Mittwoch, 15. August 2012

[Rezi] Als die schwarzen Feen kamen

Autor: Anika Beer
Titel: Als die schwarzen Feen kamen
Genre: Fantasy, Thriller
Verlag: cbj (München)
Erscheinungsjahr: 2012
Seiten: 446 S.
ISBN: 978-3570401477

"Dick und undurchsichtig türmten sich die Nebelschwaden am rotvioletten Himmel."
(1. Satz)
 
Persönliche Zusammenfasung:
Marie, die regelmäßig Ihren Psychiater besucht, weil sie schwarze Feen sieht die nicht echt sind, wird eines besseren belehrt, als Gabriel – der Schwarm ihrer besten Freundin – sie anspricht.
Erst kann sie ihr Glück kaum fassen, schnell aber muss sie erkennen, dass hinter seinem Interesse an ihr mehr steckt.
Gabriel kann die wahren Schatten der Menschen sehen und Marie scheint eine Art Tor zwischen der Obsidianstadt und der menschlichen Welt zu sein. Die Feen die Marie sehen kann, sind real und versuchen aus ihrer Welt zu kommen. Lea, die Herrscherin des geheimnisvollen Ortes aus Maries Träumen, bereitet den bösen Wesen den Weg und bringt die Menschen um Marie herum in Gefahr. Nur Marie selbst kann ihre Mitmenschen retten. Zusammen mit Gabriel nimmt sie all ihren Mut zusammen und macht sich auf den Weg in die Welt auf der anderen Seite...

"Das Flattern in ihrer Brust vrschwand, als hätte allein die Erinnerung an ihn vertrieben. Marie ballte die Fäuste und starrte auf das Telefon. Nein, sie konnte ihn nicht anrufen. Dieser Typ war entweder verrückt oder machte sich über sie lustig. Und in keinem von beiden Fällen wollte Marie irgendetwas mit ihm zu tun haben. Sie hatte genug andere Sorgen."
(S. 121, Zeile 9 - 15)

Rezension:
„Als die schwarzen Feen kamen“ ist ein spannender Fantasy- bzw.Mysterythriller für Jugendliche, aber auch Erwachsene. Der Einstieg der Geschichte kommt jedem bekannt vor, denn Marie und ihre beste Freundin merken an diesem Punkt, dass ihre doch immer so innig geglaubte Freundschaft langsam bröckelt. 
Mit viel Feingefühl bringt die Autorin dem Leser nah, wie es Marie in dieser Situation geht und sogleich erfährt man auch von Maries „Krankheit“. Eine Krankheit die sich scheinbar nur durch den Besuch beim Psychiater unter Kontrolle halten lässt. Die Zuneigung die Marie ihm gegenüber spürt steht klar im Vordergrund, denn seit dem ihr Vater gestorben ist, hat sie kaum noch einen Halt. 
Es scheint als wäre die Welt für Marie nur schwarz und weiß, Freuden eher selten. 
Trotz der traurigen Darstellung Maries, mag man dieses unscheinbare Mädchen auf Anhieb. 
Gabriel der neben Marie die zweitwichtigste Rolle spielt, kommt einem etwas verkorkst rüber und an manchen Stellen konnte ich nicht sagen, ob ich ihn als Figur gut fand oder nicht. Die Beschreibungen der „Schatten“ hat Anika Beer sehr gut hinbekommen. Irgendwie möchte man sich ihre Existenz nicht vorstellen, aber in dieser Geschichte werden sie so intensiv dargestellt, dass man sie sich fast bildlich vorstellen kann. 
Auch die Beschreibungen der eigentlich erfundenen Stadt ist mit liebevoller Detailreiche dargestellt. Zwischen den Kapiteln um die menschliche Welt und deren Bewohner und Erlebnisse gibt es immer wieder Kapitel, die aus der Obsidianstadt erzählen. 
Man kann nach der Einsamkeit und Bedrücktheit Leas fast greifen und kann ihre Taten fast nachvollziehen, auch wenn sie damit einige gefährliche Schritte geht. Fantasiereich, emotional und spannend kommt das Buch daher. Das Weglegen fällt einem schwer, hat man erst einmal angefangen zu lesen. 
Ein Buch das den Leser in seinen Bann zieht, mit in eine erfundene Welt, die plötzlich doch mehr der Realität entspricht als diese selbst. Der leichte Hauch einer Liebesgeschichte tut ihr eigenes dazu, auch wenn teilweise die Meinung aufkommt, dass ruhig mehr Gefühle investiert hätten werden können. 
Eine gelungene Genremischung, die einmal mehr die Fantasie eines jeden Lesers beflügelt und in der eigenen Vorstellung ihre Schlösser baut.

"In diesem Moment blinzelte ihr Spiegelbild. Marie kniff verblüfft die Lider zusammen und riss sie wieder auf. Hatte sie sich das eingebildet? Nein - da war es wieder. Beide Augen der Marie im Spiegel schlossen sich für den Bruchteil einer Sekunde. Aber wie war das möglich? Marie hob die Hand, um ihr Gesicht zu betasten.
Das Spiegelbild folgte ihrer Bewegung nicht."
(S. 370, letzter Absatz; S. 371, Zeile 1 - 5)


Die Autorin:
Anika Beer ist ein Herbstkind des Jahres 1983 und wuchs in der Bergstadt Oerlinghausen am Teutoburger Wald auf. Das Schreiben und Lesen fantastischer Geschichten begleitet sie seit frühester Kindheit. Außerdem interessiert und begeistert sie sich für Kampfkunst, fremde Kulturen und Naturschutz. Nach dem Abitur lebte sie einige Zeit in Spanien, bevor sie in Bielefeld ein Biologiestudium begann. Nach Abschluss der Bachelorarbeit nahm sie eine Teilzeitstelle an der Universität an, bis sie sich im Juli 2010 als Schriftstellerin selbstständig machte. Bis heute lebt und schreibt sie in Bielefeld.

Weitere Bücher:
  • Die Blutgabe: Unberührbar (Pseudonym Franka Rubus)

Kommentare:

  1. Ich kann dir nur zustimmen ;) Ein tolles Buch!

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  2. Super Rezi, ich finde das Buch auch supertoll! :)
    Und dein neues Design gefällt mir *Daumen hoch* :D

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I LOVE comments :)

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