Samstag, 22. Dezember 2012

[Rezi] Die Marionette

Autor: Alex Berg
Titel: Die Marionette
Genre: Thriller
Verlag: Knaur (München)
Erscheinungsjahr: 2011
Seiten: 384 S.
ISBN: 978-3-426-50899-2

"Mit hellem Schimmer kündigte sich der Morgen hinter den schneebedeckten Berggipfeln des Hindukusch an."
(1. Satz)

Persönliche Zusammenfassung:
Mitten in Deutschland entspinnt sich eine Hetzjagd zwischen der Regierung, Polizei, Militär und einer einzelnen Kämpferin. Katja musste mit ansehen, wie ihr Freund in Afghanistan seinem Leben ein Ende gesetzt hat, weil er sein verstümmeltes Leben nicht mehr lebenswert fand. Zudem hat sie auch noch eine Klage am Hals, weil sie einem Soldaten das Sterben leichter gemacht hat. Doch ihr ist klar, dass sie in einen Hinterhalt geraten ist, den in ihrem Beruf ist sie alles andere als unvorsichtig. Was aber steckt wirklich hinter dem Angriff? Und warum hatten die Attentäter Waffen Deutschlands dabei? Katja sieht keinen anderen Ausweg, als einen Verantwortlichen in ihre Gewalt zu bringen und ihm die Wahrheit zu entlocken – wenn es sein muss auch mit explosiven Folgen.

Rezension/Meinung:
Die Marionette behandelt das Thema des Afghanistan-Krieges sehr intensiv. Gleich der Anfang beschreibt eine Szene, wie man sie zu tausenden aus dem Fernsehen kennt: Ein Konvoi deutscher Soldaten, fährt durch das Land und wird angegriffen.
Die Soldaten sterben dabei überwiegend – nur die Protagonistin Katja schafft es diesem Schicksal zu entrinnen. Schon verwunderlich, das eine Frau dabei ist, aber das erklärt sich im Laufe der Geschichte.

Zwar springt das Geschehen bald darauf nach Deutschland, wo sich Zuständige treffen, um zu klären was passiert ist, aber es geht dennoch rasant und kaum ohne Pause weiter.
Alex Berg führt dem Leser die Geschehnisse durch ihre Beschreibungen sichtbar vor Augen.
Die Szenerie Kabuls dient nur als Einstieg in die Geschichte und verliert sich nach und nach und wird durch Bilder deutscher Städte ersetzt, durch die Katja – auf der Flucht – reist und ein Bild der Verwüstung hitnerlässt.
Immer wieder begegnet man altbekannten, die nach und nach ihren Platz in der Geschichte finden und oft eine Wandlung durchlaufen, die plötzlich alle Taten in anderem Licht erscheinen lassen.

Dabei scheint die Geschichte alles andere als fiktiv und man fragt sich schnell, wie viel Wahres wohl daran ist. Waffenhandel, Betrug, Geldgier und Krieg sind das Thema des Buches. Themen, die nicht wegzudenken sind, da es genau die sind, die im Nahen Osten stattfinden.
Ich selbst gebe zu, dass ich an manchen Tagen schon gar nicht mehr hingehört habe, wenn in den Nachrichten wieder einmal das Thema aufkam, denn solange ich denken kann – und verstehe – gibt es aus dieser Region kaum andere Nachrichten.
Dennoch habe ich mit diesem Buch einen kleinen Einblick in die Tiefe gewonnen und bin den Soldaten gedanklich näher gekommen. Die Ängste die sie ausstehen müssen, weil jederzeit ein noch so süßes Kind vor ihnen auftauchen könnte, das aber alles andere als gute Absichten hat; der Hass, der ihnen durch die Einwohner der Städte entgegenschlägt, obwohl die Soldaten doch nur helfen wollen und die Einwohner oft nur sehen, das ihnen kaum noch etwas bleibt. Und am größten die Angst, nach so einer Zeit wieder nach Hause zu kommen, an einen Ort, der zwar immer noch der Selbe ist, aber eine andere Bedeutung hat..

Bedrückend, atemlos und ohne Umschweife prasseln die Worte auf den Leser nieder und regen gleichzeitig zum nachdenken an. Auch wenn sich mir nicht alle Gedankengänge Katjas erschlossen haben – immerhin scheint sie sehr traumatisiert – konnte ich dennoch fühlen, wie für sie die Welt einen negativen Umschwung machte. Ein Buch das zum Denken einlädt und die neuesten Nachrichten in einem anderen Blickwinkel betrachten lässt…

Den ersten Teil habe ich nicht gelesen, aber mir haben jetzt keine Details gefehlt und bezüglich der Personen blieben keine Fragen offen.

Vielen Dank für das Rezensionsexemplar an Knaur.
Das Buch gibt es hier: Die Marionette.

Die Autorin:
Alex Berg, geboren 1963, hat viele Jahre als freie Journalistin für norddeutsche Tageszeitungen geschrieben, bevor sie ihre ersten Spannungsromane verfasste. Ihre politisch brisanten Thriller "Machtlos" und „Die Marionette“ um die Hamburger Staatsanwältin Valerie Weymann und den BND-Agenten Eric Mayer haben die Leser im Sturm erobert. Hinter dem Pseudonym Alex Berg verbirgt sich die Autorin Stefanie Baumm.
Homepage der Autorin: http://www.alexberg.de/Start.html

Weitere Bücher:
  • Machtlos (2010)
Quelle: Vita und Bilder von der Homepage des Verlags.

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