt wurde, bin ich nun nicht enttäuscht und werde gespannt auf den nächsten Teil warten.


Der Autor
Jussi Adler-Olsen wurde am 2. August 1950 unter dem bürgerlichen Namen Carl Valdemar Jussi Henry Adler-Olsen in Kopenhagen geboren. Er studierte Medizin, Soziologie, Politische Geschichte und Film und arbeitete anschließend in den verschiedensten Berufen. 1995 begann er mit dem Schreiben und landete bereits mit seinen ersten Büchern unter anderem in Schweden, Spanien und Südamerika auf den Bestsellerlisten, mit der Serie um das Sonderdezernat Q erlangte er seinen internationalen Durchbruch. Seine Bücher wurden in über 20 Länder verkauft. 
Homepage des Autors: http://www.adler-olsen.de/index.cfm

Quelle: Vita und Bilder von der Verlagshomepage.

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